Politik und Gesellschaft, Idee und Wirklichkeit, Ethik und Religion, Spiritualität und Mythologie, Literatur und Kunst: Das sind die Felder, die mich immer wieder zu Beiträgen bewegen.
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Mittwoch, 30. Oktober 2024
Raum schaffen für den Christus!
Sonntag, 29. September 2024
Der Wirrwarr um die Lichtkörperprozesse – Versuch einer Klärung.
Ob nun jemand dieser Frau ihre vorgegebene Meisterschaft neidete und böswillig etwas erfand, weiß ich nicht. Mir jedenfalls schien das Ganze doch etwas dubios und ich recycelte das Buch.
In der Verlagsankündigung zu selbigem Buch finden wir aktuell den Hinweis, dass mittlerweile viele Menschen diese neue Ernährungsweise praktizieren.
Ich persönlich finde, gemeinsam mit anderen zu kochen und zu essen oder mit Freunden essen zu gehen eine wunderschöne Sache und wollte nicht darauf verzichten.
Sich per Lichtnahrung zu ernähren, setzt voraus, über eine ganze Weile und das konsequent sich dem sogenannten Lichtkörperprozess - dazu nachher später mehr – zu unterziehen. Ich bezweifle, dass tatsächlich viele Menschen, wie es heißt, so weit entwickelt sind, sich per Prana ernähren zu können, davon abgesehen, dass ich mir gar nicht sicher bin, ob unser Erdendasein einer Existenz per Lichtnahrung gerecht wird; wir leben ja hier mit einem physischen Körper und sind keine Ätherwesen - das sind wir in Zukunft noch lange genug; so lange dürfen wir unsere Existenz als physische Wesen auch genießen!
Warum ich aber das Thema der Lichtkörperprozesse aufgreife:
Mir fiel auf, dass in den letzten Monaten immer wieder in esoterischen Videos und Beiträgen vom Lichtkörper gesprochen wir. Gibt man auf Amazon unter der Kategorie „Bücher“ „Lichtkörper“ ein, so finden sich doch eine ganze Reihe zu diesem Thema - https://lmy.de/vlReL - nicht wenige davon sind allerdings schon eine ganze Weile auf dem Markt und Bücher neueren Datums fand ich nur zwei –, wobei ich in den Buchhinweisen und im Rahmen meiner Netzrecherche nie wirklich eine für mich akzeptable Erklärung fand, was es denn mit diesem Lichtkörper auf sich habe.
Jeanne Ruland spricht von der Merkaba als feinstofflichem Lichtkörper und bezieht sich dabei auf alte ägyptische Überlieferungen. Ein Thorsten Simon spricht von 15 Körpern für den Lichtkörperprozess und ein Autor namens Natara schreibt über den Herzenslichtkörperprozess von Jesus und den 24 Schatten ins Licht. Das neueste Buch (2023) stammt von einem Autor namens Holger Kalweit und ist bei epubli erschienen, wobei dem einzigen Rezensenten vor allem die vielen Rechtschreibfehler aufgestoßen sind.
Irgendwie scheint das Thema „Lichtkörper“ wie ein Selbstbedienungsladen, in den man vorher hineinstopft, was man so esoterisch weiß und dann herausziehen will.
Ein Oriano Krigio aus Traiskirchen/Österreich beispielsweise schreibt auf seiner Netz-Seite entdecke-dein-lichtwesen.com:
„Der Lichtkörper befindet sich unterhalb des Brustbeines auf Höhe des Solarplexus.“
Jener Thorsten Simon hingegen, dessen Buch ich angesprochen habe, lässt uns auf seiner Seite im Netz wissen:
„Man sollte z.B. nicht pauschal alle feinstofflichen Körper [er bezieht sich dabei auf den Emotionalkörper, Mentalkörper und weitere] als „Lichtkörper“ bezeichnen, was leider allzu häufig immer noch gemacht wird. Sonst wird man den echten Lichtkörper, von dem ich hier spreche, nicht klar genug erkennen und auch nicht wirklich verstehen und stattdessen eine Menge Verwirrung stiften. Das Internet ist z.B. voll von Fehlern dieser Art. Daher muss ich diese Dinge leider immer wieder klarstellen. (..) in all diesen Körpersystemen, die ich gefunden habe, gibt es irgendwo – in unterschiedlichem Ausmaß – immer irgendwelche Lücken und teilweise noch weitere Ungereimtheiten bis hin zu gravierenden Fehlern. So ist leider das Ergebnis meiner Analyse und Forschung zu den bisherigen Körper-Modellen, insbesondere, wenn ich diese mit unserem realen Feinstoffkörper-System vergleiche, so wie es sich mir in meiner Lichtkörperarbeit offenbart hat.
Dieses wahre Körpersystem ist primär ein 15-Körper-System (…) Dieses neue Körper-System von mir schließt alle bisherigen Lücken …“
Ich bin mir nicht sicher, ob Thorsten Simon mit seinem System nicht die bestehende Verwirrung nur erweitert hat.
Auf der Seite des „Zentrum für Heilung und spirituelle Entwicklung“ lesen wir:
„Der Lichtkörper eines Menschen ist das feinstoffliche System, das die hochfrequenten Energien aus der Urquelle verarbeiten und in unsere mehrdimensionalen Energiesysteme fliessen lassen kann, bis sie in jede einzelne Körperzelle unseres dichten physischen Körpers gelangt.“
Was ist nun der Lichtkörper wirklich?
Eine ganze Weile war ich ziemlich verwirrt und selbst ein wenig überrascht, dass ich die Antwort im „Vater unser“ zu finden glaubte. In der Vergangenheit habe ich mir ja einige Schriften Rudolf Steiners genauer angeschaut und sein Verständnis des „Vater unser“ lässt mich zu verstehen glauben, was es mit dem Lichtkörperprozess auf sich hat:
Das „Vater unser“ besteht bekanntlich aus 3 + 4 Bitten: letztere beginnen mit „unser täglich Brot gib uns heute“, Worten, die sich auf den physischen Körper beziehen; „und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern“ auf den Ätherkörper; „und führe uns nicht in Versuchung “ spricht die Astralebene an; schlussendlich beziehen sich die Worte “und erlöse uns von dem Bösen“ auf das Ich das Menschen beziehungsweise sein Ego, jenen Teil, der aus dem Göttlichen Sein gefallen ist.
Aus der Sicht Steiners besteht der spirituelle Weg des Menschen darin, zunächst den Astralkörper zu transformieren, also unsere Süchte, Triebe, bestimmte Gewohnheiten und niederen Emotionen zu reinigen, zu läutern. Ist es geschehen, so erreicht mit einem Begriff Steiners der Mensch die Manas-Ebene; aus christlicher Sicht ist es die Ebene des Heiligen Geistes und das „Vater unser“ spricht dieses Geschehen in der ersten der drei Bitten mit der Heiligung des göttlichen Namens an („dein Name werde geheiligt“).
Auf der ätherischen Ebene, der Ebene des Ätherleibes - wer sich über ihn genauer informieren möchte, hier: https://anthrowiki.at/Ätherleib – sind unsere Einstellungen, Verhaltensweisen und Programmierungen um einiges nachhaltiger. Wer diese Ebene spirituell meistert, erklimmt die Buddhi-Ebene, aus christlicher Sicht ist es die Ebene des Christusbewusstseins („dein Reich komme“).
„Macht euch die Erde untertan“ ist ja ein von Luther so übersetztes Bibelwort, das vielfach falsch verstanden worden ist und immer noch wird. Gemeint ist ja, dass der Mensch, wenn er die Möglichkeiten besitzt, die Erde nachhaltig zu verändern, er das verantwortungsvoll und in göttlichem Sinne tue. Die dritte Bitte nun des „Vater unser“ bezieht sich sozusagen auf die Erde des Menschen, den physischen Körper. Auf dieser Stufe ist der Mensch in der Lage, so wie er heute die mineralische Ebene verändern kann, indem er Häuser baut, Straßen, Waschmaschinen und Vergleichbares, den physischen Körper umzuformen, zu verwandeln. Es ist die Vaterebene, Steiner nennt sie „Atma“; sie liegt noch in ferner Zukunft.
Das alles macht jedenfalls deutlich, wie kunstvoll das „Vater unser“ aufgebaut ist: die ersten drei Bitten umfassen das triadische Wesen unsere Religiosität, Vater, Sohn und Heiligen Geist. Die folgenden vier Bitten umfassen die menschlichen Wesensglieder, die unser Dasein in der Materialität kennzeichnen, die es zu verwandeln gilt. Dabei tritt im Verlauf dieses Prozesses an die Stelle unseres Ego, unseres Ich, das Christus-Ich; unser Ich wird zum I-CH ( = J-esus Ch-ristus).
Warum ich diese erläutert habe?
Steiner nennt den Ätherleib auch Lebens- oder Lichtleib.
Mit letzterer Bezeichnung wird der Bezug zum Lichtkörperprozess deutlich: die Transformation des Ätherleibes, des Lichtleibes.
Genau dieses Geschehen bezieht sich in meinen Augen auf den Lichtkörperprozess und innerhalb dieses Prozesses befindet sich ein Teil der Menschheit.
Mir ist das erst in der letzten Zeit bewusst geworden und es hat mich doch sehr überrascht, dass dies so ist. Mir war nicht bewusst, dass die Menschheit so weit fortgeschritten ist, dass sie auf dem Weg zur Buddhi-Ebene ist, zu einem tiefen Verständnis des Christus.
Wobei dieser Weg sehr lang sein und sich auch über mehrere Leben erstrecken kann. Wie die Menschen ihn gehen, das ist vollkommen unterschiedlich und man sollte das auch keiner Bewertung unterziehen. Auch ist es nicht so, dass die Transformation des Astralleibes völlig abgeschlossen ist, wenn der Mensch auf der Lichtkörperebene zu schreiten beginnt. Die Transformation der Astral- und der Äther-Ebene überlappen sich durchaus.
Der Bezug zu dem, was ich durch Steiner gelernt habe, der Bezug zum „Vater unser“ und der Transformation des Ätherleibes haben mich verstehen lassen, was - und es ist natürlich eine sehr subjektive Sicht - es mit dem Lichtkörperprozess auf sich hat.
Unser Lichtleib, unser zukünftiger Lichtleib, ist für mich der zu verwandelnde Ätherleib. Natürlich ist dieses Verständnis für Menschen, die die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners nicht kennen, vielleicht nicht so erhellend und nachvollziehbar wie für mich.
Im Zuge meiner Recherchen bin ich auf die Darstellung der zwölf Stufen des Lichtkörperprozesses durch die Schweizerin Reindjen Anselmi im Rahmen ihres Buches „Der Lichtkörper - Ein Überblick über den globalen Transmutationsprozess“ gestoßen; erfreulicherweise hat Danielle Gernandt sie in vier Videos aufgesprochen. Eines dieser Videos habe ich unten verlinkt, die Verlinkung der anderen habe ich aus technischen Gründen auf meinem Blog "WortBrunnen" ausgelagert > https://lmy.de/SAlXK
Donnerstag, 19. September 2024
Die Führung der Erde durch die neuen Menschen! - Die Schöpfung steigt auf, alle Galaxien!
„Das Universum, das ihr zu kennen glaubt, öffnet sich. Welten und Intelligenzen, die zuvor keine Verbindung hatten, treten nun in Kontakt. Wir formieren uns neu, um zu erforschen, welcher Fortschritt für uns möglich ist. Es ist die Reproduktion unserer selbst, die im Zentrum dieser Forschung steht. Viele galaktische Wesen und Intelligenzen zeigten sich interessiert, und wir gründeten einen neuen Council.“
„Die Menschen haben vielen galaktischen Wesen etwas voraus. Sie sind sterblich und kennen Emotionen. Emotionen sind aufgrund eures Wissens um eure Sterblichkeit bei euch Menschen stets präsent. Deshalb sind viele von euch in dieser Ungeduld, das Leben auszukosten und euch zu reproduzieren. Die Angst vor dem Tod ist euer Antrieb, Leben zu schenken. Vielen von euch ist nicht bewusst, dass diese eigene Art für viele von uns äußerst interessant ist. Denn selbst wenn wir größtenteils unsterblich sind, geht auch ihr in tausenden von Jahren diesen Weg. Bis dahin lernen viele galaktische Wesen von euch. Denn auch das, was ihr menschliche Liebe nennt, ist an kostbares Wissen gekoppelt. Selbst die Reptiloiden, die das Wissen über Emotionen zu euch auf die Erde gebracht haben, sprechen davon, dass ihr im Begriff seid, einen größeren Schritt in der emotionalen Erkenntnis zu tätigen. Ein Schritt, den sie bisher noch nicht wagten. Während sich viele von euch selbst als unterentwickelt bezeichnen, tun wir das nicht.(…) was viele von euch nicht sehen, ist, dass sich liebliche Energie molekular-exponentiell im gesamten Universum ausdehnt, wenn sich zwei Menschen auf der Seelenebene lieben.“
Freitag, 13. September 2024
Die Kontrolle über Gott aufgeben !
Die Kontrolle über Gott aufgeben?
Manchem, der diese Aussage liest, wird sie reichlich abstrus vorkommen. Kein Mensch kann doch Gott kontrollieren!
Samstag, 10. August 2024
Herz zu Herz. - die Venus ist das kosmische Herz ... sooo weit ist es bzw. sie gar nicht entfernt …
Manche unter uns spüren, dass sich unter den Decken von Politik, Bildung und gesellschaftlichem Mit- und Gegeneinander im Moment viel tut; ja, es kommt mir so vor, als ob auch viele Führungskräfte das spüren. Es gibt ja durchaus Politiker, die sich die spirituellen Möglichkeiten zunutze machen, manche allerdings nicht aus geistiger Überzeugung, sondern aus Machtgründen; aber das wahre Geistige lässt sich nicht ausnutzen (auch das Orakel von Delphi haben zu seiner Zeit nicht von ungefähr manche schon falsch ausgelegt …).
Sonntag, 21. Juli 2024
Von der Bildlosigkeit des Alten Testaments zu einer Wiederbevölkerung des Himmels. - Zurück und vorwärts zu Geosophie und Kosmosophie.
"Wenn der Urinder [https://t1p.de/yvxfh] hinaufschaute zum Himmel, dann empfand er überall einzelne Wesenheiten, diese oder jene göttlich-geistigen Wesenheiten nebeneinander, sozusagen eine Bevölkerung von göttlich-geistigen Wesenheiten. Das war abgeblaßt und, man möchte sagen, was individualisiert war, was als einzelne göttlich-geistige Wesenheiten da war, das blaßte so ab, daß es im allgemeinen wie ein geistiger Kosmos war. Man könnte es sich auch unter dem folgenden Bilde vorstellen: Denken Sie sich einmal, Sie sehen meinetwillen einen Vogelschwarm ganz in der Nähe. Sie sehen einzelne Vögel. Diese entfernen sich immer weiter und weiter, und es wird eine schwarze Masse, es wird ein einheitliches Gebilde. So wurde der göttlich-geistige Kosmos, indem sich die Menschen von ihm geistig entfernten, ein einheitliches, in sich verschwommenes Gebilde.“ GA 210, S. 48)
Ja, diejenigen Menschen, die überhaupt Anteil hatten an dieser Kultur, die ver-folgten mit innigem Anteil, wenn der Abend herankam, die Konstellation der Ge-stirne. Sie erwarteten zum Beispiel gewisse Erscheinungen des Sirius, sie sahen sich die Planetenkonstellationen an, und sie bezogen das, was sie da anschauen konnten, darauf, wie ihnen der Nil dasjenige gab, was sie zu ihrem irdischen Le-ben brauchten. Aber sie sprachen eigentlich nicht in erster Linie von dem Irdi-schen. Dieses Irdische war ihnen ein Feld ihrer Arbeit. Aber wenn sie über das Feld sprachen, das sie bearbeiteten, so sprachen sie eigentlich so darüber, daß sie es anschauten als in Beziehung stehend zu dem Außerirdischen. (…) Sie beur-teilten die Erde nach dem Himmel. Der Tag war ihnen etwas, das ihnen vom see-lischen Standpunkte aus eigentlich Dunkelheit entgegenbrachte. Und Helligkeit kam in diese Dunkelheit hinein, wenn sie das, was der Tag brachte, deuten konn-ten aus dem, was sie erschauen konnten in der Nacht am gestirnten Himmel.“ (GA210, S. 50)
„Was die Sirius-Energie beschreibt, sieht man auf den ersten Blick. Alle Blautöne vereinigen sich in dieser Energie, von Türkis über Hell- und Dunkelblau, Violett, Indigo und alle Farben, die mit dem Element Wasser zu tun haben. Auch ein an das zweite Chakra (Sakralchakra) gekoppeltes Orange ist oft erkennbar. (…) Den inkarnierten Sirianern sagt man eine starke Hellsichtigkeit nach, doch eher im Seite von 3 10 sensitiven als für die Zukunft (medial). Sie inspirieren das Kunstverständnis und die Kreativität. Und Inkarnierte mit einem hohen Anteil an Sirius-Energie interes-sieren sich sehr für Sterne und Sternbilder, Astronomie und Astrologie. Wie das Meer sind sie sehr tiefgründig. Sie mögen keine Oberflächlichkeit und lieben die Mystik auf eine sehr sanfte Art und Weise. Sie sind die Multikulturellen unter den Starseeds [„Sternensaat“ ist der Lieblingsbegriff von Birgit Fischer für Aliens, für Sternenvölker].“
Wir öffnen die Tore der Energiewelt zu den Monden. Es gibt andere Starseeds, die öffnen diese Tore, wenn die Sonne Winde hervorbringt. Wieder andere bringen die Öffnung der universellen Portale. Und Starseeds des Erdinneren bringen Energien, die sehr intensiv an euren Geburtstagen wirken. Alle intensiv wahrnehmbaren Energien erinnern euch daran, dass ihr fühlende Energiewesen seid (…) Die Öffnung der Monde, es ist nicht nur einer für die Erde, ist strahlend und hat eine spezielle Frequenz, die uns anzieht und es uns ermöglicht, Frequenzen zu transportieren. Wir aktivieren die Urfrequenz in euch, die auch in uns schwingt. Den Urinstinkt, eure Kraft.
Im Neuen Testamente sollte man eigentlich einen Zusammenschluß dieser beiden Geistesströmungen erkennen [des Heidentums beziehungsweise des Alten Testamentes/Judentums - Anm. J.K. ]. Es ist immer so gewesen, daß in den Anschauungen der Menschen das eine oder das andere Element vorwiegend war. So ist zum Beispiel das heidnische Element immer vorwiegend gewesen da, wo mehr anschauliche religiöse Bekenntnisse gepflogen worden sind. Da machte man sich Bilder von geistigen Wesenheiten, die Naturbildungen nachgeahmt waren. Dagegen bildete sich das alttestamentliche Element überall da aus, wo die neuere Wissenschaftlichkeit heraufkam, wo man auf das Bildlose hinstrebte. Und in der neueren materialistischen Wissenschaft lebt in vieler Beziehung ein Nachklang gerade des Alten Testamentes, des unbildhaften Alten Testamentes.
Man möchte sagen, der Materialismus der Wissenschaft, der will streng sondern das Materielle, dem er nun gar keinen Geist mehr läßt, und das Geistige, das nur im Moralischen leben soll, von dem man sich gar kein Bild machen darf, das also auch nicht gesehen werden darf in dem Irdischen. Diese besondere Charakteristik des Wissenschaftlichen, der wir heute in der ma-terialistischen Form der Wissenschaft begegnen, ist eigentlich noch ein in unsere Zeit hereinragender Impuls des Alten Testamentes. Die Wissenschaft ist noch gar nicht christlich geworden. Die Wissenschaft als Materialismus ist im Grunde genommen heute noch alttestamentlich. Und das wird eine der Hauptaufgaben der fortschreitenden Zivilisation sein, beides zu überwinden, aber auch beides synthetisch in eine höhere Einheit auflösen zu können.
Wir müssen uns schon klar darüber sein, daß sowohl das Heidentum wie das Judentum Einseitigkeiten darstellen und daß sie, indem sie vielfach hereinragen in die neuere Zeit, ein zu Überwindendes darstellen. Die Wissenschaft wird zum Geiste kommen müssen. Die Kunst, die vielfach etwas Heidnisches hat, die verschiedene Ansätze gemacht hat zum Christlichwerden, Ansätze, die aber meistens ins Luziferisch-Heidnische ausgeschlagen sind, die Kunst wird einlaufen müssen in ein christliches Element. Wir haben heute eigent-lich noch immer die Nachwirkungen des heidnischen und des alttestamentlichen Elementes und haben noch nicht ein voll ausgebildetes christliches Bewußtsein. Das ist es, was wir insbesondere fühlen müssen, wenn wir uns auf diese konkreen Durchgänge des Menschen durch Geburt und Tod besinnen, so wie sie uns von der Geisteswissenschaft gegeben werden.
PS Wenn ich mir noch eine Anmerkung erlauben darf: dieses christliche Element, um das es in Zukunft geht, wird nur dann eine wirkliche Zukunft haben, wenn es mit Leben, mit innerem Feuer erfüllt ist und wenn es von Menschen getragen wird, die Ihre Grenzen sprengen und Mut haben zu einer neuen Geosophie und Kosmosophie und ein Bewusstsein (s.o.) sogar darüber hinaus.
Mittwoch, 17. Juli 2024
Unsere Gedanken sind der Leichnam des Geistigen, das wir verloren beziehungsweise beerdigt haben, als wir inkarnierten.
In diesem Vortrag, der inhaltlich wesentlich spektakulärer ist als die Überschrift klingt, macht Steiner darauf aufmerksam, dass, wenn wir die vorgeburtliche Welt verlassen, im Grunde genommen das Geistige in uns stirbt und – wie es auch ist, wenn wir hier sterben – ein Leichnam vorhanden ist, der nicht einfach verschwindet, sondern der sich uns zeigt, wenn wir auf unsere Gedankenwelt blicken. Steiner sagt: „Die Gedankenwelt ist der Leichnam unseres Geistig-Seelischen.“
Wir streben hier als Menschen, die sich seelisch geistig entwickeln wollen, ein Denken an, dass Steiner als sinnlichkeitsfreies Denken bezeichnet, an anderer Stelle spricht er auch vom Herzdenken [Erläuterungen hierzu auf Wortbrunnen https://t1p.de/7bshq ]. Dieses Denken hat nichts mehr zu tun mit dem Leichnam, der die Gedankenwelt des mehr materialistisch orientierten Menschen entspricht.
Wenn der Mensch sich um sinnlichkeitsfreies Denken, das im Herzen seinen Raum hat (wie Aristoteles noch wusste, wenn er auch ein ganz anderes Denken initiierte), bemüht, dann kehrt er im Grunde zurück zu jener Geistigkeit, die er verlassen hat vor der Geburt, und diese Rückkehr, die als Entwicklungsschritt ein großer Schritt vorwärts ist, gelingt, weil sein Denken kosmisch werden kann.
Ich zitiere jene Stelle, die ich oben schon angesprochen habe, im folgenden ausführlicher; sie beginnt mit dem Hinweis, dass wir ursprünglich geistige All-Wesen waren, bevor wir uns hineinzwängten in die Enge irdischen Seins und nun zumeist annehmen, wie man heute noch bei professoralen Gehirnforschern wie Gerald Hüther und anderen irrtümlich lesen kann, dass unser Denken und unser kreatives Sein unseren Gehirnwindungen entspringt (die bekanntlich nur uns unser Denken spiegeln und und somit bewusst werden lassen können, dass wir denken, doch nicht die Quelle unseres Denkens sind).
Hier nun der Auszug aus der GA 210, 95f:
Wir haben also zunächst das geistige Element, das da lebt im All, das sich gewissermaßen hineinbegibt in die enge Wohnung des menschlichen Leibes, sich namentlich durch das Nervensystem, durch das Gehirn entfaltet und sich dabei metamorphosieren muß. Dabei gliedert es sich in zwei Regionen. Man kann wirklich davon sprechen, daß das, was der Mensch vor der Konzeption in der geistig-seelischen Welt ist, beim Übergehen in die physische Leiblichkeit stirbt. Die Geburt in der physischen Leiblichkeit ist ein Absterben für das geistig-seelische Leben des Menschen. Beim Absterben bleibt immer ein Leichnam übrig. Wie, wenn der Mensch für die Erde stirbt, der Leichnam übrigbleibt, so bleibt auch ein Leichnam übrig, wenn das Geistig-Seelische, indem es durch die Konzeption zur Erde hingeht - wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf -, für das Himmlische abstirbt. Von dem, was nun da als ein Leichnam übrigbleibt, von dem leben wir eigentlich gedanklich unser ganzes Erdenleben hindurch. Der Leichnam ist nämlich die Gedankenwelt; das Tote, das ist diese Schattenwelt. So daß wir sagen können: Indem das Geistige des Menschen durch die Konzeption ins Erdenleben heruntersteigt, stirbt es für die geistig-seelische Welt ab und läßt diesen Leichnam zurück.
Geradeso wie der Leichnam des physischen Menschen in die irdischen Elemente sich auflöst, so löst sich für die geistige Welt das Geistig-Seelische auf und wird zu der Kraft, die in den physischen Gedanken entfaltet wird. Die Gedankenwelt ist der Leichnam unseres Geistig-Seelischen. So, wie die Erde den Leichnam verarbeitet, wenn wir ihn in die Erde legen, oder wie ihn das Feuer verarbeitet, wenn wir ihn verbrennen, so verarbeiten wir unser ganzes Leben hindurch den Leichnam unseres Geistig-Seelischen in unserer physischen Gedankenwelt. Also die physische Gedankenwelt ist im Grunde genommen das fortgehende Tote dessen, was als Wirkliches, als geistiges Leben vorhanden ist, bevor der Mensch in die physische Irdischheit heruntersteigt.
PS Am Ende des oben erwähnten Vortrags findet sich ein Hinweis zu zwei Entwicklungsströmungen, die die Menschheit geprägt haben; Steiner bezeichnet die eine als zum Heidentum gehörig - die Griechen sind hier ein leuchtendes Beispiel –; die andere ist geprägt durch Judentum, Jahve und das Alte Testament. Aus den beiden heraus sollte sich ein neues Christusbewusstsein entwickeln und natürlich hätte er sich gewünscht, dass in seiner Nachfolge die Anthroposophie diese Aufgabe leistet … Gegebenenfalls schreibe ich in den nächsten Tagen dazu einen Beitrag.