Sonntag, 29. Mai 2016

Wie eine Frau zwölf Möchtegern-Heilige düpiert!

Vielleicht ist das etwas zu provokativ formuliert und vielleicht sollte man mehr Verständnis für die Jünger Jesu haben, die angesichts der Tatsache, dass da eine Frau kostbares Salböl auf das Haupt von Jesus ausgießt, protestieren und dafür plädieren, doch eher das Öl zu verkaufen und das Geld den Armen zu geben - nachzulesen in Matthäus 26.

Wer weiß, vielleicht aber haben sie auch klammheimlich gespürt, dass es jedenfalls nicht sie waren, die auf die Idee gekommen waren, ihrem Meister solch eine Ehrung zuteil werden lassen.

Jesus jedenfalls hebt heraus, wie intuitiv diese Frau war, wie intuitiv handelnd und vorausschauend, vorausschauend wissend, wenn er sagt:


Dass sie das Öl auf meinen Leib gegossen hat, das hat sie für mein Begräbnis getan.

Offensichtlich wusste die Frau, wenn auch vielleicht unbewusst, sehr genau, was sie tat. Die Jünger aber zeigten mit ihrem Hinweis zu den Armen, wie wenig ihnen von solch vorausschauenden Wissen zuteil war, obwohl sie doch über Wochen, ja Monate mit ihrem Meister zusammen gewesen waren.

Ja, fast kommt einem ihre Empfehlung, das Geld doch lieber den Armen zu geben, etwas bigott vor.

Vielleicht wollten sie gar nur ablenken von der Tatsache, wie weit entfernt sie von solchem Verhalten waren.

Jesus aber stellt diese Frau auf eine Weise heraus, wie es mehr kaum geht:


Wahrlich, ich sage euch: Wo dies Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.

Wenn man bedenkt, dass es eine Frau, nämlich Maria aus Magdala sein wird, die zu Jesu Grab laufen wird, während obige Jünger angstvoll vor den Römern in Jerusalem sitzen werden - und dass, obwohl ihnen doch Jesus seine Auferstehung angekündigt hatte; wenn man bedenkt, dass Jesus als Erstes einer Frau - eben jener Maria Magdalena - sich als der Auferstandene zeigen wird, dann dürfte ziemlich klar sein, dass das Neue Testament dem Männlichen keine Priorität gegenüber dem Weiblichen einräumt - im Gegenteil zeigt es höchsten Respekt Frauen gegenüber, dieser oben erwähnten Frau, die Jesus salbt, und Maria aus Magdala, der höchste Ehre zuteil wurde - und das nicht unberechtigt, angesichts ihres Mutes und ihres großen Herzens, das sie zum Grab ihres toten Geliebten zog!


Montag, 23. Mai 2016

Die Liebe ist des Menschen Licht und seine Finsternis, deren Ende er nicht absieht.

C.G. Jung über die Liebe gegen Ende seiner Autobiographie Erinnerungen, Träume, Gedanken:

Meine ärztliche Erfahrung sowohl wie mein eigenes Leben haben mir unaufhörlich die Frage der Liebe vorgelegt, und ich vermochte es nie, eine gültige Antwort darauf zu geben (...) Es geht hier um Größtes und Kleinstes, Fernstes und Nahestes, Höchstes und Tiefstes, und nie kann das eine ohne das andere gesagt werden. Keine Sprache ist dieser Paradoxie gewachsen. Was immer man sagen kann, kein Wort drückt das Ganze aus. Von Teilaspekten zu sprechen, ist immer zuviel oder zuwenig, wo doch nur das Ganze sinngemäß ist. Die Liebe »trägt alles« und »duldet alles« ❴I.Cor. XIII,7❵. Dieser Wortlaut sagt alles. Man könnte ihm nichts beifügen. Wir sind nämlich im tiefsten Verstande die Opfer oder die Mittel und Instrumente der kosmogenen »Liebe«. Ich setze dieses Wort in Anführungszeichen, um anzudeuten, daß ich damit nicht bloß ein Begehren, Vorziehen, Begünstigen, Wünschen oder ähnliches meine, sondern ein dem Einzelwesen überlegenes Ganzes, Einiges und Ungeteiltes. Der Mensch als Teil begreift das Ganze nicht. Er ist ihm unterlegen. Er mag Ja sagen oder sich empören; immer aber ist er darin befangen und eingeschlossen. Immer hängt er davon ab und ist davon begründet. Die Liebe ist sein Licht und seine Finsternis, deren Ende er nicht absieht. »Die Liebe höret nimmer auf«, auch wenn er  mit »Engelszungen« redete oder mit wissenschaftlicher Akribie das Leben der Zelle bis zum untersten Grunde verfolgte. Er kann die Liebe mit allen Namen belegen, die ihm zu Gebote stehen, er wird sich nur in endlosen Selbsttäuschungen ergehen. Wenn er ein Gran Weisheit besitzt, so wird er die Waffen strecken und ignotum per ignotius* benennen, nämlich mit dem Gottesnamen. Das ist ein Eingeständnis seiner Unterlegenheit, Unvollständigkeit und Abhängigkeit, zugleich aber auch ein Zeugnis für die Freiheit seiner Wahl zwischen Wahrheit und Irrtum.

* ignotum per ignotius bedeutet: das eine wie das andere ist uns unbekannt (ignotus) - will meinen: Demütig nur können wir uns zu der Wahrheit unseres letztendlichen Nicht-Wissens bekennen.

** mehr von C.G. Jung: Polarität, Trintität, Quaterntät: Wer zu heilig sein will, verkennt vielleicht, dass Böses auch sein Gutes haben könnte.

Dienstag, 17. Mai 2016

Gerade noch höchster Geistesadel, wenig später Satan! - Wie nah doch Himmel und Hölle in unseren Seelen beieinander sind!

Klar, zwei Seelen wohnen, ach, in unserer Brust! – Faust hat es gewusst und leider dennoch nicht gecheckt, dass jener Mephistopheles, dem er im Außen begegnet, Teil seiner Seele ist. Sonst hätte er sich vielleicht nicht auf der Walpurgisnacht mit jungen geilen Hexen herumgetrieben, während seine Margarete sich in höchster seelischer Not befand, nicht wissend, wie sie mit dem Kind in ihrem Leib, das sie ihrer Liebe zu eben diesem Faust verdankte, umgehen solle. Jener ließ sie mutterseelenallein. Schließlich tötete sie es.
Als jener Doktor endlich mittels einer Vision mitten im walpurgisnächtlichen Treiben wahrnahm, dass sich Gretchen buchstäblich in der Hölle befand, ließ er sich zwar durch Mephistopheles zu ihr in ihren Kerker bringen - aber es war viel zu spät!
Gretchen mag in jener Kerkerszene, die Faust I abschließt, gespürt haben, wie kalt ein Herz ist, das im Griff des Mephistopheles ist. Worte hin oder her.

Petrus hatte höchste Erkenntnis, und die wohl nicht nur im Kopf (wie es wohl bei Faust gewesen sein mag), sondern wohl auch im Herzen:

Als Jesus seine Jünger fragte, ob sie wüssten, wer er sei, vermuteten jene zunächst, er sei der wiedergeborene Elia oder der wiedergeborene Jeremia oder ein anderer der alttestamentarischen Propheten. Jesus stutzte sie übrigens nicht zurecht nach dem Motto: Was soll der Quatsch mit der Reinkarnation. Nein, die Stelle weist darauf hin, dass der Gedanke an sich für Jesus durchaus denkbar ist, eine der Belege für mich, warum dem christlichen Glauben Reinkarnation durchaus inhärent ist (die katholische Kirche hat bekanntlich jene, die an Seelenwanderung und damit auch an Reinkarnation fürderhin glauben, auf dem Konzil zu Konstantinopel 553 verflucht - seitdem glauben brav ganz viele Leute, vor allem Katholiken, aber auch Protestanten an ein einziges Leben).

Aber Jesus möchte mit seiner Frage, wer er sei, seinen Jüngern etwas ganz anderes so richtig bewusst werden lassen und er vermag es über die Worte, die Petrus ausspricht:
Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.
Jesu folgende Worte sind für Petrus wie ein seelisch-geistger Ritterschlag; sein Meister sagt nämlich:
Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein. (Matth. 16,18f)
Mehr geht kaum: Petrus wird die Schlüssel des Königreiches der Himmel erhalten, wie es wörtlich heißt und er wird in einem Ausmaß ermächtigt, wie es kaum mehr sein kann.

Anmerken möchte ich an dieser Stelle, dass ich so sehr bedaure, dass Luther des Öfteren von nur einem Himmel gesprochen und ihn trotz anderer sprachlicher Gestaltung des Originals im Singular erwähnt hat, obwohl auch an dieser Stellen von dem Königreich der Himmel im Original die Rede ist. Für das Bewusstsein der Menschen wäre es so wichtig zu wissen, dass es in Wirklichkeit heißt:
Vater unser, der Du bist in den Himmeln . . .
So steht es nämlich im Matthäus-Evangelium.
Und auch an der oben zitierten Stelle ist von mehreren Himmeln die Rede.
Schade. Jesus wollte das Wissen um mehrere Himmel weitergeben. Vielleicht musste Luther hier den Satan geben.

Zurück zu Petrus: Nur wenige Tage später wird es gewesen sein, da brandmarkt Jesus jenen als Satan.
Für Petrus mag das ein Absturz wie für Luzifer gewesen sein.
Eben noch in höchster Höhe, von Gott ausersehen, sein Wort weiterzugeben - welche Ehre, welches Vertrauen!
Und dann tiefster Fall. Bis auf Satansebene.

Wie war es dazu gekommen?
Jesus hatte davon gesprochen, dass er nach Jerusalem gehen werde und viel werde leiden müssen, letztendlich natürlich, um seine Mission zu erfüllen.
Worauf Petrus nichts anderes einfiel, als Jesus ziemlich schroff in die Parade zu fahren, indem er ihn beiseite nahm und anfuhr:
Gott bewahre dich, Herr! Das widerfahre dir nur nicht!
Man könnte Petrus zugute halten, er habe es doch nur gut gemeint; in Wirklichkeit hat er schlicht und ergreifend das aus christlicher Sicht größte und wichtigste Menschheitsereignis torpediert.
Wenn auch nur mit Worten.
Die Reaktion Jesu geschieht unmittelbar und eindeutig. Er wendet sich von Petrus ab, sagend:
Geh weg von mir, Satan!
Brutal. 
So kommt es bei uns, bei mir jedenfalls an.
In Wirklichkeit als Antwort notwendig, um die Energie, die Petrus wachgerufen hatte, zu eliminieren!
Es hat nicht den Falschen getroffen, schließlich sollte Petrus Jesus auch in der Nacht von dessen Tod verleugnen, um sein eigenes Leben zu retten, wobei noch dazu das Ohr eines römischen Soldaten dran glauben musste, das er jenem abschlug, weil dieser die Wahrheit zu ermitteln versucht hatte, dass Petrus doch zu der Schar des eben gekreuzigten vermeintlichen Schwerverbrechers gehöre.

Kaum zu glauben, wie in einer Seele in unmittelbarer zeitlicher Nähe höchste Höhe und tiefste Tiefe, Himmel und Hölle beieinanderliegen. Ein Wimpernschlag, gemessen an dem, was wir Zeit nennen (und allein unsere Erde ist ja über 4 Milliarden Jahre alt).

Mich tröstet das heute sehr.
Dass das auch Petrus widerfuhr.
Offensichtlich kann man - seit Luzifer wissen wir das - wie ein Blitz vom Himmel fahren.
Aber für immer in den Himmel zurück gibt es keine Blitzreise.
Sondern immer wieder Himmel und Hölle.
Nah beieinander.

Samstag, 7. Mai 2016

"Ich sehne oft nach einer Mutter mich!" - Gedanken zu unseren Muttertagen.

Wie sehr ein Mutterbild zerrissen sein kann, zeigen obige Worte auf dem Hintergrund jener, die einer unserer größten Dichter in Bezug auf seine Mutter, die diese Worte nach dem Tod ihres Sohnes gelesen haben wird, ebenfalls äußerte: "Sie liegt in einem hohen Herz-Verschlag / und Christus kommt und wäscht sie jeden Tag."

Rainer Maria Rilke hat in seinen Ersten Gedichten immer wieder manchmal fast zusammenhanglos wirkende Gedanken - oft sind es nur wenige Zeilen - in Reimen auf Papier geworfen, die einen dennoch nicht so schnell wieder freigeben, beispielsweise jene zwei folgenden knappen Strophen, die sich auf ein Gretchenschicksal zu beziehen scheinen, jener jungen Mutter also, die so schmählich von Faust im Stich gelassen worden war.
Wie zum Trost vermag der damals so junge Dichter, der immer wieder Zeit seines Lebens ein Seher war, dennoch in seinen Zeilen dem werdenden Muttersein ein Glück abzugewinnen, wissend, dass jedes im Mutterleib heranwachsende Kind - was kann uns auf Erden Wertvolleres widerfahren - sie, die Mutter, mit der Ewigkeit verbindet:

 
Und reden sie dir jetzt von Schande,
da Schmerz und Sorge dich durchirrt, -
oh, lächle Weib! Du stehst am Rande
des Wunders, das dich weihen wird.

Fühlst du in dir das neue Schwellen,
und Leib und Seele wird dir weit -
oh, bete, Weib! Das sind die Wellen
der Ewigkeit.

 
Diese Wellen der Ewigkeit haben auch Rilke Zeit seines Lebens berührt, vermittelt vielleicht auch durch die - wenn auch bigotte - Religiosität seiner Mutter, mittels deren er sicherlich dennoch viel Biblisch-Religiöses und für sein Leben und Schaffen Wertvolles lernte, die aber seine Seele vielleicht auch ausgesucht haben mag, sich von ihr abzugrenzen, um dann nur um so weiter ausgreifend nach dem Göttlichen in sich suchen zu können. Seine vielen Gedichte, die um Engel und Gott kreisen, bezeugen dies.

Rilkes Mutterbild war mehr als zerrissen. Sein 1915 verfasstes Gedicht bezeugt eine der beiden möglichen Seiten und tut noch beim Lesen weh:

Ach wehe, meine Mutter reißt mich ein.
Da hab ich Stein auf Stein zu mir gelegt,
und stand schon wie ein kleines Haus, um das sich groß der Tag bewegt,
sogar allein.
Nun kommt die Mutter, kommt und reißt mich ein.

Sie reißt mich ein, indem sie kommt und schaut.
Sie sieht es nicht, dass einer baut.
Sie geht mir mitten durch die Wand von Stein.
Ach wehe, meine Mutter reißt mich ein.

Die Vögel fliegen leichter um mich her.
Die fremden Hunde wissen: das ist der.
Nur einzig meine Mutter kennt es nicht,
mein langsam mehr gewordenes Gesicht.

Von ihr zu mir war nie ein warmer Wind.
Sie lebt nicht dorten, wo die Lüfte sind.
Sie liegt in einem hohen Herz-Verschlag
und Christus kommt und wäscht sie jeden Tag.

 
Sophie Rilke wird diese Sohnes-Worte vor ihrem Tod gelesen haben, denn sie überlebte ihn um fast fünf Jahre. Vielleicht mögen seine Verse heilsam für ihre Seele gewesen sein, die in ihrem Leben wohl nicht glücklich war, trennte sie sich doch nach kaum 11 Jahren Ehe von einem Mann, der ihren Ansprüchen nicht genügte, versah er doch nur eine bescheidene Beamtenstelle bei der Turnau-Kralup-Prager Eisenbahn, nachdem seine Versuche, mittels einer militärischen Laufbahn, im Rahmen deren er sogar für kurze Zeit Kommandant des Kastells von Brescia  gewesen war, gesellschaftlich zu arrivieren, gescheitert waren, weil er wegen eines Halsleidens seinen Abschied nehmen musste. 
Seine Frau, aufgewachsen in einer angesehenen Prager Kaufmannsfamilie - ihr Vater war gar Kaiserlicher Rat - trennte sich jedenfalls von ihm und zog nach Wien, um dem kaiserlichen Hofe nahe zu sein. Wer weiß, ob damit nicht auch zusammenhängt, dass ihr Sohn späterhin Kontakte zu den vornehmsten Adelsgeschlechtern Europas pflegte, gewiss nicht zu deren seelisch-geistigem Nachteil. 
Obwohl so oft von der Mutter enttäuscht, stand er allem Weiblichen - fast möchte man sagen - zu offen gegenüber, zumal auch seine Ehe scheiterte, er dennoch aber Zeit seines Lebens seiner Ehegattin verbunden blieb, vor allem aber jener Frau, die wie eine Sonne ihr Umfeld überstrahlte - zu dem auch Nietzsche gehörte: Lou Andreas-Salomé.
Mit der Bedeutung des Mütterlichen hat Rilke sich Zeit seines Lebens auseinandergesetzt, und es mag uns darauf verweisen, wie wichtig es ist zu erkennen, wie sehr auch in dem Mütterlichen sich zwei Seiten des Weiblichen spiegeln, die auch in unserer Seele enthalten sind.
Eine, die eher dunkle Seite, dokumentiert sich in einem Brief Rilkes, im April 1904 aus Rom an Lou geschrieben, in dem es heißt:

Meine Mutter kam nach Rom und ist noch hier. Ich sehe sie nur selten, aber - Du weißt es - jede Begegnung mit ihr ist eine Art Rückfall (...) Wenn ich diese verlorene, unwirkliche, mit nichts zusammenhängende Frau, die nicht alt werden kann, sehen muss, dann fühle ich, wie ich schon als Kind von ihr fortgestrebt habe, und fürchte tief in mir, dass ich, nach Jahren und Jahren Laufens und Gehens, immer noch nicht fern genug von ihr bin, dass ich innerlich irgendwo noch Bewegungen habe, die die andere Hälfte ihrer verkümmerten Gebärden sind, Stücke von Erinnerungen, die sie zerschlagen in sich herumträgt; dann graut mir vor ihrer zerstreuten Frömmigkeit, vor ihrem eigensinnigen Glauben, vor allem diesem Verzerrten und Entstellten, daran sie sich gehängt hat, selber leer wie ein Kleid, gespenstisch und schrecklich. Und dass ich doch ihr Kind bin (...)

Zuallermeist, auch bei aller Enttäuschung, trägt ein Kind die Liebe zu Vater und Mutter in sich, weil sie, ohne dass es das weiß, für eine archetypische, weit größere und uranfängliche steht; deshalb möchte sie doch gelebt und alle Tage möchten so gerne Vatertage und Muttertage sein. Man spürt es jenen Worten an, die Rilke seinen Malte in dessen Aufzeichnungen formulieren lässt - und ich denke, da wird auch Autobiographisches mitgeschwungen haben:

Maman kam nie in der Nacht -, oder doch, einmal kam sie. Ich hatte geschrien und geschrien, und Mademoiselle war gekommen und Sieversen, die Haushälterin, und Georg, der Kutscher; aber das hatte nichts genutzt. Und da hatten sie endlich den Wagen nach den Eltern geschickt, die auf einem großen Balle waren, ich glaube, beim Kronprinzen. Und auf einmal hörte ich ihn hereinfahren in den Hof, und ich wurde still, saß und sah nach der Tür. Und da rauschte es ein wenig in den anderen Zimmern, und Maman kam herein in der großen Hofrobe, die sie gar nicht in acht nahm, und lief beinah und ließ ihren weißen Pelz hinter sich fallen und nahm mich in die bloßen Arme. Und ich befühlte, erstaunt und entzückt wie nie, ihr Haar und ihr kleines gepflegtes Gesicht und die kalten Steine an ihren Ohren und die Seite am Rand ihrer Schultern, die nach Blumen dufteten. Und wir blieben so und weinten zärtlich und küßten uns, bis wir fühlten, daß der Vater da war und daß wir uns trennen mußten. (...) "Was für ein Unsinn uns zu rufen", sagte er ins Zimmer hinein, ohne mich anzusehen (...)

Ja gewiss, es gibt Kinder, die nie wirklich von ihren Eltern angeschaut worden sind. Aber die Sehnsucht ist dennoch da und unser Dichter hat es so formuliert:

 
Ich sehne oft nach einer Mutter mich,
nach einer stillen Frau mit weißen Scheiteln.
In ihrer Liebe blühte erst mein Ich;
sie könnte jenen wilden Hass vereiteln,
der eisig sich in meine Seele schlich.

Dann säßen wir wohl beieinander dicht,
ein Feuer surrte leise im Kamine.
Ich lauschte, was die liebe Lippe spricht,
und Frieden schwebte ob der Teeterrine
so wie ein Falter um das Lampenlicht.
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Donnerstag, 5. Mai 2016

Die unaufhaltsame Menschwerdung des Göttlichen und die Rolle des Islam

Der Islam ist eine heftige Gegenbewegung zu der Tatsache, dass Gott Mensch geworden ist, psychologisch formuliert, dass menschliche Entwicklung darauf angelegt ist, Unbewusstes in Bewusstsein zu verwandeln. Die christlichen Kirchen waren zu feigherzig, den Fehdehandschuh seitens des Islam aufzunehmen. Das geringere Übel ist, dass sie daran selbst zugrunde gehen könnten. Schlimm dagegen ist, wie orientierungslos die Menschheit geworden ist - eine Folge kirchlicher Indifferenz.

Die Gläubigen sind nicht mehr Klein-Dummchen!

Wären die Kirchen in eine notwendige echte Auseinandersetzung mit dem Islam gegangen, hätten sie ihr eigenes Profil schärfen können und wären wesentlich glaubwürdiger für den Menschen der Gegenwart gewesen, der sie fürderhin ernst genommen hätte. Vielleicht hätten die Kirchen dann selbst gemerkt, dass sie ihre Schäfchen nicht mehr - etwas überspitzt formuliert - wie Klein-Dummchen behandeln können. Der Mensch von heute bedarf einer anderen Ansprache als während der letzten Jahrhunderte.

Wer möchte: hier weiterlesen
.

Samstag, 30. April 2016

Schlüsselblumen auf der Burg, heiliger Raum an der Bildeiche, Bärlauch im Kaskadental: Frühling um Bad Kissingen!

Vor wenigen Tagen war ich auf der Burg und es ist faszinierend, wieviele Schlüsselblumen dort wachsen:


Aber auch im Wald ist es schön, und die Bildeiche hielt, als wir, meine Tochter - die Handyfotos sind von ihr - und ich, vorbeikamen, ihre besonders schöne Sphäre bereit:


Als jemand, der regelmäßig die Fränkische Saale sieht, ist man erstaunt, dass sie binnen kürzester Zeit Hochwasser führen kann, das ganz schnell zum Beispiel bei Hausen über den Fußgängerweg schwappt und Radfahrer und Wanderer zu einem Umweg zwingt, wie das noch Anfang April der Fall war. Jedes Mal bin ich erstaunt, wenn ich die Saalewasser sich sogar über die weiten Wiesenflächen hinter dem Flugplatz ausbreiten sehe.
Das kommt, weil die Saale, wenn es regnet, von vielen Bächen gefüttert wird, die zum Teil ganz ordentliche Wassermassen mit sich führen; einer davon ist der Ilgenbach, der dann das Kaskadental hinunterströmt. 
Erstaunlich ist, wenn es aufhört zu regnen, dass die Saale binnen zweier Tage ihr Wasser reduzieren kann, so dass man denkt: War da was? - Nur wer über die angrenzenden Wiesen geht, wird schnell merken, dass hier noch vor kurzem Wasser stand.
Wenn der Ilgenbach recht viel Wasser führt, ist das Kaskadental im Norden Bad Kissingens, das die Saale mit dem Tierpark und Restaurant Klaushof verbindet, in dem man wunderbar im Freien sitzen und Himbeerkuchen mit Sahne essen kann, gerade im Frühling ein Traum.
Vor 14 Tagen war ich schon mal da zum Sammeln von Bärlauch. Ich wusste nur vom Hörensagen, dass es ihn dort gibt. Als ich das Tal hinaufging, sah ich zwei Frauen mit ihren Kindern und ein altes Ehepaar an einer Stelle jenseits des Baches eifrig sammeln und wusste: Da muss er sein :-)

Bärlauch-Stelle
Ursprünglich ist das Kaskadental in seiner heute begehbaren Form künstlich angelegt worden, damit Kurgäste und betuchte Bürger Bad Kissingens sich hier verlustieren konnten; dazu beitragen sollten die künstlich angelegten Kaskaden, nach denen das Tal seinen Namen hat, und Skulpturen, von deren Verbleib man heute leider nichts mehr weiß. Sogar Kurkonzerte fanden hier statt.
Verewigen wollte sich auf diese Weise ein Fürstbischof namens Adam Friedrich von Seinsheim. Er ließ das Tal bereits 1767 auf diese Weise entstehen; in den Folgejahren verbesserten andere den Kaskadenbau und die Wasserführung. Leider fanden auch hier an jenem schrecklichen und für Bad Kissingen so blutigen 10. Juli 1866 im Rahmen des Deutschen Krieges Kriegshandlungen statt; so erlag ein preußischer Leutnant im Altenburger Haus am unteren Ende des Kaskadentals seinen Kriegsverletzungen; er ist auf einer Gedenktafel verewigt (schrecklich, diese über das ganze Kissinger Gebiet verteilten zahlreichen Erinnerungstafeln - eine zentrale würde für mich genügen; mitten im Wald und an seinen Rändern immer wieder mal an das Sterben so vieler Menschen an jenem Tag erinnert zu werden: Ich mag das ehrlich gesagt nicht, auch wenn ich die Geschichte respektiere).

Auch im Winter ist das Tal einen Ausflug wert; der teilweise gefrorene Wasserverlauf lässt das Tal einfach märchenhaft erscheinen.
Doch nun haben wir Gott sei Dank Frühling:


Kaskadental unweit der Marieneiche
eine der kleinen Kaskaden
ein Paradies für Nymphen, Sylphen, Zwerge . . .
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Samstag, 23. April 2016

Auseinandersetzung mit dem Islam: ja. Aber keine Ausgrenzung via Religion!

Ein Interview des Bamberger Bischofs Schick gibt Anlass, darauf hinzweisen, dass Kirchen  und Politiker endlich das Schwert führen müssen, von dem Jesus im Neuen Testament spricht, damit in unserer Gesellschaft wirklicher Frieden einziehen kann.

In vergangenen Posts habe ich mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass für mich aus spiritueller Sicht der Islam eine nicht lebensfähige, restaurative Geisteshaltung darstellt. Den Koran finde ich aus geistlicher Sicht ein erschreckend rückständiges Buch. Dessen ungeachtet ist diese Religion die geistliche Heimat vieler Menschen und vor Heimatgefühlen sollten wir höchsten Respekt haben.

Auseinandersetzung allerdings tut Not - Jesus spricht in der Bibel davon, dass er nicht gekommen ist, Frieden zu bringen, sondern das Schwert -, weil der Islam das Christentum, das für mich eine Entwicklungsstufe auf dem Weg der Menschheit und des Menschen darstellt, bewusst untergräbt. Allein, diese Auseinandersetzung geht nur auf friedlichem Wege, auch friedlich in Worten. Und sie sollte immer vermitteln, dass friedliche Muslime - und ich persönlich kenne keine Anderen, und den meisten von uns wird es genauso gehen  - unsere Nachbarn, Freunde und Nächsten sind.
Von daher sind die Worte des Bamberger Bischofs Schick im Rahmen eines Interviews mit der Katholischen Nachrichtenagentur ausgesprochen bedeutsam, wobei ich mir im Anschluss ein wichtiges Nachwort erlaube:

KNA: Herr Erzbischof, gibt es das eine christliche Abendland?

Schick: Nein, nicht als ein Produkt. Als Prozess, ja. Wer sich auf die Botschaft Jesu Christi einlässt, der kann christliches Abendland bilden, womit territorial Europa gemeint ist.

KNA: Was heißt das konkret?

Schick: Das heißt, dass man die Bergpredigt ernst nimmt, dass man das Gebot der Nächstenliebe lebt. Die Würde und die Rechte jedes Menschen müssen unabhängig von Rasse, Herkunft, Hautfarbe und Religion anerkannt werden. Die Feindesliebe gehört genauso dazu wie das ständige Bemühen, sich zu versöhnen, eine versöhnte und friedliche Gesellschaft zu bilden. Oder die Seligpreisungen: dass man barmherzig gegenüber jedem ist und dass man auch die Fremden aufnimmt, die in Not sind. Jesus identifiziert sich selbst mit den Heimatlosen. Christliches Abendland heißt: in Europa das, was das Evangelium beinhaltet, leben und in die Tat umsetzen. Das ist ein ständiger Prozess!

KNA: Kann denn dann überhaupt das christliche Abendland verteidigt werden?

Schick: Das christliche Abendland kann man nur im übertragenen Sinn verteidigen. Dabei muss aber klar sein, was man meint: Ich verteidige die Werte und Tugenden des Christentums, die ich gerade genannt habe, in meinem Bereich.

KNA: Sie bekommen immer wieder Hass- und Drohzuschriften, in denen man sich mehr oder weniger auf das christliche Abendland beruft.

Schick: Wer einen anderen bedroht, verunglimpft, Angst macht, der kann nicht das christliche Abendland für sich in Anspruch nehmen. Das Evangelium will nicht, dass ein Mensch bedroht oder missachtet wird.

KNA: Beim christlichen Abendland beruft man sich immer wieder auf die Religion. Jetzt sagen Vertreter der AfD, dass der Islam nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei, Minarette und Muezzin-Rufe verboten werden sollen. Was halten Sie davon?

Schick: Einfach jemanden ausgrenzen, weil er eine bestimmte Religion hat, ist nicht christliches Abendland und auch nicht von unserer Verfassung gedeckt. Auch Vernunft und Dialogbereitschaft gehören zum christlichen Abendland dazu. Von vornherein jeden Dialog mit einem, der anders ist als ich, abzulehnen, das passt nicht zu den Werten des christlichen Abendlandes. Das gilt aber auch für die Muslime, und dann muss auch mit ihnen über Gleichberechtigung von Mann und Frau, Freiheit des Religionswechsels und über Gewalt im Namen der Religion geredet werden, bei uns und auch in den muslimisch geprägten Ländern.

KNA: Sie halten also nichts von solchen Forderungen wie denen der AfD?

Schick: Wir haben Religionsfreiheit. Sie ist im Grundgesetz verankert. Menschen müssen ihre Religion leben und auch entsprechende Gotteshäuser bauen können. Religion bedeutet Beziehung zu Gott, der auch im interreligiösen Dialog immer tiefer erkannt wird. Gott ist der eine, der alle Menschen liebt und verbindet, der Gemeinschaft schafft, der Frieden, Freiheit und Gleichberechtigung für alle weltweit will. Dieser Gott soll im christlichen Abendland bestimmen. Das Interview führte Christian Wölfel.

Ein Nachwort tut Not:

Religionsfreiheit ist ein wertvolles Gut unserer Verfassung.
Nur vermisse ich bei allem Respekt vor dem Islam als geistlicher Heimat vieler Menschen von Seiten unserer Kirchen klare Worte dazu, dass er in der Tat eindeutig verfassungsfeindliche Züge hat, und zwar gerade der religiöse - in erster Linie ist es der religiöse (!) -, wobei der Islam selbst nicht zwischen seiner religiösen und politschen Sendung trennt:

  • Er fordert im Koran zum Töten auf
  • Er gestattet Sklaverei
  • Er bewertet die Frau als weniger wertvoll und erlaubt die Vielehe, die meines Erachtens per se das Weibliche entwertet
  • Seine mentale Einstellung ist auf Unterwerfung und nicht auf Bewusstsein und Erkenntnis ausgerichtet; letztere aber sind Kennzeichen menschlicher Würde und Freiheit
  • Der Islam kennt keine Religionsfreiheit; kein Muslim darf sein religiöses Bekenntnis ändern und Ungläubige werden im Koran wieder und wieder bedroht.

Diese Punkte verletzen zentrale Aspekte unserer Verfassung. Gerade letzterer Punkt ist für Christen elementar, denn der Islam aberkennt im Grunde dem Christentum den Status einer Religion, indem Allah die Aussage, dass Gott einen Sohn habe, unter Strafe stellt - ich bin hier relativ ausführlich darauf eingegangen.
Dezidiert sagt er bekanntlich, dass er, Allah, nicht gezeugt worden sei und nicht gezeugt, also auch keinen Sohn habe.
Der Sohn aber ist das spirituelle Zentrum des Christlichen Glaubens; zudem ist nach Aussagen des Koran Jesus nicht am Kreuz gestorben.
Eindeutig ist, dass der Islam darauf ausgerichtet ist, andere Religionen zu eliminieren.

Die Kirche muss endlich aufhören zu kuschen!

Es kann nicht sein, dass die Kirche vor dem Islam in solch zentralen Punkten ständig kuscht.

Bemerkenswert ist, dass Bischof Schick anspricht, dass auch Muslime sich bestimmten Anforderungen, die er benennt, genügen müssen. Das ist nicht selbstverständlich, dass dies ein Kirchenmann tut; wünschenswert wäre, dass seine Punkte als Forderungen im kirchlichen Raum pointierter genannt werden.
Verhandelbar sind sie schließlich nicht

Nur auf dem Boden einer klaren Positionierung können die Kirchen wie auch unserer Staat entsprechend seiner Verfassung die Größe und Stärke haben, den Muslimen ihre Religionsausübung zuzugestehen.

Ob man von der Türkei, Saudi Arabien und dem Iran gesponserte Moscheen akzeptieren sollte: Da allerdings habe ich meine großen Bedenken, sieht man, wie Erdogan gegen Andersdenkende vorgeht, in Saudi Arabien im Namen Allahs Menschen öffentlich ausgepeitscht und hingerichtet werden und der Iran nach wie vor Israel mit Auslöschung droht. Auch hier würde ich mir von den kirchlichen Führungsgestalten ein klares Wort wünschen. Es wäre gut für den inneren Frieden in Deutschland!
Zumal sie damit etwas leisten würden, wozu unsere Politiker nicht in der Lage sind, wenn ich daran denke, dass Außenminister Steinmeier nicht einmal in der Lage war, den Mord an vielen Armeniern als Völkermord zu bezeichnen, und seine Chefin mit einem Autokraten, der die Menschenrechte mit Füßen tritt, modernen Menschenhandel praktiziert.

Übrigens würde ich gern die genauen Absprachen lesen können!

Weiß jemand, ob man, was zwischen der EU und Erdogan ausgehandelt worden ist, irgendwo einsehen kann?

Versöhnung aus Feigheit?

Worte des Aufeinander-Zugehens sowie des versöhnten Zusammenlebens - und das sollten  Vertreter der Kirchen endlich berücksichtigen - können nur dann wirklich gewichtig und glaubwürdig und von Wert sein, wenn sie nicht durch Verschweigen oder eine beschönigende Darstellung die Realität des spirituellen und politischen Islam ausblenden. Dadurch, und das sollte die christlichen Kirchen endlich erkennen, schüren sie bei denen Ängste, die Sorge tragen, dass die Kirchen Versöhnung aus Feigheit heraus predigen.

Zutrauen in flexibles Handeln

Die Auseinandersetzung mit dem Islam kann nur dann gelingen, wenn die Bewohner des Christlichen Abendlandes nicht zu pauschalen Lösungen greifen und z.B. durch Formulierungen offen lassen, ob sie sowohl den Islam als auch alle Muslime vertreiben wollen. Das klang in der Vergangenheit bisweilen an, und es ist schauderhaft.
Wie kann man vielen Hunderttausenden von Menschen in Deutschland das Gefühl geben wollen, sie sollten am besten auf gepackten Koffern sitzen?! Menschen, die oft seit Jahrzehnten maßgeblich daran beteiligt sind, dass unsere Wirtschaft floriert und unser öffentliches Leben! Menschen, die unter uns, wie es Michael Klonovsky auf bemerkenswerte Weise dargestellt  hat, im Geist unserer Verfassung leben.
Das Christentum ruft eindeutig zu Versöhnung und Nächstenliebe auf und wir müssen es uns endlich zutrauen, Muslime willkommen zu heißen und gern unter uns leben zu lassen und gleichzeitig jene unter ihnen die Rote Karte zu zeigen, die nicht im Geist unserer Verfassung und des Christentums unter uns leben wollen. Gleichzeitig aber müssen wir ihnen, vor allem denen, die zu uns kommen, einen Lernprozess zugestehen.

Wir sollten uns endlich zutrauen, das leisten zu können.

Nicht auf das Niveau der CDU absinken

In diesem Zusammenhang ist es nicht hilfreich, zu Formulierungen, wie, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre, zu greifen, wenn man nicht zugleich dezidiert darstellt, wie das zu verstehen ist.
Ansonsten würde man sich nur auf das Niveau der CDU begeben, die mittels ihrer Vertreter unreflektiert und pauschal davon sprach, dass der Islam zu Deutschland gehöre.
Weder eine Merkel noch ein Steinmeier werden uns durch ihre Weichei-Politik vor möglichen totalitären Exzessen bewahren können.
Dazu bedarf es Menschen, die beides können: das Schwert kraftvoll zu führen und die Hand zur Versöhnung auszustrecken. Beides geht nicht ohne das andere. Das müssen einige in diesem Land endlich, endlich erkennen.

Wir können es auch, wenn wir uns unseres eigenen Bewusstseins sicher sind. Daran aber scheint es mir zu kranken. Dieses Bewusstsein zeigt sich auch daran, dass wir, wie die Bibel es formuliert, das Schwert einbringen, also klar differenzieren zwischen dem, was wir mittragen und was nicht.
Ich persönlich trage nicht die Verfassungsfeindlichkeit des Islam mit.

Meines Erachtens ist es Sache der islamischen Organisationen,

  • sich klar zu unserer Verfassung, 
  • zu Religionsfreiheit, 
  • zu gleichen Rechten von Männern und Frauen und 
  • zu Gewaltlosigkeit zu bekennen.

Wie sie das mit dem Koran, der Gottes ewiges Wort repräsentiert, in Übereinstimmung bringen, ist nicht  unsere Sache.
Wenn aber unsere Politiker und endlich auch die Kirchen Flagge zeigen und endlich aufhören, Dinge zu beschönigen, an denen es nichts zu beschönigen gibt, kann irgendwann ein Zustand erreicht werden, der ein Zusammenleben ohne Vorurteile ermöglicht.

Ich glaube, dass die Auseinandersetzung mit dem Islam gelingen kann, wenn wir selbst uns unserer Verfassung und unserer christlichen Werteausrichtung in uns sicher sind.

Wer allerdings mit dazu beiträgt, dass die Gesellschaft sich gegenüber Muslimen radikalisiert, hat genau jene Gesinnung in sich, die wir im dogmatischen Islam ablehnen und die wir auch bekämpfen müssen.

Deutschlands innerer Islamismus

Deutschland kennt durchaus einen inneren Islamismus, und zwar einen, der nicht wenigen Deutschen innewohnt:
Er kennt nur schwarz und weiß, er kennt keine Entwicklung, er kennt keine Versöhnung.
Wer dieses Bewusstsein in sich trägt, schlägt auf alles ein, was nicht so ist, wie er selbst. Genau das macnt der religiöse Islam, immer wieder auch der politische.

Das Schwert führen, wo es Not tut!

Wir sollten in einem ganz bewussten Sinne christlich sein, wo es Not tut, mit dem Schwert kämpfen, und wenn es möglich ist, die Hand ausstrecken und in wirklichem Frieden leben.
Jedenfalls sollte das unser Ziel sein!
Denen aber, die immer so tun, als sei der Islam kein Problem, haben zum einen nie wirklich sich kundig gemacht oder wenigstens einmal die ersten vier Suren des Koran gelesen - auf Projekt Gutenberg kann das jeder kostenlos tun -, zum anderen sind sie es, die den Unfrieden in unserer Gesellschaft schüren, weil sie maßgeblich zu der Sorge vieler beitragen, Deutschland könne auf eine seiner Schwächen hereinfallen, dass seine führenden Politiker nämlich nicht in der Lage sind, klare Worte zu finden und das Schwert des Neuen Testaments zu führen.

Nur wer das Schwert führt, das heißt, für Wahrheit kämpft, kann wirklich Frieden bringen!