Dienstag, 16. September 2014

Wir sind von Natur aus Künstler des Lebens!

Man kann nicht erwarten, daß wir alle Wissenschaftler sind, aber wir sind von Natur aus so beschaffen, daß wir alle Künstler sein können — natürlich nicht bestimmte Künstler wie Maler, Bildhauer, Musiker, Dichter usw., sondern Künstler des Lebens. Dieser Beruf, »Künstler des Lebens«, mag neu und ziemlich seltsam erscheinen, aber tatsächlich sind wir alle als Künstler des Lebens geboren. Aus Unwissenheit jedoch üben die meisten von uns diese Kunst nicht aus, und das Ergebnis ist, daß wir unser Leben verpfuschen, indem wir fragen: »Was ist der Sinn des Lebens?« »Stehen wir nicht vor dem puren Nichts?« »Wohin gehen wir, wenn wir achtundsiebzig oder sogar neunzig Jahre alt geworden sind? Niemand weiß es« (...) Wie ich höre, ist dies der Grund für die Neurosen, an denen die meisten modernen Männer und Frauen leiden. Aber der Anhänger des Zen kann ihnen sagen: sie haben alle vergessen, daß sie als Künstler, als schöpferische Künstler des Lebens geboren wurden und daß sie von Neurosen, Psychosen, oder wie sie ihre Leiden auch nennen mögen, geheilt sein werden, sobald sie diese Tatsache und Wahrheit erkannt haben.

Was versteht man nun unter einem Künstler des Lebens? Soviel wir wissen, müssen alle Arten von Künstlern irgendein Instrument benutzen, um sich auszudrücken und ihre Schöpferkraft in irgendeiner Form zu demonstrieren. Der Bildhauer benötigt Stein, Holz oder Ton sowie Meißel oder irgendwelche anderen Werkzeuge, um seine Ideen auf das Material zu übertragen. Aber ein Künstler des Lebens braucht nicht aus sich herauszugehen. Alles Material, alles Werkzeug, alle technische Handfertigkeit, die normalerweise erforderlich sind, trägt er vom Augenblick seiner Geburt, ja vielleicht schon bevor ihn seine Eltern geboren haben, in sich. Das ist ungewöhnlich und außerordentlich, sagen Sie vielleicht, aber wenn Sie ein wenig darüber nachdenken, werden Sie sicherlich verstehen, was ich meine. Wenn nicht, will ich es Ihnen noch genauer erklären: 
Der Körper, der physische Körper, den wir alle besitzen, ist das Material und entspricht der Leinwand des Malers, dem Holz, Stein oder Ton des Bildhauers, der Geige oder Flöte des Musikers, den Stimmbändern des Sängers. Und alles, was zum Körper gehört wie Hände, Füße, Rumpf, Kopf, Eingeweide, Nerven, Zellen, Gedanken, Gefühle, Sinne - kurz alles, was die gesamte Persönlichkeit ausmacht -, ist gleichzeitig das Material und das Werkzeug, mit dem der Mensch seine schöpferische Begabung in Verhalten Benehmen, in alle Formen von Handlungen, kurz in das Leben selbst umformt. 
Das Leben eines Künstlers des Lebens spiegelt jedes Bild wider, das er aus der unerschöpflichen Quelle seines Unbewußten erschafft. Jede seiner Taten ist Ausdruck seiner Originalität, Schöpferkraft und lebendigen Persönlichkeit. In ihm gibt es keine Konventionalität, keine Konformität, keine hemmende Motivierung. Er bewegt sich so, wie es ihm gefällt. Sein Verhalten ist wie das des Windes, der bläst, wie er mag. Sein Ich ist nicht in seiner fragmentarischen, begrenzten, gehemmten egozentrischen Existenz eingekerkert; er hat sein Gefängnis verlassen. 
Einer der großen Zen-Meister der Tang-Dynastie sagt: »Ein Mensch, der allüberall Herr seiner selbst ist, ist stets sich selbst treu.« Diesen Menschen nenne ich den wahren Künstler des Lebens. 
Sein Ich hat das Unbewußte, die Quelle unendlicher Möglichkeiten berührt. Er ist »Nicht-Geist«. 
Der hl. Augustinus sagt: »Liebe Gott und tu, was du willst.«

Daisetz Teitaro Suzuki in Zen-Buddhismus und Psychoanalyse

Samstag, 13. September 2014

DA BACH HAD SEHNSUCHT NACH'N FLUSS UND DA FLUSS HAD SEHNSUCHT NACH'N MEER

Einer meiner absoluten Lieblingssätze - von einem Mann, der viele merkens-werte und bemerkenswerte Sätze geschrieben hat und leider viel zu früh, 2007, verstorben ist, als er einem Krebsleiden erlag: Georg Danzer.

Ein weiterer wichtiger Satz kommt ebenfalls in dem folgenden Lied vor:

KA MENSCH WIRD OHNE SINN GEBURN ...

Ja, jeder Mensch, wenn er geboren wird, ist gleichsam in den Sinn seines Lebens eingebettet.
Leider gibt es viele Einflüsse, die doch viele, zu viele Menschen in Brackwasser oder Kehrwasser treiben, wo sie ihr Leben verbringen. 
Leider üben Vater oder Mutter oft einen unseligen Einfluss auf den Lebenslauf ihrer Kinder aus. Morgen, anlässlich meines Webinars, werde ich etwas ausführlicher darauf eingehen, was die C.G.Jung-Mitarbeiterin Marie-Louise von Franz über die männliche Seite in der Frau, den sogenannten Animus schreibt:
Der Vater gibt dem Geist der Tochter die spezifische Färbung jener erwähnten undiskutierbaren Ansichten 〚ein Aspekt, wie sich der Animus in einer Frau zeigen kann, worüber vorher geschrieben worden war〛, die so oft die Wirklichkeit der Tochter verfehlen. Leider merkt eine Tochter zu oft nicht, dass sie Ansichten vertritt, die gar nicht die ihren sind.
Ohne dass wir es merken, steuert manche Mutter das Leben ihres Sohnes - übrigens auch noch nach ihrem Tod - und dasselbe kann der Vater mit der Tochter tun. Kann, muss nicht - wir haben vieles in unserem Leben zu enttarnen und besonders skeptisch bin ich immer, wenn ich von jemandem höre: Ich habe ein ganz liebes Elternhaus gehabt.
"Liebe" kann so erdrückend sein, wenn Kinder immer lieb sein wollen, weil doch die Eltern so lieb sind/waren. - Vorsicht!

Der Sinn unseres Lebens ist, dass wir das Meer erreichen, dass wir nicht in einen Seitenarm reinschwimmen und uns da häuslich niederlassen, sondern dass wir uns von den Wassern des Lebens tragen lassen.
An Danzers Lied habe ich mich erinnert, als ich mein Webinar am Sonntag vorbereitet habe, wo es um gefährliche Wasser geht.
Ja, wir müssen uns vor der Charybde in uns vorsehen und dass wir als Kann z.B. nicht - wie der Schiffer im kleinen Schiffe, wie es in Heines Lied heißt - an einer Loreley scheitern. 

Hier Georg Danzers Lied:

MEI LEB'N

DE MEISTN LEB'N IHR LEB'N AUF PROBE
OIS KENNT'N S' OLLAS WIEDAHOIN
DAUN KUMMANS DRAUF DASS DES NED WOA IS
UND FÜHN SI UM IHR LEB'N BESCHDOIN
DAUNN WEANS GEHÄSSIG UND VABITTERT
UND WOIN DE JUNGAN EINEDRAHN
AUS REINA BOSHEIT UND AUS RACHE
WEUS SÖWA FEIGE SCHWEINE SAN

I HOIDS JEZD NIMMA LÄNGA AUS
UND DI ENTSCHEIDUNG FALLT NED SCHWER
DA BACH HAD SEHNSUCHT NACH'N FLUSS
UND DA FLUSS HAD SEHNSUCHT NACH'N MEER
MEI LEB'N IS MEI LEB'N
UND MEI LEB'N GHEAD MIA

I WASS GENAU, DASS IHR NED RECHT HABTS
UND WÜ NIE SO WERD'N WIE IHR
WEU EICHRE G'SICHTA SAN AUS PLASTIK
UND EICHRE HERZ'N AUS PAPIER

A HOFFNUGSLOSER OPTIMIST
IS ANA, DER AUNS GUADE GLAUBT
UND DEM, A WAUN ER TRAURIG IS
NIX AUF DA WÖD DIE HOFFNUNG RAUBT
MEI LEB'N IS MEI LEB'N
UND MEI LEB'N GHEAD MIA
(KANN VODA, KAN LEHRA, KAN MASTA, KAN SCHDOD)

UND ANS, DES MUASST DA TÄGLICH SCHWÖR'N
DI NIE UND NIMMA AUFZUGEB'N
DAUN KÄMPFST AN EHRENWERT'N KAUMPF
DES IS DA KAUMPF UMS ÜBERLEB'N
I HOB SO SEHNSUCHT NACH MIA SÖBST
I WÜ MEI LEB'N NED VERTUAN
I WASS NED FÜ, NUA ANS IS G'WISS:
KA MENSCH WIRD OHNE SINN GEBURN ...

Sonntag, 7. September 2014

Warum die Großmutter Groß-Mutter heißt und was man von Rotkäppchen lernen kann!

Man kann als Lehrer nicht umhin zu erkennen, dass Großeltern für Kinder eine bedeutende Rolle spielen. Bisweilen überwinden sie den Tod von Großvater oder Großmutter nur schwer. Jedenfalls habe ich das wiederholt festgestellt, wenn ich Klassenlehrer einer 5. und 6. Klasse war.
Immer wieder, wenn Kinder von ihrer Familie erzählt haben, dann taten sie das besonders liebevoll von der Großmutter, übrigens mehr noch als von dem Großvater.
Bei C.G. Jung habe ich gelesen, dass, wenn das kindliche Ich sich entwickelt und einen mehr und mehr differenzierenden Blick auf die eigene Mutter erlaubt, die Großmutter als Große Mutter in den Vordergrund rückt.
Die Große Mutter ist ja nach Ansicht des bedeutenden Schweizer Psychologen ein Archetypus in der menschlichen Seele, also ein Grundmuster, was jeder Mensch in sich trägt. Jeder hat in seiner Seele einen Platz für etwas, was Jung als etwas bezeichnet, das einer Idee im Sinne des griechischen Philosophen Platon gleichkommt, eine ursprüngliche Wesenheit.
Was da vorhanden ist - gleichsam ein Platzhalter, der gefüllt sein will - wird in jedes Menschen Leben in der Regel ausgefüllt durch die reale Mutter. Und wenn auf diese nicht mit der Zeit eine differenzierende, distanzierte Sicht eintritt, dann wirkt diese Mutter - gleichsam als Große Mutter - aus dem Urgrund der Seele ein Leben lang. Gerade bei einem Mann ist das wichtig, denn seine weibliche Seite, seine Anima, ist ja maßgeblich durch sie geprägt. Sie kann in seinem Leben als depressive Laune, Reizbarkeit und ewige Unzufriedenheit auftreten, sie kann es sein, die dem Mann immer einflüstert, dass doch alles keinen Sinn habe, sie kann eine heimlich-unheimliche Angst vor dem Tod in ihm installieren. Letztendlich kann sie auch verantwortlich sein für eine gelebte Homosexualität.
Wenn das Ich eine differenzierende Sicht auf die eigene Mutter erlaubt, übernimmt die Großmutter die bisherige Rolle der Mutter.
Sie wird zur Groß-Mutter.
Sie ist dann die Gestalt, in die alles Gute und weniger Gute hineinprojiziert wird; sie ist Pool für die Wärmespenderin und die Höhle, in die man sich kuschelt genauso wie das Hexenhafte, das man in ihrem Wesen vielleicht zu erspüren vermag, für alles Numinose, Vergangene.
Die eigentliche Große Mutter kennt keine Differenzierung in Gut und Böse.
Unglaublich, was dieser Archetypus für Ausprägungen erfahren kann - Jung hat sie einmal in Die Archetypen und das kollektive Unbewußte aufgelistet:

die persönliche Mutter und Großmutter; die Stief- und Schwiegermutter, irgendeine Frau, zu der man in Beziehung steht, auch die Amme oder Kinderfrau, die Ahnfrau und die Weiße Frau, in höherem, übertragenem Sinne die Göttin, speziell die Mutter Gottes, die Jungfrau (als verjüngte Mutter, zum Beispiel Demeter und Kore), Sophia (...); die Materie, die Unterwelt und der Mond, in engerem Sinne als Geburts- oder Zeugungsstätte der Acker, der Garten, der Fels, die Höhle, der Baum, die Quelle, der tiefe Brunnen, das Taufbecken (...); im engsten Sinne die Gebärmutter, jede Hohlform (...); die Yoni; der Backofen, der Kochtopf; als Tier die Kuh, der Hase und das hilfreiche Tier überhaupt.
Im Wesen des Menschen ist all dies als Bewusstsein enthalten und wirkt über Märchen und Volkslieder.
Das ein oder andere findet sich auch als Inhalt in meinem nächsten Webinar Die Weisheit der Volkslieder (II): Gefährliche Wasser für Liebe und Leben.

Die reale Großmutter ist also wirklich oft eine Große Mutter - und es ist gut, dass sie es sein kann.
Wir brauchen dieses heimelige Gefühl, dieses Gefühl, daheim zu sein, ein Gefühl, dass uns die Große Mutter gibt - oder sagen wir: geben möchte, wenn uns der Zugang zu ihr nicht verstellt ist. Siegfrieds Kampf gegen den Drachen war auch ein Kampf gegen den negativen, zerstörerischen Aspekt der Großen Mutter. 

Gut, wenn man, wie Rotkäppchen, so einen wachen Animus, eine wache männliche Seite hat wie es in seinem Falle der Jäger ist; denn manchmal ist man nicht einmal in der Lage, den Wolf von der Großmutter zu unterscheiden.
Gut im Übrigen auch, wenn man aus Fehlern lernt; Rotkäppchen konnte das, es heißt nämiich bei den Gebrüdern Grimm,
daß einmal, als Rotkäppchen der alten Großmutter wieder Gebackenes brachte, ein anderer Wolf ihm zugesprochen und es vom Wege habe ableiten wollen. Rotkäppchen aber hütete sich und ging gerade fort seines Wegs und sagte der Großmutter, daß es dem Wolf begegnet wäre, der ihm guten Tag gewünscht, aber so bös aus den Augen geguckt hätte: »Wenn's nicht auf offner Straße gewesen wäre, er hätte mich gefressen.« »Komm«, sagte die Großmutter, »wir wollen die Türe verschließen, daß er nicht herein kann.« Bald darnach klopfte der Wolf an und rief: »Mach auf, Großmutter, ich bin das Rotkäppchen, ich bring dir Gebackenes.« Sie schwiegen aber still und machten die Türe nicht auf: da schlich der Graukopf etlichemal um das Haus, sprang endlich aufs Dach und wollte warten, bis Rotkäppchen abends nach Haus ginge, dann wollte er ihm nachschleichen und wollt's in der Dunkelheit fressen. Aber die Großmutter merkte, was er im Sinn hatte. Nun stand vor dem Haus ein großer Steintrog, da sprach sie zu dem Kind: »Nimm den Eimer, Rotkäppchen, gestern hab ich Würste gekocht, da trag das Wasser, worin sie gekocht sind, in den Trog.« Rotkäppchen trug so lange, bis der große, große Trog ganz voll war. Da stieg der Geruch von den Würsten dem Wolf in die Nase, er schnupperte und guckte hinab, endlich machte er den Hals so lang, daß er sich nicht mehr halten konnte und anfing zu rutschen: so rutschte er vom Dach herab, gerade in den großen Trog hinein, und ertrank. Rotkäppchen aber ging fröhlich nach Haus, und tat ihm niemand etwas zuleid.

Mittwoch, 3. September 2014

Endlich ein Ende mit dieser politischen Bigotterie!

Während sich Hunderttausende von Landsleuten für kaum 7 Euro netto bucklig arbeiten - wissend, dass sie im Alter bettelarm sind -, kümmert sich Angela Merkel vor allem um Außenpolitisches.
Die SPD in Person des Außenminister Steinmeier nicht minder (warten wir das nächste Wählervotum auf Bundesebene ab! Die SPD wird mal wieder nicht verstehen, wie es zustande kommt, wo doch ihr Frank Walter so beliebt ist und so gute Arbeit leistet . . .).

Um 3.30 Uhr aufstehen, um 6 Uhr das Kind abliefern . . .

Menschen wie diese alleinerziehende Mutter und Multi-Jobberin, die im Fokus der von der Tagesschausprecherin Judith Rakers gestalteten NDR-Reportage am Freitag, 5. September um 21.15 Uhr standen, beginnen ihren Tag um 3.30 Uhr, liefern ihr Kind um 6 Uhr im Kindergarten ab und treten ihren Job um 7 Uhr nach 50 Minuten Fahrzeit an. Manchmal geht der Tag bis zum nächsten Morgen um 6.30 Uhr, wenn nämlich der Zweit-Job ansteht, der das finanzielle Überleben sichert. - Beide Frauen waren am 2. September vorab bei Markus Lanz zu sehen.

Woran liegt es, dass für unsere Gesellschaft, ihre Not zu wenden nicht not-wendig ist?
Woran liegt es, dass diese Parteien mit ihrem „C“ = christlich für solche Menschen im Grunde kein Interesse zeigen, auch wenn sie nicht umhin konnten, den Mindestlohn einzuführen?
Woran liegt es, dass wir ergriffen dem Schicksal solch einer Frau und vergleichbarer lauschen - das Herz tut uns weh und wir überlegen kurzfristig, ob wir ihr nicht ein oder ein paar Hunderter zukommen lassen können -, aber im Alltag diese Menschen nicht sehen, nicht finden, die ja irgendwo sein müssen?

Es sind ja nicht Hunderte oder Tausende, es sind mittlerweile Hundertausende.
Diese Menschen haben ja keine Kraft und Zeit, sich zu organisieren. Zudem halten sich nicht wenige unter ihnen dank ihrer Erziehung für schuld an ihrem Dilemma - dann also den Mund halten! - Die Kirchen machen nicht wirklich den Mund auf für sie, die Gewerkschaften auch nicht, die Parteien schon gar nicht.

Eine gewaltige kollektive Vorurteilsstruktur

Irgendwie sind sie doch auch selber schuld. Meistens sind es doch Alleinerziehende, die sich getrennt haben, wahrscheinlich bindungsunfähig oder so verkappte Emanzen, die nicht wirklich eine Beziehung wollten.
Und die, die so ein Schicksal trifft, die haben es doch auch irgendwie gewollt! Mal ehrlich, wer will, bringt es auch zu was! Kann doch schließlich jeder heute einen vernünftigen Beruf lernen!
Nicht wahr!

Es muss eine gewaltige kollektive Vorurteilsstruktur geben, die es möglich macht, dass unser Land geflissentlich hunderttausende von Schicksalen ignoriert.
Klar gucken wir doch lieber alle nach oben als nach unten! Das würde ansonsten bedeuten, dass wir in uns nach unten gucken müssten in irgendwelche vor sich hinmorchelnden Keller eines ziemlich intoleranten Umgangs mit ziemlich intoleranten Seiten in uns und somit auch mit realen Menschen, die nicht im Licht stehen.
Im Blitzlichtgewitter der Medien stehen Muttergestalten wie Angela Merkel. 

Gern kümmert sie sich um die im Licht stehenden Deutschen und um die nicht im Licht Stehenden, vorausgesetzt, sie leben im Ausland - mit denen kann man halt einfach auch weltpolitisch mehr Image-Punkte sammeln, als wenn man sich um so eine Frau aus Hamburg kümmert, wie sie am Freitag zu sehen sein wird.

Familie in Not!

Oder um eine Familie, von deren Schicksal auf der betterplace-Plattform zu lesen ist, von der dort aber zwischen so viel Syrien-Problemen - wobei diesen Menschen gewiss auch geholfen werden sollte - kein Mensch Notiz nimmt, die hier aber beispielhaft ausgewählt sein soll, weil sie mitten unter uns untergeht. 
Jürgen Lehner, der dieses Hilfsprojekt betreut, schreibt dort:

Akut benötigt eine Familie mit 4 Kindern unsere Hilfe, die nach schwerer Krankheit des Vaters vor der Zwangsversteigerung steht. Der Vater ist seit Jahren Mitglied des Nürnberg Business Club und war immer hilfsbereit für andere da.
Noch kann diese Familiengeschichte ein gutes Ende nehmen.

Um ihren 4 Kindern ein gutes Umfeld zu bieten, haben die Eltern ein kleines Eigenheim finanziert. Der Halbtagsjob der Mutter und die Selbständigkeit des Vaters reichten gerade so. Auf Urlaub und viele Annehmlichkeiten mussten sie jedoch verzichteten. Wichtig war ihnen, dass die Kinder glücklich aufwachsen und ihre Kindheit genießen können.

Unerwartet erkrankte der Vater schwer und das Einkommen seiner Selbständigkeit fiel weg. Die Altersrücklagen wurden angegriffen und der Gürtel um einiges enger geschnallt. Ihre große Sorge galt jetzt besonders den 4 Kindern, die noch zur Schule gehen und eine unbeschwerte Kindheit haben sollen.
Von der Bank wurde nun die Verlängerung des Darlehens abgelehnt und die Zwangsversteigerung eingeleitet. Für das Heim hatte die Familie jahrelang Entbehrungen auf sich genommen, auf Urlaub und viele Annehmlichkeiten verzichtet.
Es ist leicht vorstellbar, welch schwere psychische und auch physische Belastung die Familie durchmacht. Falls es zur Zwangsversteigerung kommt, geht alles verloren für was die Eltern ein Leben lang gearbeitet hatten. Die Kinder werden aus ihrem Umfeld gerissen und verlieren ihr Zuhause.

Damit es nicht so weit kommt und die Zwangsversteigerung noch abgewendet werden kann, wurde dieses Hilfsprojekt ins Leben gerufen.
Ziel des Hilfsprojekts ist es, dass das Zuhause von einer Genossenschaft übernommen und der Familie das Wohn- und Nutzungsrecht gewährt wird. Damit hat die Familie mit geringerer Belastung wieder Luft ihr Leben zu ordnen und den Kindern bleibt ihr Zuhause erhalten.

Spenden über betterplace.org oder direkt über das Konto des Nürnberg Business Club kommen zu 100% an:

SET-4U Services
Postbank Nürnberg
IBAN: DE 10 760 100 850 002 247 855
BIC: PBNKDEFF
Vermerk: "Familie in Not, F. Nuernberger 2014“

Was ansteht

Ich finde es an der Zeit, höchste Zeit, dass Parteien, Kirchen, Gewerkschaften, sehr vermögende Sportverbände wie der DFB, große Firmen und andere Einrichtungen sich zusammensetzen und einen Fond gründen, der Menschen in Not unterstützt und der sich Gedanken macht, wie ein Land, das doch wirklich blüht, bereit ist, sich seiner Schattenseite anzunehmen, die eben auch darin besteht, dass unter uns Hunderttausende, um zu überleben, multijobben müssen.

Unsere Parteien allein kriegen das nicht hin. Sie haben zu wenig Interesse an den Menschen.

Wir wissen genau, dass Hunderttausende von Menschen in einigen Jahren in großer Altersarmut leben werden, einer Altersarmut, die dann auch ein Deutschland, das sein Herz entdeckt hat, nicht mehr verhindern kann.

Montag, 1. September 2014

Über verkommene Ehefrauen und destruktive Schwestern!

Zufälle gibt´s! - Kürzlich wollte ich in meinem Traumtagebuch nachlesen, wie das genau ablief, als mir der Tiger begegnete, da stieß ich auf einen Traum, den ich komplett vergessen hatte: 

Ich bin in meiner Wohnung, aber sie liegt im Traum in einem Hochhaus. Meine Schwester ist da. Mit einem fiesen, fast diabolischen Grinsen bringt sie meine Wohnung durcheinander. Zuerst bekomme ich nichts mit, dann merke ich, dass die Tür meines Eisschranks sich oben und unten nach außen wellt. Ich versuche, sie zurechtzubiegen. 

Sie schließt nicht richtig. Ich stelle was dagegen. 
Dann fällt ein Teil der Tür wie eine Leiste zur Seite. 
Im Hintergrund agiert meine Schwester. 
Auf einmal ist das Herd-Innere freistehend und herausgezogen. Die Platten sind an ...

Vielleicht war es mir damals nicht so bewusst, heute jedenfalls ist mir klar, dass meine ältere Schwester im Traum nichts mit meiner realen Schwester zu tun hat. Die Schwester im Traum ist ein Teil meiner anima, meines weiblichen Teils, der natürlich viele Facetten aufweist; eine zeigt mir der Traum: 
Im Grunde komme ich kaum mehr nach, in Ordnung zu bringen, was da diese innere Frau in mir und mit mir anstellt. Dabei werden Dinge wie das Herdinnere freigesetzt, die man normalerweise nicht zu Gesicht bekommt. Und das bei Herdplatten, die an sind. Das ist schon heiß - auch im übertragenen Sinn.
Keine Frage, dass dieser Teil meiner Beziehung zu Frauen nicht gut tat; die anima steht aber auch für die Beziehung zur Natur, für die Liebesfähigkeit, vor allem aber auch die eigene Beziehung zum Unbewussten.
Nicht gut, wenn da alles so chaotisch ist! Zumal auch der Ort, die Küche, für einen Traumtherapeuten aufschlussreich ist. 

Mich erinnert das an einen Traum, den C.G. Jung in seinem hervorragenden Buch, das er mit seinen Mitstreitern gemeinsam gestaltet hat - "Der Mensch und seine Symbole" - beschreibt:

Einer meiner Patienten träumte einmal von einer betrunkenen, vulgären Frau mit aufgelösten Haaren. Im Traum schien es seine eigene Frau zu sein, obgleich seine wirkliche Frau völlig an­ders war. Oberflächlich betrachtet war der Traum daher schockierend unwahr, und der Patient wies ihn sofort als unsinnig zurück. Wenn ich ihn hätte assoziieren lassen, so hätte er bestimmt ver­sucht, sich so weit wie möglich von der unangenehmen Aussage seines Traumes zu entfernen [. . .]

Jung schreibt dann weiter:

Was aber wollte sein Unbewusstes mit einer so offensichtlich unwahren Feststellung sagen? Es handelte sich ja augenscheinlich um die Idee eines degenerierten Weiblichen, das mit dem Leben des Träumers eng verbunden war; aber da die Projektion dieses Bildes auf seine Ehefrau ungerechtfertigt und faktisch unrichtig war, musste ich anderswo suchen, bis ich herausfand, was dieses abstoßende Bild darstellte.
Im Mittelalter, lange bevor die Physiologen bewiesen, dass sich auf Grund unserer Drüsenstruktur in jedem von uns männliche und weibliche Elemente befinden, sagte man:„Jeder Mann hat eine Frau in sich.“ Dieses weibliche Element in jedem Mann habe ich als die Anima bezeichnet. Dieser „feminine“ Aspekt besteht im Wesentlichen in einer etwas minderwertigen Beziehung zur Umgebung, insbesondere zu Frauen, was man aber sorgfältig vor sich selbst und vor anderen verheimlicht. Mit anderen Worten: Wenn auch die sichtbare Persönlichkeit eines Menschen vielleicht ganz normal erscheint, so kann die­ser doch sehr wohl vor anderen - und sogar vor sich selber - den bekla­genswerten Zustand der „inneren Frau“ verbergen.
Das war bei diesem Patienten der Fall: Seine weibliche Seite war durchaus nicht schön. Der Traum sagte ihm:„In gewisser Weise benimmst du dich wie eine verkommene Frau“, und gab ihm dadurch einen ordentlichen Schock.


Ich mag die Ansicht Jungs, dass die Anima im Wesentlichen in dieser minderwertigen Existenz besteht, nicht ganz teilen. Es kann so negativ sein, muss es vielleicht aber nicht sein. Ich würde das nicht so generalisieren wollen, wobei Jung natürlich unvergleichbar kompetenter ist als ich. 

Dass es schon eine Weile her, ist, als er seinen Artikel schrieb, merkt man daran, dass er von Drüsen spricht; heute würde er sich auf auf das X- und Y-Chromosom beziehen. Aber seine Aussagen finde ich nach wie vor ganz ganz hilf- und aufschlussreich.
Was nun meinen Traum betrifft, so war und ist seine Deutung natürlich eindeutig. Im Traum habe ich übrigens meine Schwester versucht aus der Wohnung zu bugsieren, ohne dass sie weiter Unheil anrichtet. Das war echt schwer, zumal man auch mit seiner Schwester nicht so komisch rumrangelt . . .

Ich kann nur hoffen, dass 27 Jahre später dieser weibliche Teil nicht mehr in diesem Ausmaß sein Unwesen in mir treibt.

Ob mir mein Traumbewusstsein darüber Aufschluss geben mag? Vielleicht sollte ich meine Träume mal wieder eine Weile aufschreiben.
Warum das alles ein seltsamer Zufall ist, hängt mit meinem nächsten Webinar  zusammen. Da sind solche Anima-Gestalten auch ein Thema. - Im nächsten Post mehr.

Montag, 25. August 2014

Wem geht da nicht das Herz auf!





Ähnlich schön finde ich Beethovens Ode an die Freude in Katalanien:
Alle Menschen werden Brüder . . . Wie anders könnte es auf unserer Erde aussehen!
Statt Geschützen Musikinstrumente auffahren!


Auch wenn mancher flash mob mittlerweile kommerziell veranlasst sein mag, tun solche Momente gut und ihre Wirkung, man schaue nur auf die Kinder!

Donnerstag, 21. August 2014

Vorsicht vor synthetischen Vitaminen und Alu-Folie!

Frühstückmüslis, Frühstücksriegel und ähnliche Produkte mit synthetisch hergestellten Vitaminen können extrem gesundheitsschädlich sein. Dies belegt ein neuer Bericht der amerikanischen Umwelt- und Verbraucherorganisation EWG.

So beginnt ein Artikel  auf der Internetseite Forschung und Wissen.


An anderer Stelle heißt es weiter:


Zu viel synthetisches Vitamin A beispielsweise verursacht Leberschäden, Skelettabnormitäten, schuppende Haut und Haarausfall. Zu viel synthetisches Zink hemmt die Aufnahme von Kupfer, welches beispielsweise für das Immunsystem wichtig ist.


Und der letzte Satz lautet:


Zu wenige Menschen wissen, wie schädlich Frühstücksmüsli mit synthetischen Vitaminen für Erwachsene und Kinder sein kann.


Bedauerlich, dass es notwendig ist; aber man sollte sich den ganzen Artikel durchlesen.


In Bezug auf Aluminium sind n
euste Studien alarmierend

Es soll für das Sterben von Nervenzellen verantwortlich sein; es fördert nämlich deren Entzündung (z.B. in Brustzellen durch Kosmetika) und das ist meist der Anfang ihrer Zerstörung. Damit kann es Brustkrebs auslösen.
Es begünstigt ebenfalls den Ausbruch von Alzheimer, löst Blutarmut aus und Knochenerweichung.

Aluminium ist das am häufigsten vorkommende Metall der Erde und kommt natürlicherweise vor allem in Salaten vor, aber auch in Kakao und Schokolade. So gesehen ist es durchaus natürlich; die kumulativen Anwendungen aber machen es zu einer bisher viel zu sehr unterschätzten Gefahr.


Mittlerweile allerdings finden wir es in Kosmetikartikeln und der Zahnpasta und in den Zusatzstoffen von Lebensmitteln.

Wenn wir genau hinschauen, sehen wir die glänzende Folie über der abgepackten Butter, Margarine und fast allen Yoghurt-Bechern. Wir verwenden es in der Limonaden-Aludose, in Alugrillschalen und Thermoskannen.

Im Kontakt mit salzigen und säurehaltigen Nahrungsmitteln ist Alufolie sozusagen brandgefährlich (nur auf manchen stehen Warnhinweise). Nicht unbedingt nach 24 Stunden, aber nach mehreren Tagen hat sich der Alugehalt des mit der Alufolie überdeckten Käse oder der damit verpackten Tomate, Gurke oder Zitrone verdrei- bis vervierfacht. Hier der Link zur WDR-Sendung vom 18.August.


Weitere Fernsehsendungen, die vor Aluminium warnen:


http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/servicezeit/videoservicezeit584.html  (Beitrag beginnt nach 11.40 Minuten)

und
http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/servicezeit/videoaluminiumimhaushalt100.html

Ich persönlich bin gegen angstbesetztes Essen; aber Information ist wichtig, und wenn man darauf achtet, wie oft man Aluverpackungen mittlerweile begegnet, könnte es angebracht sein, dass auch in der Nahrungsmittel verarbeitenden Industrie ein Umdenken stattfinden sollte  - und zwar zügig!


PS: Goethes Werther wusste schon vor 200 Jahren, wo und wie´s langgeht:
Wenn ich des Morgens mit Sonnenaufgange hinausgehe nach meinem Wahlheim und dort im Wirtsgarten mir meine Zuckererbsen selbst pflücke, mich hinsetze, sie abfädne und dazwischen in meinem Homer lese; wenn ich in der kleinen Küche mir einen Topf wähle, mir Butter aussteche, Schoten ans Feuer stelle, zudecke und mich dazusetze, sie manchmal umzuschütteln: da fühl' ich so lebhaft, wie die übermütigen Freier der Penelope Ochsen und Schweine schlachten, zerlegen und braten. Es ist nichts, das mich so mit einer stillen, wahren Empfindung ausfüllte als die Züge patriarchalischen Lebens, die ich, Gott sei Dank, ohne Affektation in meine Lebensart verweben kann. Wie wohl ist mir's, daß mein Herz die simple, harmlose Wonne des Menschen fühlen kann, der ein Krauthaupt auf seinen Tisch bringt, das er selbst gezogen, und nun nicht den Kohl allein, sondern all die guten Tage, den schönen Morgen, da er ihn pflanzte, die lieblichen Abende, da er ihn begoß, und da er an dem fortschreitenden Wachstum seine Freude hatte, alle in einem Augenblicke wieder mitgenießt.