Sonntag, 19. Oktober 2014

Was war nochmal Dein Lieblingsmärchen? - Das Lebens-Script finden.

Sein Lebensdrehbuch zu entdecken: das ist möglich und auf die Spur kommt man ihm, wenn man sich an das Lieblingsmärchen seiner Kindheit erinnert, vielleicht auch noch, welche Geschichte einen besonders in der Zeit der Pubertät prägte und welches Buch oder welcher Film in den letzten zwei, drei Jahren besondere Spuren in einem hinterließ.

Das alles erscheint nur auf den ersten Blick abwegig. In Wirklichkeit haben diese Geschichten, Filme und Erzählungen oft ein gemeinsames Thema und es beruht auf der Tatsache, dass gerade in den Geschichten der frühen Kindheit, also im Vorschulalter, das Thema des weiteren Lebens besonders eindrucksvoll deutlich zu Tage tritt. "In diesem Alter", so schreibt die Psychotherapeutin Angela Seifert in dem Vorwort zu Hans Jellouscheks Buch über das Märchen vom Fischer und seiner Frau (Wie man besser mit den Wünschen seiner Frau umgeht) "sind Kinder sehr aufnahmebereit für alles, was um sie herum geschieht, sie beobachten genau die Menschen, mit denen sie zu tun haben, vor allem natürlich Mutter, Vater und Geschwister, und sie treffen eine später meist nicht mehr bewusste Entscheidung. Zum Beispiel kann ein Kind sich sagen: »Ich werde nie mehr meine Gefühle zeigen«, wenn es erlebt hat, dass seine Gefühle nicht ernst genommen werden. Und als Erwachsene/r wird dieser Mensch dann von anderen als überwiegend rational denkend oder gar als gefühlskalt wahrgenommen. Oder ein Kind sieht, dass jemand in der Familie oft krank ist und deswegen besonders viel Aufmerksamkeit erhält. Es kann sich vornehmen: »Ich werde auch oft krank sein, dann kümmern sich die anderen um mich.« Oder - das ist manchmal bei einem Kind der Fall, das als jüngstes in einer Familie aufwächst - es spürt, dass Mama es am liebsten immer bei sich haben, es nicht eines Tages hergeben möchte, dann kann es sich vornehmen: »Ich verlasse Mama nie. Am besten, ich werde gar nicht wirklich erwachsen.« Daraus wird dann möglicherweise ein Mensch, der auch im Alter noch kindlich wirkt und von anderen Menschen, z.B. in seinen Partnerschaften, auf ungesunde Weise abhängig bleibt.
Wir nennen diese Schlussfolgerung, die das Kind aus dem zieht, was es in der Familie erlebt, - es gibt natürlich noch viel mehr, als die hier kurz geschilderten - seine »Skriptentscheidung«. Sie ist maßgebend für den, oft noch unbewussten, persönlichen Lebensplan, denn die Gefühlsreaktionen und Verhaltensweisen werden um die entsprechende Entscheidung herum aufgebaut."

Sich auf diesem Wege seinem Lebensscript zu nähern geht zurück auf die sogenannte Transaktionsanalyse von Eric Berne. Sie ist deshalb sehr interessant, finde ich, weil viele Lebensscriptentscheidungen auf dem Einfluss des Elternhauses basieren  So studiert vielleicht die Tochter Theologie, weil ihr Vater ein so frommer Mann war und sie sich nichts Schöneres vorstellen kann als den Gedanken, der Papa könnte sich freuen, wenn seine Tochter, sein Liebling, in seine geistigen Fußstapfen tritt. 

Bewusst ist ihr das allerdings nicht.
Oder der Sohn wird Arzt, weil er gern der ständig kranken Mutter helfen möchte.
Bewusst ist ihm das allerdings nicht.
Kinder möchten gern ihre Eltern glücklich machen, nicht wissend, dass das Eltern nur selbst können. Intuitiv aber nehmen Kinder nun einmal manchmal auf, dass ihre Eltern dazu nicht in der Lage sind. Und sie möchten ihnen doch so gern helfen. Nur: Diese Reise endet meistens nicht so glücklich wie die Reisen der meisten Märchenhelden. Die können auch den alten Glückszustand nicht mehr herstellen, aber finden einen neuen.

Den finden wir manchmal oder oft nur, wenn wir unsere Script-Entscheidungen entdecken, aufdecken!

Jedenfalls sind wir in unserem Lieblinsgmärchen oder in unserer Lieblings-Sage oder -geschichte in der Regel gern der Held; und vielleicht sollten wir einmal begutachten, was uns das zu sagen hat, und sei es auch so, dass wir viele Sympathien gehabt  hätten mit dem Frosch aus der Froschprinzessin. Hauptsache, wir erkennen das - und erkennen das an.
Vorsicht, nicht immer muss man sich dafür womöglich schämen. Der Frosch in diesem Märchen ist immerhin unglaublich beharrlich. Er hat nicht nachgelassen auf dem ihm Versprochenen zu bestehen. Das hat schließlich die Prinzessin und ihn glücklich gemacht.

Letztendlich stellt sich auch die Frage: Gibt es eine Diskrepanz zwischen dem, was mein Held, meine Heldin wollte, und dem, was ich verwirkliche?

Manchmal gehört Mut dazu, sich die Dinge genau anschauen. Aber vergessen wir nicht: Es kann uns gesund machen, die Wahrheit zu erkennen und ihr zu ihrem Recht zu verhelfen.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Hören wir auf, heilig sein zu wollen, bevor wie menschlich geworden sind!

Das Böse ist heute zu einer sichtbaren Großmacht geworden, äußerte C.G.Jung (1875-1961) gegen Ende seines Lebens. Natürlich äußerte er das auf dem Hintergrund des ihm bekannten damaligen schrecklichen Weltgeschehens, wir aber müssen dies auf dem Hintergrund eines IS-Terrors, der an Kannibalismus kaum zu überbieten ist, erneut so dramatisch formulieren.

Es geht um tiefsitzende seelische Muster
Wie man mit einem Stock die Wasseroberfläche umrührt, so dünken mittlerweile nicht wenigen die Versuche, Erklärungen für das Geschehen, das sich weltweit abspielt, zu finden. Die tieferen Wasser der Seele lassen wir lieber unberührt. Wenn, dann bemühen wir u.a. geo-politische Erklärungsmuster oder die Radikalität eines fundamentalistischen Islam. Hinter aller Politik aber und den Menschen, die dort agieren, stehen seelische Muster, die uns, weil wir sie nicht sehen wollen, in eine dermaßen starre Zwangsjacke stecken konnten, dass mittlerweile sogar jene, die Seelisches als dumpfbackiges Gesäusel abtun wollen, erkennen müssen, dass mit den üblichen Erklärungen nicht mehr erklärbar ist, was in vielen Bereichen weltweit geschieht. In den Bildern der Apokalyse des Johannes ist zwar alles aufgezeichnet, auch das Geschehen unter der Wasseroberfläche, aber das beachtet niemand mehr. 
Tatsache ist - und darum wird es im Folgenden gehen: Nur, wenn wir - als Menschheit und persönlich - lernen, angemessen mit dem Dunklen, dem Bösen in uns umzugehen, finden wir eine dann auch selbst erkennende Erklärung für das momentane Geschehen und es kann sich auf der Erde etwas wirklich zum Positiven verändern.

Yin und Yang
Das Dunkle ist nicht das abartig Böse. Böse wird es, wenn es aus der Einheit von Yin und Yang austritt. Dann verselbständigt es sich und es kann u.a. entstehen, was wir heute z.B. als IS, den Islamischen Staat kennen. 
Wie konnte das geschehen?
Eben weil zu viele Menschen das Gute verselbständigt haben. Das waren nicht nur esoterische Lichtarbeiter, die alles gern in Licht und Liebe tauchen und das Licht verabsolutieren. Vereinzelt denken sie zwar an das Dunkle, aber wenn, dann existiert es natürlich nur außerhalb von ihnen.
Papst Franziskus wendet das Blatt!
Es waren und sind vor allem die beteiligt, die dauernd hehre Ideale predigten . . .
Wer weiterlesen möchte: hier

Samstag, 11. Oktober 2014

Auf dem wehenden Banner Phantasiens gesehen

Wenn ich selig bin
liege ich in den Armen
wie an der Mutterbrust
still und gestillt
wie damals
als ich selig war

- wenn es so war

Wenn ich selig bin
schweigt jede Sucht
jedes Suchen
keine Fata Morgana
kein falscher Genuss
kein eitles Geschwätz
Stille um mich
die Stille des Haines der Götter
versammelt um meine Wiege
deren Zeichen eine Harfe ist

Wenn ich selig bin
verstehe ich den Stall
damals in Bethlehem
ich verstehe das große Schweigen
zu Ehren der Ehrfurcht
die keine Furcht mehr ist
kein Selbstmitleid mehr
aus Furcht dass niemand da ist
der die Hand mir hält
wenn ich sterbe

Wenn ich selig bin
höre ich die Steine atmen
ich höre sie flüstern
Ich höre das Rauschen der Bäume
die glücklich sind 
über den Wind in ihren Armen
Hörst Du frage ich mich
die Ebbe der Welt
das Kommen der Flut

Wenn ich selig bin
trinke ich Nektar
auf der Hochzeit
von Himmel und Erde
und Gaia hält wieder
Uranos in den Armen
der keine Angst mehr haben muss
vor der Sichel des Kronos
denn die Zeit ist erlöst

Meine Zeit 
selige Zeit




Donnerstag, 9. Oktober 2014

Perhaps Love is like the mountains, full of conflict, full of change

Das Lied selbst ist ja von dem unvergessenen John Denver und die schönste Version finde ich, wenn Lene Siel es zusammen mit ihm singt. Aber leider ist das Video in Deutschland nicht mehr zugänglich. Dennoch, auch hier ist es voller Ausdruck gesungen . . .

.

Perhaps love is like a resting place,
a shelter from the storm.
It exists, to give you comfort,
it is there, to keep you warm.
And in those times of trouble,
when you are most alone:
The memory of love will bring you home.

Perhaps love is like a window,
perhaps an open door.
It invites you to come closer,
it wants to show you more.
And even if you lose yourself
and don't know what to do:
The memory of love will see you through.

Love to some is like a cloud,
to some as strong as steel.
For some a way of living,
for some a way to feel.
And some say, love is holding on,
and some say, letting go.
And some say, love is everything,
and some say, they don't know.

Perhaps love is like the mountains,
full of conflict, full of change.
Like a fire, when it's cold outside,
with thunder, when it rains.
If I should live forever,
and all my dreams come true:
My memories of love will be of you
.

Some say, love is holding on,
and some say, letting go.
Some say, love is everything,
and some say, they don't know.

Perhaps love is like the ocean,
full of conflict, full of pain.
Like a fire, when it's cold outside,
with thunder, when it rains.
If I should live forever,
and all my dreams come true:
My memories of love will be of you.

Montag, 6. Oktober 2014

Sie begleitet unseren Weg in den Welten der Vergänglichkeit: die gütige Göttin Tara

Die gütige Göttin Tara, die den Menschen auf seinem Weg durch die Welten bemitleidet und ihm hilft, ist aus der Trauer und den Tränen des Buddha Amitabha über die Zustände unter den Lebewesen in den Welten der Vergänglichkeit entstanden.
nach Sergius Golowin et al., Die großen Mythen der Menschheit


Montag, 29. September 2014

Kore, Heilige Jungfrau der Griechen, Herz der Welt und Seele der Erde.

Über Kali Ma, Urgrund und Mutter der Welt, wie sie in dem Gebet einer tantrischen Schrift bezeichnet wird, bin ich auf die griechische Göttin Kore gestoßen und ihr Bild hat mich fasziniert - vielleicht, weil sie so ganz anders wirkt als die hinduistische Göttin, deren Bild in der westlichen Welt geprägt ist durch ihr zerstörerisches Wesen, ihr alles Leben verschlingendes Sein. Sie steht für die schreckliche, dunkle Mutter, in die Männer gern archetypische Urängste projizieren. Doch wird überliefert, dass Poeten viel mehr innige Rufe des Herzens vernommen haben, wenn sie die Gottheit nicht als Vater, sondern als Mutter verstanden. 
Die Dichter der Kali Ma näherten sich, so lesen wir in Das geheime Wissen der Frauen, einem hervorrragenden und viele wenig bekannte Quellen ausschöpfenden Lexikon, der Göttin in Liebe und es heißt:


Nur im Fühlen ist sie zu erkennen. 
Wie also könnte Mangel an Gefühlen Sie finden?

In wenigen Worten wird hier das Dilemma westlich-männlichen Denkens aufgezeigt, für das unvorstellbar ist, dass Erkennen im Fühlen gründet. Vielleicht bleibt deshalb so vielen Männern der Zugang zu Kali Ma - manche der älteren Namen Kalis finden sich übrigens sogar in der Bibel wieder - versperrt; vielleicht ist darin der Grund zu sehen, dass vor allem ihr zerstörerischer Aspekt, der darauf basiert, dass mütterliches Sein immer auch den Tod, der zum Leben gehört, mit einschließt, so dominieren muss. Nur über das Fühlen nämlich schließt sich in Wirklichkeit auf, dass auch Tod in Liebe gebettet ist. Dieser Zugang aber bleibt westlich geprägtem Erkennen meist verwehrt. 
Dabei heißt es über Kali Ma:" Ohne Tod sind diejenigen, die an der Brust der Mutter des Universums lagen." Schatzhaus des Mitleids wurde sie genannt, Lebensspenderin der Welt. Zugleich aber war sie auch Kundalini, die weibliche Schlange, und glich damit der archaischen Schlangenmutter, der ägyptischen Weltschöpferin. 
Solche Zusammenhänge nun überfordern in aller Regel Theologen und Denker christlicher Provenienz, deren Gottesvorstellung geschichtslos aseptisch ist, keimfrei und nicht wirklich. Auch darin liegen Gründe, warum das Christentum sich heute so schwer tut. Die Welt zerfällt nicht in Heiden und Christen. Bewusstsein fließt durch alle Zeiten.

Zurück zu Kore:
Die ebenmäßigen ausdrucksstarken Züge, die so viel Selbstachtung ausstrahlen, haben mich sogleich fasziniert.




In Das geheime Wissen der Frauen ist zu lesen:
Die Heiligtümer bei Karnak in Ägypten sowie die bei Carnac in der Bretagne waren gigantische Tempel und Bestattungskomplexe, die vor über 5000 Jahren der Göttin Kar oder Kore geweiht waren. In Frankreich gab es vergleichbare Heiligtümer an Orten mit ähnlich klingenden Namen: Kerlescan, Kercado, Kermaria (...)
Car oder Carna war den Römern bekannt als »eine Göttin aus den alten Zeiten«; die archaische Form, in der sie verehrt wurde, hing mit den Karneia-Festen in Sparta und dem klassisch römischen Karneval zusammen. Mitunter tauchte auch die Gottheit Carmenta auf, d.h. »Geist von Car«; ihr wurde die Erfindung des römischen Alphabets zugeschrieben. Ein sehr alter Tempel auf dem Caelius war dieser Göttin geweiht. Eine spätere Abwandlung ihres Namens war Ceres, das Ursprungswort für Wörter wie Korn, Kern, Zerealien, Kardia usw.
Faszinierend, die Bedeutung des Ewig-Weiblichen, wie es sich hier weltweit zeigt; der große Weise aus Weimar wusste schon, warum er es am Ende seines Faust II so eindeutig hervorhebt.
Goethe, der in einem protestantischen Elternhaus aufgewachsen und streng lutherisch erzogen worden war, lässt dennoch sein über fast 60 Jahre hin verfasstes Werk katholisch-marianisch enden: Mit der Mater Gloriosa taucht ganz am Ende Maria auf und zuvor schon ein Doktor Marianus.

Die Gottesmutter wendet sich an das ebenfalls anwesende Gretchen, um der Seele des verstorbenen Faust zu helfen:
Komm! hebe Dich zu höhern Sphären!
Wenn er Dich ahnet, folgt er nach. 
Maria weiß sehr genau, wie Männer zu beeinflussen sind und so kann der Chorus Mysticus singen:
Das Unbeschreibliche,
Hier ist´s getan.
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan.
Das gilt für Jahrtausende, die wir überschauen!

Nicht von ungefähr wird das griechische kardia und das lateinische cor - beide bedeuten in ihrer Sprache Herz - von den Namen der vorchristlichen Göttinnen abgeleitet.

Kali Ma, Kore, Maria:  vielleicht EIN Strom kosmisch-weiblicher Energie.

Montag, 22. September 2014

Vom Wilden Mann, dem Herrn der Tiere, dem Gott der Tiefe, der Wunden und des Opfers

Zu Beginn des Brüder-Grimm-Märchens Eisenhans finden wir den Wilden Mann in einem Tümpel.
Vermutlich haben ihn die Menschen da untergebracht, denn seiner würdig ist dieser Ort nicht.

Als tanzender Herr aller Geschöpfe finden wir ihn an den Wänden der Dordogne-Höhlen, die vermutlich ungefähr 12 ooo v. Christus entstanden.
Robert Bly schreibt bezeichnenderweise:
In unserer industriell geprägten Gesellschaft ignorieren wir die Große Mutter, und wir ignorieren auch den Gebieter der Tiere. Wir gehören zu den ersten Menschen in der Geschichte, die versucht haben zu leben, ohne ihn und seine Tiefe zu ehren, seine Verletztheit und sein Wissen um ein angemessenes Opfer. Das hat dazu geführt, dass unsere Opfer unbewusst, regressiv, sinnlos, undifferenziert, selbstzerstörerisch und sehr groß geworden sind.
Um 1515 hat der deutsche Maler Schweiger ein eindrucksvolles Bild von Maria Magdalena als Wilder Frau gemalt. Vielleicht wusste Jesus sie als solche zu schätzen - wer weiß.

Ich glaube, es ist nicht in seinem Sinn, dass sich das Christentum so sexualitätsfeindlch und asketisch aufführte. Kein Wunder schlägt heute die Sexualität völlig degenerierte Kapriolen.
Augustinus sagte, ein Mann schäme sich von Natur aus seiner körperlichen Begierden und Männer der ersten nachchristlichen Jahrhunderte flehten, so berichtet Justinus, Chirurgen an, sie zu kastrieren.
Dahinter stand die Ansicht, Sexualität verhindere geistiges Wachstum.

Ohne dass ein Mann in sich den Wilden Mann befreit - und um das zu können muss er den Schlüssel zum Käfig des Wilden Mannes unter dem Kopfkissen der Mutter entwenden (!) -, bleibt er ein Leben lang Handlanger seiner Mutter, ein großer Bub, der nicht wirklich eine erwachsene Frau finden kann, denn die duldet Gott sei Dank keine Mutter neben sich. Dafür findet der große Bub vielleicht eine Frau, die ihren Vater mitbringt.
Im Inneren dieser Menschen ist der Weg zum Großen Vater und zur Großen Mutter damit aber gewiss verbaut.

Die langjährige Jung-Mitarbeitern Marie-Louise von Franz stellte fest, dass ihr in den letzten Jahrzehnten in Träumen von Männern und Frauen eine Figur aufgefallen sei, die sprirituell sei, aber auch von Haaren bedeckt (übrigens: Maria Magdalena oben war das auch!), eine Art behaarter Christus. Sie war der Auffassung, dass die Seele heute nach einer neuen Figur verlange, einer religiösen, aber doch auch haarigen Figur, die in Verbindung stehe mit Gott und der Sexualität, mit dem Geist und mit der Erde.

Das impliziert eine haarige Forderung, zu haarig für die aseptischen Menschen heute, die doch den Körper von allen Haaren befreien - gewiss kein Zufall.