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Samstag, 29. April 2017

Kennst Du Anaxagoras? - Es wird Zeit, die Mär zu beenden, dass der Mensch vom Affen abstamme!

Aus der erhellenden Sicht des Anaxagoras und der Schöpfungsgeschichte ergibt sich, wie der Mensch mit Tieren, vor allem denen höherer Ordnung – sie stammen aus der Entwicklungslinie des Menschen (!) – umgehen sollte, denn im Tier tötet er auch immer einen Teil von sich.
Himmelswiese
Namen sind auch für Sternenkinder von Bedeutung.
 
Dieses Wissen tritt in den Kindern unserer Zeit immer mehr zutage. Viele lehnen es intuitiv ab, Fleisch zu essen. Dennoch ist, selbiges zu sich zu nehmen, meines Erachtens kein moralisches oder ethisch minderwertiges Verhalten. – Dazu später mehr. Zunächst einmal zum ersten und bekannten Atheisten: Anaxagoras.


Wer weiterlesen möchte: hier.


Donnerstag, 27. April 2017

Elsa fehlt. - Bad Kissinger Tragödien und Rilkes "Der Schwan".

Oft, wenn ich an der Saale Richtung Hausen laufe, begegne ich der Schwanenfrau. Sie ist vielleicht 60 Jahre und hat eine ganz starke Skoliose, sie kann kaum mehr aufrecht stehen. Aber jeden Tag ist sie am Fluss und füttert vor allem Lohengrin und Elsa. 
Sich mit ihr über Schwäne zu unterhalten, hat einen Haken: Man darf nicht den Anschein erwecken, über Schwäne etwas besser wissen zu wollen als sie. Da widerspricht sie sofort und lässt einen nicht mehr zu Wort kommen. Eine Zeitlang hat mich das echt genervt. Mittlerweile aber mag ich sie so sehr, dass sie reden kann, solange sie will (ändern kann ich es sowieso nicht).
 

Nun fehlt Elsa. Seit Ostern ist sie nicht mehr da. Dabei saß sie schon auf den Eiern im Nest, das wie jedes Jahr mitten in der Saale auf einer Insel gebaut war und letztes Jahr sogar dem Hochwasser getrotzt hatte.

Elsa fehlt, das ist eine Tragödie. Wo doch vor allem ihr Lohengrin sie braucht. Denn auch um Lohengrin gab es schon eine Tragödie.
 

Es war im letzten Jahr, da war die Schwanenfrau auf einmal ganz aufgeregt: Lohengrins Auge war entzündet. Erst war gar nicht klar, ob es überhaupt noch da war. Dann aber sah man es deutlicher: es war noch da, aber rot und vereitert. Eine Meldung besagte, der Sohn der beiden habe versucht, ihn, den Vater, zu vertreiben. Dabei sei wohl das Auge verletzt worden.

Lohengrin ging es Tag für Tag schlechter. Man sah es ihm an. Man sah es der Schwanenfrau an und all denen, die Tag für Tag sich mit ihr trafen.

Und dann war noch so ein arroganter Tierarzt mit seinem Hund dagewesen, der auch nicht die geringste Bereitschaft zeigte, Lohengrin zu helfen. Nicht einmal seinen Hund hatte er zurückgehalten, Lohengrin zuliebe.

Schließlich haben Arbeiter der Stadt, die man verständigt hatte, Lohengrin geschnappt und zu einem menschlichen Tierarzt gebracht. Der musste zwar Lohengrins Auge entfernen, aber nach einiger Zeit, in der niemand so recht wusste, was aus dem Schwan wird, ob er sich wieder erholt und wie er mit dem Verlust klarkommt - schließlich sah er nicht, wenn jemand von der Seite, auf der das Auge fehlte, sich näherte -, erholte sich Lohengrin wieder und auch Elsa, die sich zurückgezogen hatte, weil Lohengrin wohl nur noch mit sich beschäftigt war und erbärmlich abmagerte und unter seinem Auge litt, war wieder bei ihm.

Was war das für eine Freude am Saale-Ufer.

Und nun fehlt Elsa. Sie war es doch, die immer um Lohengrin war und den frechen Sohn, der erneut auftauchte, vertrieben hatte.

Die Schwanenfrau ist traurig und rätselt, was passiert sein könnte. Aber irgendwie hat jeder das Gefühl: Elsa kommt nicht wieder. Nur: freiwillig ist sie bestimmt nicht gegangen. Irgendwas muss passiert sein.

Daran musste ich denken, als ich über eines meiner Lieblingsgedichte schrieb

Es ist schon wahr, Leben kann so müheselig sein und hat so viel mit Sterben zu tun, aber das ist nicht alles. Rilke wusste darum, als er, beeinflusst von dem französischen Bildhauer Rhodin, dem er eine Zeitlang die Buchhaltung führte, bis sich beide Männer entzweiten, das, was ihm begegnete, auf neuere, tiefere Weise sah und jenes Gedicht schrieb, das ich so mag:

Der Schwan

Diese Mühsal, durch noch Ungetanes
schwer und wie gebunden hinzugehn,
gleicht dem ungeschaffnen Gang des Schwanes.

Und das Sterben, dieses Nichtmehrfassen
jenes Grunds, auf dem wir täglich stehn,
seinem ängstlichen Sich-Niederlassen - :

in die Wasser, die ihn sanft empfangen
und die sich, wie glücklich und vergangen,
unter ihm zurückziehen, Flut um Flut;

während er unendlich still und sicher
immer mündiger und königlicher

und gelassener zu ziehn geruht.
1905/06, Meudon

Wer Gedanken und Anmerkungen zu dem Gedicht lesen möchte: hier




Samstag, 22. April 2017

Typisch Merkelsches Zögern! Und die Umweltministerin ist mal wieder zu schwach, sich durchzusetzen!

Jeden Tag sterben 63 Menschen in Europa an von Kohle verursachten Luftverschmutzungen. Tausende erkranken an Asthma oder anderen chronischen Lungenkrankheiten. 
Wir fordern Barbara Hendricks auf, standhaft zu bleiben und endlich etwas gegen die giftige Luftverschmutzung zu unternehmen! Wir wollen nicht zulassen, dass Deutschlands Zögern die EU-weiten Regelungen in Gefahr bringt und wir fordern auch alle anderen EU-Minister auf, für strikte Grenzwerte zu stimmen. Wir müssen jetzt handeln, bevor es zu spät ist.

Bitte unterzeichnet!

Samstag, 15. April 2017

Sonne oder Halbmond? - Ostern und das Weib der Apokalypse!


Die Geschichte des Christentums ist auch die Geschichte – eigentlich müsste man sagen: primär die Geschichte – einer Entfremdung von dessen ursprünglicher Wahrheit und auf diesem Hintergrund ist die Tatsache, dass so viele der christlichen Religiosität Lebewohl sagen, in Wahrheit eine absolut nachvollziehbare Konsequenz (wenn ich auch glaube, dass, sich vom Niedergang des Religiösen durch Menschenhand blenden zu lassen, letztendlich zur Folge hat, zum eigenen Nachteil das Kind mit dem Bade auszuschütten, mithin sich selbst).

Ganzer Artikel: hier

Donnerstag, 13. April 2017

Rheinmetall will für Erdogan eine Panzerfabrik bauen - das ist leider kein Witz!

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall will eine Panzerfabrik in der Türkei bauen. Der Konzern will Erdogans Armee aufrüsten und von der Türkei aus Panzer in die Krisengebiete des Nahen Ostens liefern.
Dabei beklagt u.a. der UN-Hochkommissar für Menschenrechte „exzessive Gewalt“ des türkischen Militärs in den kurdischen Gebieten der Südost-Türkei. Über 30 Städte hat die Armee schon angegriffen – und dabei mindestens 350.000 Menschen vertrieben.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages kann den Panzer-Deal noch stoppen.

Bitte Petition unterzeichnen:

https://www.campact.de/panzerfabrik/

PS: In 12 Stunden 50 000 Unterschriften. Jetzt, 22 Uhr bei 116-Tausend freu!

Mittwoch, 5. April 2017

"Das macht man nicht!" - Religion und Moral, Ägyptische Totenbücher und ein Krakenversteher namens Richard David Precht.

Anlässlich der Lektüre von Tiere denken mag manchem bewusst werden, wie notwendig die Urkunden der Menschheit sind, seien es die Ägyptischen Totenbücher, der Hymnus Echnatons oder die Zehn Gebote, und wie sehr die Degeneration der Werte in unserem Alltag mit einem Niedergang der Kultur des Religiösen zusammenhängt, einer Ebene, zu der Richard David Precht keinen Zugang hat. Für seine Haltung macht er sich und die Menschheit lieber zum Affen.
 

Natürlich stellt sich die Frage, warum es Precht solch ein Herzensanliegen ist, dass, wie er schreibt, der Mensch, „ein besonderes Tier unter vielen auf andere Weise besonderen Tieren“ ist. Immerhin lässt Precht den Menschen sogar das „optimalste aller Tiere“ sein, ein „Allesfresser mit einer großen Nahrungsbandbreite“, wobei „Nüchtern betrachtet (..) sich aber sowohl ´Tier´ als auch ´Mensch´ nicht eindeutig definieren“ lassen und zudem die Molekulargenetik zeige, dass Menschen biologisch Schimpansen seien . . .
 

wer weiterlesen möchte: hier auf Methusalem


PS: Bitte beteiligt Euch an ÄRZTE GEGEN TIERVERSUCHE
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 Link: DAshttps://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2017/_01/_09
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Mittwoch, 22. März 2017

Und im Innern weint ein Quell! – Schicksalhaft verloren durch die Liebe. Rainer Maria Rilkes Gedicht "Eros".


Selten hat mich eine Gedichtzeile sofort so angesprochen wie die letzte aus Rainer Maria Rilkes im Februar 1924 verfasstes Gedicht Eros, gestaltet in durchgehend reinen Kreuzreimen und fünfhebigem Trochäus, der keine Wahl lässt:


Masken! Masken! Dass man Eros blende.
Wer erträgt sein strahlendes Gesicht,
wenn er wie die Sommersonnenwende
frühlingliches Vorspiel unterbricht.

Wie es unversehens im Geplauder
anders wird und ernsthaft...Etwas schrie...
Und er wirft den namenlosen Schauder
wie ein Tempelinnres über sie.

Oh verloren, plötzlich, oh verloren!
Göttliche umarmen schnell.
Leben wand sich, Schicksal ward geboren.
Und im Innern weint ein Quell.


Es ist, als ob da einer stünde, der, selbst aus Erfahrung wissend, Zeuge wird, wie Eros wieder einmal zwei Liebenden zum Schicksal wird, die beide anonym bleiben, weil es nicht um eine konkrete Beziehung zweier Liebender geht, sondern um ein Geschehen, wie es immer und immer wieder zum Ereignis wird.

Wie dringlich! Fast wie ein Hilferuf: Masken! Masken!

Nicht einmal Zeit für einen Hauptsatz. Ein Nebensatz, nur die Absicht vermittelnd: Dass man Eros blende!

Zu spät! - Der Dichter weiß: Dieses strahlende Gesicht eines Gottes, sein Eingreifen, der Macht der Sommersonnenwende gleich, die ein magischer Moment im Jahresablauf ist, Menschen schon immer fasziniert hat und sie diesen Moment feiern, die Johannisfeuer lodern ließ, lässt Geplauder unversehens anders und ernsthaft werden.

Masken hätten vielleicht vor den Blicken von Eros schützen können. 

Nun schreit etwas von ferne. 
Ist es das Schicksal, just in diesem Moment geboren, wo Eros den namenlosen Schauder über die Liebenden wirft?

Vor dem Tempel, da ist frühlingliches Vorspiel. 

Doch wenn Eros wirkt, dann befindet man sich in einem Inneren, das einen Raum entfaltet, dem man nicht mehr entweicht.
Tempelinnres hat Unausweichliches.

Oh verloren - und noch einmal betont: oh verloren!

Was fehlt, ist das Objekt. Wen oder was hat man verloren?
Was grammatikalisch fehlt, fehlt auch existentiell.

Vielleicht aber fehlt gar nicht einmal etwas Bestimmtes, sondern der, der so dringlich nach Masken rief, empfindet den Zustand als ein einziges großes Verloren-Sein.

Die letzten beiden Verse: schon im Präteritum.

Erinnern wir uns an das Präsens des Beginns. Präsenter kann ein Augenblick kaum sein: ausgesetzt dem strahlenden Gesicht von Eros.

Plötzlich aber gilt: verloren.

War da ein Moment der Entscheidung?

Eher nicht, denn: Göttliche - Eros ist einer von ihnen - umarmen schnell!

Im Inneren: eine Quelle.

Auf einmal ist sie da, ganz am Schluss und doch so im Zentrum.

Mit einem schlichten Und angeschlossen. 

Zugleich ist diese letzte Zeile als einziger Vers vierhebig. 
Fast wie ein Ausrufezeichen.
 

Weil ihr Sein, das Sein der Quelle, so wichtig ist?
Weil sie das Wesen der Liebe ist?

Vielleicht sind ihre Tränen heilsam.