Mittwoch, 28. Januar 2015

Firmen, die Monsanto-Produkte verwenden:


Monsanto steht für Gentechnik, für Patente auf Lebensformen und für giftige Pflanzenschutzmittel. Auch Korruption und Bestechung sollen immer wieder zum Repertoire des weltweit agierenden Konzerns gehören. So wird das Unternehmen höchstwahrscheinlich in Berufung gehen, nachdem es von einem französischen Gericht der Vergiftung für schuldig befunden wurde. Ein französischer Landwirt wurde schwer krank, als er versehentlich Monsantos Spritzmittel eingeatmet hatte. Zeitgleich erhielt eine Tochterfirma von Monsanto ein Patent auf Brokkoli.

Vergiftung mit Monsanto-Herbizid

Paul Francois war Landwirt. Im Jahr 2004 reinigte er seinen Sprühtank, der das Pflanzenschutzmittel Lasso von Monsanto enthielt. Versehentlich atmete er das Gift ein. Wochenlang litt er an Gedächtnisverlust und starken Kopfschmerzen. Er begann zu stottern. Grund für seine Beschwerden waren neurologische Schäden aufgrund der Monsanto-Chemikalie. Sie sind teilweise unheilbar. Ein Jahr lang konnte Paul Francois seiner Arbeit nicht mehr nachgehen. Und noch heute leidet er an Folgeerkrankungen, so dass er nur halbtags arbeiten kann.

Lesen Sie mehr unter: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/gentechnik-monsanto-ia.html#ixzz3Q9y3bY00

Montag, 26. Januar 2015

Und deine kommenden Konturen dämmern. - Für Rilke sind sinnvolles Arbeiten und Gotteserkenntnis nicht voneinander zu trennen!

Rainer Maria Rilkes Gedicht Werkleute sind wir atmet den Geist wahren Freimaurerseins; es kann uns inspirieren, uns bewusst zu werden, welcher Bedeutung unser Leben zukommt. Dass Rilke selbst wohl kein Freimaurer war, bestätigt mir meine Ansicht, dass, Freimaurer zu sein, eine Existenzweise ist, die es im Grunde seit Beginn des bewussten menschlichen Daseins gibt, eines Daseins, das sich mit der Entwicklung der menschlichen Seelen immer mehr offenbaren konnte.

Arbeit im Geiste früherer Steinmetzbruderschaften führt zu dem, was Rilke schlussendlich konstatiert:
Werkleute sind wir: Knappen, Jünger, Meister,
und bauen dich, du hohes Mittelschiff.
Und manchmal kommt ein ernster Hergereister,
geht wie ein Glanz durch unsre hundert Geister
und zeigt uns zitternd einen neuen Griff.
Wir steigen in die wiegenden Gerüste,
in unsern Händen hängt der Hammer schwer,
bis eine Stunde uns die Stirnen küßte,
die strahlend und als ob sie alles wüßte
von dir kommt, wie der Wind vom Meer.
Dann ist ein Hallen von dem vielen Hämmern
und durch die Berge geht es Stoß um Stoß.
Erst wenn es dunkelt, lassen wir dich los:
Und deine kommenden Konturen dämmern.
Gott, du bist groß.
mehr dazu hier

Donnerstag, 22. Januar 2015

"Ihr Lächeln war wie ein Junitag." - Fynn muss seine Anna sehr geliebt haben!

Wenn ich sterbe . . .
von Anna

Wenn ich sterbe,
Dann tu ich das selber.
Niemand tut es für mich.
Wenn es soweit ist,
Dann sag ich:
"Fynn, stell mich hin."
Und dann guck ich rum.
Und dann lach ich.
Dann fall ich hin
Und bin tot.


Selten hat mich ein Sterben so berührt wie das von Anna in Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna
Mit welcher Liebe hat Lynn darüber geschrieben.

Gut, dass er dann noch weiterschreibt, weiterschreiben kann, weil Anna ihm ihr "Vermächtnis hinterlassen (hat): eine Anzahl Schuhkartons, bis zum Rand gefüllt mit Schulheften, Zetteln und Papierfetzen, voll mit dem, was sie ihre ´Notizien´ nannte."

Fynn braucht Jahre, bis er Worte für ihren Tod findet - sie hatte nicht einmal acht Jahre gelebt, drei Jahre hatte er mit ihr gemeinsam verbracht:
Vielleicht war Annas Leben vollendet gewesen? Vielleicht war alles gar nicht sinnlos, kein idiotischer Zufall?
Wenn ich jemand gern kennen gelernt hätte, dann FYNN, den Autor dieses ewig jungen Buches Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna. Er muss innere Kinder voller Leben gehabt haben, sonst hätte er dieses Buch, auch wenn er tatsächlich Anna gekannt haben sollte, nicht so schreiben können, mit diesem selbstverständlichen Verständnis für ein Kind.
Das ist eines der Wahnsinns-Faszinationen dieses Buches für mich: 
Wie kann man so über ein Kind schreiben, sich so in eines hineinversetzen, in eines, das es so kaum gibt, weil es die Welt nicht zulässt, weil sie Kindern nicht ihre Gedanken lässt.

Darin ist dieses Buch ja solch eine Mahnung, solch eine Hilfe: Wie Fynn mit Anna umgeht, so möchte man jedem Kind wünschen, dass mit ihm umgegangen werde:
Diese Aufmerksamkeit den kindlichen Gedanken gegenüber, diese Zurückhaltung, damit Anna ihre Gedanken entwickeln konnte, dieses Hineinfühlen in die Bilderwelt eines Kindes - man möchte allen zukünftigen Eltern raten, dieses Buch mehrfach zu lesen.

Sicherlich gibt es genug Eltern, deren innere Kinder zum Teil in irgendwelchen Ecken der Seele sitzen, verletzt und nur darauf wartend, herauszuschießen, um ihre Verletzung - eben leider auch gegenüber den eigenen Kindern - auszuleben.

Wenn ein Buch verletzte innere Kinder zum Weinen bringt, zum Schmunzeln, sie hervorholt aus ihren Bunkern, in die sie sich zurückgezogen haben, dann doch dieses Buch.

Gewiss, der Alltag lässt nicht immer zu, dass man sich so verhält, wie Fynn das konnte, aber Literatur hat ja auch die Bedeutung, dass sie uns zu denken geben kann, dass sie uns still werden lässt, nachdenklich.

Wenn ich dieses Buch lese, habe ich ein ganz schlechtes Gewissen, wie ich mich oft als Lehrer verhalten habe. Wir Erwachsenen neigen dazu, die Grenzen von Kindern einzudrücken. Nichts ist ja leichter, die meisten Kinder geben nach, wenn man sich als Erwachsener durchsetzen will oder meint, durchsetzen zu müssen.
Fynn hat das kein einziges Mal getan. Und es tut so gut, dass er es nie getan hat. Ich fand so befreiend zu spüren, was möglich ist.

Anna war Grenzverletzungen bei Fynn nie ausgesetzt. Wie voller Respekt er war gegenüber diesem Kind, wie sehr war ihm bewusst, wie weise ein Kind sein kann, wenn man es weise sein lässt.
Wie liebevoll kann Anna in seiner Gegenwart beten - ein Gebet, das allerdings erst zustandekommen konnte, nachdem Fynn auch bereit war, sich vor dem hässlichen Sofa niederzuknien:
Mister Gott, hier spricht Anna. Vielen Dank, dass Fynn mich lieb hat. Das wollte ich Dir bloß schnell sagen. Und jetzt schlaf gut.
Dann bekommt ja Mister Gott noch einen Nachtkuss (in die Luft). 

Weiß Gott, Mister Gott wird dann gut geschlafen haben.

Dienstag, 20. Januar 2015

Ich sehne mich nach deines Herzens großen Händen . . .

Nach meinem Umzug nach Bad Kissingen finde ich viel von mir in den Worten Rainer Marias Rilke aus seinem Stundenbuch, das zwischen 1899 und 1903 auf eine so bemerkenswerte Weise, von der ich berichtet habe, entstand. 
Bemerkenswert einfach auch, wie er sich im folgenden Gedicht an Gott wendet:

Ich bete wieder, du Erlauchter,
du hörst mich wieder durch den Wind,
weil meine Tiefen nie gebrauchter
rauschender Worte mächtig sind.
Ich war zerstreut; an Widersacher
in Stücken war verteilt mein Ich.
O Gott, mich lachten alle Lacher,
und alle Trinker tranken mich.
In Höfen hab ich mich gesammelt
aus Abfall und aus altem Glas,
mit halbem Mund dich angestammelt,
dich, ewiger aus Ebenmaß.
Wie hob ich meine halben Hände
zu dir in namenlosem Flehn,
daß ich die Augen wiederfände,
mit denen ich dich angesehn.
Ich war ein Haus nach einem Brand,
darin nur Mörder manchmal schlafen,
eh ihre hungerigen Strafen
sie weiterjagen in das Land;
ich war wie eine Stadt am Meer,
wenn eine Seuche sie bedrängte,
die sich wie eine Leiche schwer
den Kindern in die Hände hängte.
Ich war mir fremd wie irgendwer
und wußte nur von ihm, daß er
einst meine junge Mutter kränkte,
als sie mich trug,
und daß ihr Herz, das eingeengte,
sehr schmerzhaft an mein Keimen schlug.
Jetzt bin ich wieder aufgebaut
aus allen Stücken meiner Schande
und sehne mich nach einem Bande,
nach einem einigen Verstande,
der mich wie ein Ding überschaut, –
nach deines Herzens großen Händen –
(o kämen sie doch auf mich zu)
ich zähle mich, mein Gott, und du,
du hast das Recht, mich zu verschwenden.

Donnerstag, 27. November 2014

Neurofeedback statt Ritalin

Mir war leider bis dato unbekannt, was das Neurofeedback-Verfahren leistet, aber offensichtlich kann es Kinder vor Ritalin bewahren.
Über Letzteres ist ja schon viel und genug geschrieben worden; auch über AD(H)S, unter anderem ein lesenswerter Beitrag von Eva Hermann auf KOPP ONLINE (wobei ich diesen Link mit allem Vorbehalt weitergebe, liest man, was spiegel.online über den Kopp-Verlag veröffentlicht - die Meinungen über diesen Verlag sind doch sehr geteilt).
Gestern habe ich nun zufällig bei Stern-TV gesehen, dass ein Verfahren entwickelt wurde, das erfolgreich bei Störungen, die mit dem Begriff AD(H)S erfasst werden, eingesetzt wird und auch in klinischen Studien untersucht worden ist.
Vor wenigen Stunden habe ich hier noch geschrieben, man könne die Sendung nicht per Mediathek ansehen. Dank eines Hinweises einer lieben Bekannten weiß ich es nun besser: Der Beitrag kommt im Rahmen dieses Links nach 0:48:45Schriftliche Hinweise zur Sendung gibt es hier; auch das Chat-Protokoll mit der - wie mir schien - kompetenten Dr. Ute Strehl vom Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie der Universität Tübingen lässt sich nachlesen.
Ich war jedenfalls sehr beeindruckt und möchte deshalb betroffene Eltern und Jugendliche über dieses recht neue Verfahren informieren. Es verhilft den solchermaßen trainierten Jugendlichen zu einer Kontrolle über ihre Gehirnaktivität, die es ihnen ermöglicht, ganz normal wieder am Leben teilzunehmen.
Fast hatte man den Eindruck, dieses Neurofeedback-Verfahren täte allen Kindern und Erwachsenen gut; schließlich gibt es genug Kinder und Erwachsene, die Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren.
Neurofeedback-Geschulten gelingt das offensichtlich.

Wie dankbar Eltern für dieses Verfahren sein können, machte Dr. Strehl mit dem Hinweis deutlich, dass sie schon am Telefon Eltern gehabt habe, die sagten, sie würden ihr Haus verkaufen, wenn sie nur Abhlilfe hätten.
Wer weiß, wie problematisch und aggressiv manche ADHS-Kinder sein können, glaubt das sofort.
Mit Ritalin stößt sich allein ein Pharma-Konzern gesund (wobei dieses Wort in diesem Zusammenhang eigentlich total fehl am Platz ist).
Erfreulicherweise gibt es wohl nun mit dem Neurofeedback-Verfahren eine Möglichkeit, Kindern mit körpereigenen Mitteln zu einem wirklich gesunden Leben zu verhelfen.

Mittwoch, 26. November 2014

Warum so viele Stars, Sänger und Menschen, die in dieser Weise im Rampenlicht stehen, Suchtprobleme haben!

Gestern Herbert Grönemeyer bei Markus Lanz gesehen.

Vor allem fand ich den Gesprächsausschnitt aufschlussreich, als Grönemeyer über die Wirkung von Auftritten sprach, wie sehr das Ego aufgeblasen wird dabei und genial fand ich seinen Vergleich mit einem Fesselballon: Bei so viel Zuwendung hebt man ab und verliert die Bodenhaftung.

Wenn man über Wochen und Monate tourt, so Grönemeyer, schwebt man im Grunde nur noch und was ist das auch für ein Gefühl, wenn man zur Arbeit geht und mit johlendem Beifall empfangen wird!!
Ich glaube, Grönemeyer sagte noch: Stell Dir mal vor, Du kommst ins Büro und wirst so empfangen!

Solch ein Leben ist also im Grunde ein ständiger Kick, wie ein ständiger Drogentrip!
Wenn das vorbei ist, fehlt absolut etwas; die Realität sieht ganz anders aus; kein Gehen mehr wie auf Watte, kein Flug über die Erde hinweg, ja, da gibt es Leute, die einem widersprechen . . .

Wen wundert es da, wenn manche es ohne diesen Kick nicht aushalten, wenn sie süchtig nach etwas sind, was ihnen fehlt!
Kein Wunder also, wenn sie zu Drogen greifen, Alkohol, Marihuana, was auch immer . . .

Zum ersten Mal wurde mir das aufgrund dieser Aussagen bewusst, welche Rolle bei solchen Menschen Ruhm, Beifall, Abgehobensein spielt und warum sie andere Süchte brauchen . . .

Eine ganz andere Sache ist, dass man die Realität auch durch das Stürzen in Arbeit, durch Sportsucht (ja, manche Leute müssen bekanntlich zwanghaft Sport treiben . . .), durchs I-Phone ausblenden kann.

Gestern in der S-Bahn: Eine junge Dame setzt sich neben mich, zack, I-Phone in der Hand. - Drei Stationen später steigt sie aus, ein junger Mann setzt sich auf ihren Platz, zack, I-Phone in der Hand . . . Ich glaube, beide haben nicht mit einem Blick ihre Umgebung wahrgenommen . . . schon verrückt. Zufall, dass ich Schirrmachers Payback gerade las, wie die neuen Medien den Menschen, auch sein Gehirn umgestalten und es Untersuchungen gibt, dass Menschen zunehmend Fragen gar nicht mehr aufnehmen können, nicht mehr verstehen . . .
Bei ihm auch nachzulesen, dass der Gebrauch der Medien kein Jugend-Spezifikum ist. Erwachsene verwenden sie genauso. Bestes Beispiel eine mittelalterliche Frau, die die ganze Zeit mir gegenübersaß - die ganze Zeit mit ihrem I-Phone beschäftigt, ich glaube, in den Mails stöbernd . . . scheint ja auch sinnvoller, als Menschen anzusehen oder, was außerhalb der S-Bahn sich so verändert . . . Stuttgart 21, eine echte Baustelle . . . so wie das menschliche Gehirn, das scheint sich momentan auch gewaltig umzubauen, anzupassen . . . jedenfalls schreibt das der leider kürzlich verstorbene Frank Schirrmacher.

Sonntag, 23. November 2014

Sie ist´s, die mich in Lieb allein verzehret . . . Michelangelo über die heilende Urgestalt!

Heute ist ein besonderer Tag.

Heute morgen der so berührende Fernseh-Gottesdienst aus der Erlöserkirche in Bad Kissingen. Unvergesslich die Schäferin, die sich fragend an das Kreuz wandte und von ihrer Krankheit, einer Borreliose - für Schäfer eine Berufskrankheit - erzählte und den vier Gutachten, die vergeblich waren und vor Gericht abgelehnt wurden, so dass sie nun mittellos dasteht;
unvergesslich die Frau im Rollstuhl, die von den Händen erzählte der Menschen, die sie im Krankenhaus besuchten und an die sie sich erinnert, obwohl sie wie im Koma lag;
unvergesslich die vielen Bilder aus der Kirche mit ihren wunderschönen Leuchtern und die Töne der Orgel und des kleinen Ensembles und die Worte von Pfarrer Ott.

Heute Abend dann der Film Das Lächeln der Frauen mit der bezaubernden Melika Foroutan und dem auch klasse spielenden Benjamin Sadler, der einen schriftstellernden Lektor gibt, der von dem Lächeln der Besitzerin eines recht kleinen Pariser Restaurants, die er einmal sieht, so bezaubert ist, dass er über sie einen Roman schreibt. Ausgerechnet diese Frau nun flüchtet in eine Buchhandlung wegen ihres Ex, den sie auf der Straße plötzlich sieht und den sie nicht treffen will; dabei rennt sie einen Bücherstapel um, wobei ein Buch lädiert wird, das ihr der Ladenbsitzer förmlich aufdrängt. Es ist das Buch jenes Lektors, der eben darin ihr Leben erzählt, das Leben jener Frau, die er einmal lächeln sah; sie aber findet sich in seinen Worten, seinem Roman wieder . . . klar, dass sie diesen Mann, diesen Autor, sehen will . . .
Schnulzig könnte jemand den Film finden, ich fand ihn einfach richtig schön.
Schön romantisch!

Michelangelos Pietà
Und dann hab ich ein Gedicht wiedergefunden, heute, das ich schon verloren glaubte. Es wird über 10, vielleicht bald 20 Jahre her sein, dass ich ein Blatt zu der Form des Sonetts für meine Schüler verfasste. Und zwei Beispiele hab ich drauf geschrieben, die ich nacheinander beide auswechselte, weil sich die Gedichte, die Sonette also, einfach als zu schwer erwiesen. Das eine war ein Sonett von Shakespeare, das andere eines von Michelangelo Buonarotti.
Beide hatten mich fasziniert, auch, weil ich bis dato nicht wusste, dass beide so tolle Gedichte geschrieben haben.

Jedenfalls, hurra, beide sind wieder da; heute habe ich das Original-Blatt beim Ausmisten eines Lyrik-Ordners gefunden.
Mancher weiß, wie sehr mich das Thema des Ewig-Weiblichen bewegt, auch das der Dualseele - oder sagen wir es mit Michelangelo: der Urgestalt. Leider kann ich die Quelle des Gedichtes nicht angeben und damit auch nicht den Übersetzer . . . er und der Verlag mögen es verzeihen. Gewiss, das Gedicht holpert manchmal (ein Sonett zu übersetzen ist nicht immer leicht, man merkt es auch den Shakespeare-Übersetzungen an); im Italienischen liest es sich sicherlich stimmiger - mich aber stört´s nicht, ja, ich liebe es (vielleicht gerade deshalb); es ist ja zu spüren, wie alles gemeint ist:


Die dahin, wo sie herkam, wiederkehret,
Die Urgestalt kommt, sich in Staubes Falten
Als Engel so erbarmend umzustalten,
Dass sie heilt jeden Geist, und Welten ehret.

Sie ist´s, die mich in Lieb´ allein verzehret,
Nicht äußrer nur, weil deines Lichtes Walten
Nicht Liebe weckt zu Dingen, die veralten -
Nein, in der Tugend Quell die Hoffnung nähret. 
Und rührt dein hoher Reiz zuweilen mich,
Ist´s erste Stuf´ hinan zur Gnadenfülle
Des Himmels, die dann weiterauf beflügle. 
Ja, Gott selbst offenbaret nirgends sich
Mehr als in einer schönen Erdenhülle,
Wo reiner Blick in seiner Kraft sich spiegle.