Seiten

Posts mit dem Label Weihnachten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Weihnachten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 24. Dezember 2024

Warum die Weih-Nacht so notwendig war und auch dieses Jahr wieder so notwendig ist:

(42) es (wird) immer physische Lebensstationen wie die Erde geben, die als Testzonen für die Gedankenformen der Höheren Evolution gebraucht werden, um die vielen Intelligenzreiche im Einklang mit des VATERS Plan zur Erschaffung neuer Welten zu fördern. 
(43) Darüber hinaus kann sich die Entwicklung der Spezies Mensch auf diesem Planeten nur bis zu einem gewissen Grad entfalten, weil der gegenwärtige Erdenzyklus als Ergebnis einer gefallenen Gedankenform geschaffen wurde und deshalb die Erlösende Gedankenform einer neuen LICHTregion benötigt, die um den Planeten gelegt werden soll, wenn Christus den Planeten dem VATER darbringen wird. 
(44) So befindet sich der Erdenmensch gegenwärtig in einer gefallenen Lichtdimension, die das Reich räumlicher Dunkelheit ist. Unsere chemische Entwicklung wird sich in dieser Phase planetarer Evolution nicht weiter entfalten.
(45) Wir brauchen eine höhere Lichtwertigkeit, eine höhere Licht-Neuprogrammierung, die von Vater-Systemen zu Sohn-Systemen und von Sohn-Systemen zu Shekina-Systemen synchronisiert ist.
(46) Und deshalb erkennen die „Kinder des Lichts“, daß es töricht ist, in Begriffen von normativen Werten zu sprechen, denn ihre Seele (mind) weiß um die Vergänglichkeit von Frieden und Glück in dieser Welt. Denn diese Welt bleibt immerfort im Chaos und das Kind Gottes sieht, daß vollkommene Harmonie in dieser Dimension nicht erreicht werden kann; und nur, indem es zum inneren Licht erwacht, wird sein Licht, das in der Welt, aber nicht von dieser Welt ist, vollkommen in die Himmel des Ewigen Tages verklärt werden.
(47) Daher heißt es im 1. Thessalonicher:„Ihr seid alle Söhne des Lichts und Söhne des Tags.“
(48) Mit anderen Worten, ihr seid alle Söhne und Töchter jenes Licht-Brennpunkts, jener Lichtprojektion, die als eine Göttliche Gedankenform wiedererweckt werden muss, damit sie nicht in der Gravitationsstruktur des Sonnen-Paradigmas verbleibt.
49) Dies erklärt, warum die Mehrheit der Menschheit sich wieder und wieder in dieses biochemische Plasma zurückverkörpert, nur um dazusitzen und auf ihren Nabel zu schauen und sich zu wundern, warum Gewalt über die Friedfertigen und Gerechten hereinbrechen muss.
(50) Diese planetare Knechtschaft muß über ihr Lichtfeld hinausgehen, andernfalls läßt sie zu, daß sich Materie-Energie einfach wieder in das gleiche chemische Relativitätsmuster zurückverkörpert.
(51) Enoch sagt in diesem Schlüssel, daß es ein größeres Lichtfeld gibt, an dem ihr euch erfreuen könnt. Und bis ihr euch an jenem größeren Licht-Kontinuum erfreuen könnt, das unendliche Variationen zuläßt, werdet ihr zum willfährigen Diener dessen, was die irdische Gesellschaft für Sicherheit und Frieden hält.
(52) Der Aufgestiegene Meister Paulus sagt uns weiter in 1. Thessalonicher 5, 6-11:„So lasst uns denn nicht schlafen wie die anderen (nämlich jene Menschen, die denken, daß das alles ist, und die weiterschlafen trotz dem was ihnen ihre innere Stimme sagt), sondern laßt uns wachen und nüchtern bleiben.
(…)
(93) Wenn ihr die Treue und die Liebe des lebendigen Jod-He-Wod-He, JHWH annehmt, der jenseits aller unendlichen Systeme west, werdet ihr in eine Lichtschwelle hineingeführt, wo ihr diese anderen Ebenen, anderen Reiche von Licht sehen, wahrnehmen und an ihnen Anteil haben könnt.
(94) Der Mensch ist nicht mehr eingesperrt in der Finsternis des Körpertempels; er lebt nicht mehr von der Nacht in den Tag; er schläft nicht mehr des Nachts in seinem Sinnenkörper, sondern er lebt im Ewigen ESHYOUHOD.


aus J.J. Hurtak,"Die Schlüssel des Enoch", 112, 42ff (zuerst veröffentlicht 1973)

Anm. Eshyouhod: Das reinigende und „verzehrende Feuer“ als Nemesis, negative Entropie und Gericht über die gefallenen Herren des Lichts – Meodrach, Semjaza, Baal etc. und die falschen Priesterschaften, die die Wurzelrassen der Planeten in karmischer Knechtschaft gehalten haben, blind gegen die Befreiung der Seele, die Lichtbruderschaften und Liebe des Vaters. (aus dem Glossar)

Samstag, 23. Dezember 2023

"still war das Land, / als die Liebe den Weg in das Leben fand" - Weihnachten 2023


IN BETHLEHEM

von Silvia Szödy

In Bethlehem, in dieser Nacht,
wurde die Liebe ins Leben gebracht.
Noch wusste es niemand, still schlief das Land,
es war nur Maria und Josef bekannt.

Ein Stern strahlte hell und leuchtete klar,
als Maria im Stalle den Christus gebar.
Die dunkle Nacht verlor ihren Schrecken,
das Licht dieses Sterns konnte Menschen erwecken.

Das Kind in der Krippe wusste Bescheid,
sein Herz voller Liebe, und der Weg war noch weit.
Sein Lächeln war froh und die Augen voll Licht,
als es blickte in seiner Mutter Gesicht.

Auch Ochse und Esel konnten es spüren,
dies Kind in der Krippe wird Herzen berühren.
Noch wusste es niemand, still war das Land,
als die Liebe den Weg in das Leben fand.


Im Zusammenhang mit Weihnachten ist in diesem Jahr mir etwas sehr bedeutsam geworden, wie sehr nämlich tatsächlich oft Liebe eine Illusion sein mag und wie bedeutend auf diesem Hintergrund der Zusammenhang von Weihnachten mit der Aussage aus dem Johannes-Evangelium ist: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab“.

An Weihnachten wird bekanntlich Jesus, der zukünftige Träger dieses eingeborenen, das heißt, einzigen und einzigartigen Sohnes, den wir Christus nennen, geboren. Er wird ihn tragen ab der Taufe durch Johannes im Jordan, wenn Gott sagen wird: „Dies ist mein lieber Sohn!“ Zunehmend werden ab diesem Zeitpunkt Jesus und Christus miteinander verschmelzen und der Höhepunkt dieser Verschmelzung wird Golgatha sein.

Was aber hat das mit der Aussage aus dem Johannes-Evangelium zu tun?

Bei Rudolf Steiner, dem Chef der Anthroposophen - ob er noch heute deren Chef sein wollte, da bin ich mir nicht unbedingt so sicher – habe ich etwas in Bezug auf die Liebe gelesen, was mich durchaus betroffen gemacht hat:

Er sagte dass Liebe meistens eine Illusion sei.

Die Menschen würden nicht das Gegenüber, um das es ihnen doch angeblich geht, lieben, sondern vielmehr das Gefühl, das sie in sich empfinden, wenn sie glauben, einen andern zu lieben. Sie lieben also in Wirklichkeit nicht den anderen, sondern ihr tolles Liebesgefühl. In Wirklichkeit sind sie also verliebt in ihr eigenes Gefühl. Da dieses Gefühl in ihnen ist, lieben sie im Grunde also sich selbst, nicht den andern.

Wenn man sich mit dieser Aussage auseinandersetzt, beginnt man fast automatisch seine (bisherigen) Liebesverhältnisse zu überprüfen: habe ich mich jeweils selbst geliebt, mein Gefühl von und für Liebe, oder habe ich wirklich den oder die andere geliebt?
Wahre Liebe hängt davon ab, ob ich etwas, ob ich jemanden außerhalb von mir liebe. Nur wenn ich über die Selbstliebe hinaus, und einen klitzekleinen Teil der Welt, einen anderen liebe, dann liebe ich wirklich so, wie ich es doch glaube.

Natürlich ist Selbstliebe wichtig. Es heißt in der Bibel zurecht. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, aber diese Selbstliebe sollte eine bewusste Selbstliebe sein, keine Selbstliebe, die letztendlich auf einem Irrtum basiert, auf dem nämlich dass, man doch einen anderen liebe.

Wahre und ehrliche Selbstliebe ist sehr wichtig. Das ist sozusagen der Yang-Teil der Liebe. Der Yin-Teil geht nach außen und je mehr ich in der Lage bin, die Welt zu lieben, desto mehr kann ich diesen Yin-Teil lieben. 

Deshalb ist die Aussage so wichtig, dass Gott die Welt liebt. Ich habe keinen Zweifel, dass Gott auch sich selbst liebt, sehr ehrlich und aufrichtig sich selbst liebt, seinen Yang-Teil, wie ich ihn genannt habe. Aber er liebt eben auch die Welt, die er geschaffen hat und weil er zu einem bestimmten Zeitpunkt erkannte, wie gefährdet diese Schöpfung ist - Luzifer und Satan lassen grüßen -, hat er sich entschlossen, sie zu retten, um sein Schöpfungswerk fortzusetzen. Deshalb hat er ziemlich genau zur Halbzeit der sieben Schöpfungstage seinen Sohn – man kann es nicht anders sagen – geopfert, um dieses Werk zu einem glücklichen Ende zu bringen. So sehr steht er zu seinem Werk - es war ihm ein Sohnesopfer wert. 

Das mag uns zu denken geben, dass wir in dem, was wir tun, uns selbst lieben, und zugleich, wenn es denn erforderlich ist, zu höchstem Opfer bereit sind - möglich ist das allein durch die Kraft der Liebe.

PS: Wer möchte, kann im Rahmen des You-Tube-Links die Worte des Gedichtes aufnehmen, untermalt von einer Komposition Zsolt Szödys und Zeit finden, sich eigenen Gedanken zu widmen - an Weihnachten mag man sich die Zeit nehmen …

https://www.youtube.com/watch?v=XkebsGvaoTk

Freitag, 23. Dezember 2022

Kommt alle, ich bring euch nach Haus! - Die Weihnachtsmadonna von Stalingrad.

Am Heiligen Abend 1942 bereitete der Oberarzt Dr. med. lic. theol. Kurt Reuber seinen Kameraden im Kessel von Stalingrad eine eigenartige und eindrucksvolle, unvergessliche Weihnachtsfreude, die ihnen zugleich zu einer starken Hilfe wurde. Als die Männer den notdürftig gegen Kälte und Geschosse schützenden Bunker zur einsamen Weihnachtsfeier unter den Schatten des Todes betraten, standen sie »wie gebannt, andächtig und ergriffen schweigend vor dem Bild« einer Mutter, die im weiten Mantel ihr Kind birgt. Dieses unter vielen Mühen mit Kohle auf der Rückseite einer großen russischen Landkarte gezeichnete Bild wurde bald die »Weihnachtsmadonna von Stalingrad« genannt und ist unter diesem Namen bereits weithin bekannt worden. Das Bild ist aus dem Kessel herausgekommen, der, der es schuf, ist mit den vielen in Stalingrad geblieben, verschollen. 
Das Bild der Festungsmadonna hängt im Pfarrhaus zu Wichtmannshausen bei Eschwege in Hessen.

"Dort, im Hause des Freundes, habe ich ergriffen vor diesem Bilde, gestanden", so schreibt Arno Pötzsch. "Vor der Weihnachtsmadonna und vor dem Selbstbildnis Kurt Reubers ist das hier folgende Muttergottesgedicht entstanden. Ich lege diese Verse in selbstverständlicher Bescheidenheit in die Hände der Freunde und habe nur den einen Wunsch, daß das Gedächtnis der in Stalingrad Gefallenen und Verschollenen unter uns lebendig erhalten bleibe.

" 

Niemand wird gerne, gerade an Weihnachten, an Stalingrad erinnert. 
Aber es gibt noch viele Menschen auf der Erde, die auch in der Heiligen Nacht in Stalingrad-Zuständen leben, sei es in Butscha oder Mariupol, seien es vor allem Frauen in Afghanistan oder im Iran. Ihnen ist auch heute noch dieses Gedicht gewidmet.
Auch mancher unter uns hat ja das Jahr über ein persönliches Stalingrad erleben müssen. Das Gedicht mag uns Anlass geben, der weiblichen Urkraft, die uns in der Madonna begegnen will, wieder zu vertrauen. Sie kann unsere Seele trösten und heilen, die aller Menschen!




Die Mutter Gottes von Stalingrad
Weilt heut bei den deutschen Soldaten.
Sie hat in der eisigen Winternacht
der russischen Steppe sich aufgemacht,
die Frau und die Mutter voll Gnaden.
 
Die Mutter Gottes von Stalingrad
besucht heut die Ärmsten der Armen.
Sie hocken in Trümmern in bitterster Not,
nur einer ist nahe, und das ist der Tod;
da will sich die Mutter erbarmen.
 
Die Mutter Gottes von Stalingrad,
sie kommt durch die eisigen Winde
in Hütten und Höhlen, sie findet sich ein
und lässt sich dort nieder im kärglichen Schein,
die Frau mit dem himmlischen Kinde.
 
Die Mutter Gottes von Stalingrad
sitzt still bei den Jungen und Alten.
Und den Männern weiten die Augen sich groß,
sie schauen die Mutter, das Kind ihr im Schoß,
und sachte die Hände sich falten.
 
Die Mutter Gottes von Stalingrad -
o hört doch, jetzt singt sie ganz leise!
Den Männern kling es wie Heimat und Licht.
Da löst es sich heimlich im starren Gesicht.
O Wunder der Göttlichen Weise!
 
Die Mutter Gottes von Stalingrad,
im weiten Gewande geborgen -
was seh ich! Jetzt breitet den Mantel sie aus!
Jetzt spricht sie: Kommt alle, ich bring euch nach Haus,
ich will euch, die Mutter, versorgen!
 
Die Mutter Gottes von Stalingrad,
jetzt legt sie auf alle die Hände.
Da stillt sich der Kummer, das Leid und der Schmerz,
da füllt sich mit Frieden das einsamste Herz,
wird fröhlich und still bis ans Ende.
 
Die Mutter Gottes von Stalingrad
die weiß um unsägliche Schmerzen;
sie kennt allen Jammer, sie weiß alle Not,
und tausendmal, tausendmal litt sie den Tod,
sie trug doch ein Kind einst am Herzen!
 
Die Mutter Gottes von Stalingrad -
so kam sie, die Mutter voll Gnaden,
zu den Ärmsten der Armen in heiliger Nacht,
weil die Mutter noch immer des Ärmsten gedacht,
sie kam zu den deutschen Soldaten.
 
Die Mutter Gottes von Stalingrad,
aus Liebe vom Himmel entboten,
sie hat sie gesegnet in schauriger Welt,
in Gräbern und Gruben, im grausigen Feld,
die Lebenden und auch die Toten!

(zitiert nach https://bit.ly/3YLJztDc)



Dienstag, 20. Dezember 2022

EIN GESCHENK VON DIR FÜR DICH ZU WEIHNACHTEN: ⚜️ GEIST-REICH WERDEN ⚜️ Davon erzählen "Die Sterntaler"

"Es war einmal ein kleines Mädchen, dem war Vater und Mutter gestorben, und es war so arm, dass es kein Kämmerchen mehr hatte, darin zu wohnen, und kein Bettchen mehr hatte, darin zu schlafen, und endlich gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm ein mitleidiges Herz geschenkt hatte. Es war aber gut und fromm. Und weil es so von aller Welt verlassen war, ging es im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus ins Feld.
Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach: "Ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungrig." Es reichte ihm das ganze Stückchen Brot und sagte: "Gott segne dir's," und ging weiter. Da kam ein Kind, das jammerte und sprach: "Es friert mich so an meinem Kopfe, schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann." Da tat es seine Mütze ab und gab sie ihm. Und als es noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind und hatte kein Leibchen an und fror: da gab es ihm seins; und noch weiter, da bat eins um ein Röcklein, das gab es auch von sich hin. Endlich gelangte es in einen Wald, und es war schon dunkel geworden, da kam noch eins und bat um ein Hemdlein, und das fromme Mädchen dachte: "Es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl dein Hemd weggeben," und zog das Hemd ab und gab es auch noch hin.
Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel, und waren lauter blanke Taler; und ob es gleich sein Hemdlein weggegeben, so hatte es ein neues an, und das war vom allerfeinsten Linnen. Da sammelte es sich die Taler hinein und war reich für sein Lebtag."


Wenn im Märchen Vater und Mutter sterben, dann ist es das Wissen um unsere Herkunft, die entschwunden ist. In Mythen stehen Mädchen und Frauen für die menschliche Seele. Irgendwann hat sie das Gefühl, gar nirgends mehr hinzugehören. Wie auch - ihre Heimat hat sie mit dem Tod von Vater und Mutter verloren. Mit dem sogenannten Sündenfall.
Unsere Reise durch all die Erdenwirklichkeiten beginnt.
Und sie führt dazu, dass wir zunehmend nur noch unser Herz haben, das uns dazu bringt, auch noch unser letztes Hemd herzugeben, weil wir sehen, wie wenig die Menschen doch haben, gerade die, wie wir wissen, die scheinbar reich sind - in Wahrheit haben sie doch meist nichts als ihr Geld.
Wie arm sie in Wahrheit sind.
In der dunklen Nacht der Seele geben wir alles auf und stehen nackt da. Wir haben nichts mehr.
Auf einmal meldet sich bei uns unsere wahre Heimat und sie überschüttet uns mit dem Reichtum, den nur sie hat.
Heut schleust er wieder auf die Tür, so heißt es in einem Weihnachtslied.
Die Taler unserer wahren Heimat sind geistige Gaben, und die machen uns reich, geist-reich.
Weihnachten will das geschehen.
Immer kann Weihnachten sein.
An Weihnachten ganz besonders.

Sonntag, 26. Dezember 2021

EIN ORATORIUM FÜR DEUTSCHLAND

In der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag habe ich auf MDR die Aufzeichnung des Weihnachtsoratoriums aus dem Jahre 2019 gesehen, ich glaube, es war eine Aufnahme aus der Thomaskirche in Leipzig. Als ich einschaltete, sangen gerade die 10-11-jährigen Jungen eine Sopranpassage und es war für mich unglaublich eindrucksvoll, die Schönheit dieser Kinder wahrzunehmen: Jeder sah auf seine Weise eigenartig einzigartig aus und ganz besonders und jeder sang auf seine Weise seinen Part hingebungs- und seelenvoll, zutiefst innig. Und auch die jungen Männer, die sich anschlossen und ihre Tenor-und Baritonpartie sangen, ließen mich denken, dass unter ihnen möglicherweise Menschen sind, die die Geschicke unseres Landes in der Zukunft bestimmen und ich dachte bei mir: Wenn sie es sind, die es tun, ist mir nicht bange, denn die da sangen wirkten auf mich wie große (und, um es spirituell auszudrücken: alte Seelen, reife alte Seelen - denn es gibt auch solche, die alt und ohne Moral sind, wie wir alle bestens wissen).


Mir kam im Verlauf des Oratoriums der Gedanke, dass sich in dieser Sphäre kein Virus halten kann; bei all jenen, die ich singen und ihre Instrumente spielen sah, hatte ich den Eindruck, als ob ihre Seelen ganz aufgerichtet seien und frei von jeder Gefahr, von einem Virus befallen zu werden. - Und so mag es auch den Zuhörern gegangen sein und heute noch gehen.
Und ich dachte bei mir, wie gut es wäre, wenn ganz Deutschland diese wunderbare Musik hören könnte, die die Seelen reinigt und heiligt. Das ist einfach spürbar, wenn man dieses große Werk Bachs hört, wie gut es der Seele tut. Von Händels „Hallelujah“ sagt man, dass immer, wenn es auf der Erde gesungen werde, auch im Himmel ein Engelchor mitsinge. Ich für mich weiß, dass das stimmt. Diese Musik ist magisch und verbindet Himmel und Erde. Und Gleiches gilt auch bezüglich des Weihnachtsoratioriums.
Was für ein Gefühl, wenn der Choral „Ich steh an deiner Krippen hier“ ertönt …
Was würde mit einem Volk und seiner Gesundheit geschehen, wenn, statt der ständigen Corona-Beschallung, die Seelen von solcher Musik berührt würden!


Ich behaupte, jeder Politiker weiß tief in seinem Inneren, dass wahr ist, dass nämlich eine wundersame Heilung stattfände. Vor allem, wenn dies regelmäßig geschähe.
Ich glaube übrigens auch, dass dieses Bewusstsein sich wieder einstellt, denn offensichtlich ist doch, dass Corona sich nicht eindämmen lässt, selbst im Rahmen solcher Populationen nicht, die eine höhere Impfrate haben als wir in Deutschland. Wir werden, wenn wir und die Welt so weitermachen, von einer Welle in eine nächste torkeln und immer wird man uns sagen: Wir müssen Erfahrungen sammeln, denn keiner weiß im Moment genau, was geschieht. Und wenn die nächste Mutation kommt, wird der Impfstoff wieder angepasst werden müssen, es wird zum fünften Mal unbedingt geboostert werden müssen und immer noch werden jene schuld sein, die sich nicht haben impfen lassen.
Ich wünsche mir sehr, dass bei uns wieder Menschen das Sagen haben und eine Stimme erhalten, die wissen, was den Seelen wirklich gut tut, was sie brauchen, um körperlich wie seelisch genesen bzw. gesund bleiben zu können.
Halten wir unsere Seelen frei von der ständigen Corona-Beschallung, damit wir uns für eine wahre Heilung einsetzen können!
(Foto Simon Riedel)




Samstag, 25. Dezember 2021

DIE GEBURT JESU AUS DER PERSPEKTIVE DES CHRISTUS

Ich möchte das als sehr waghalsiges Unterfangen bezeichnen, zu versuchen, sich in Christus hineinzuversetzen, wie er die Geburt eines Menschen anschaut bzw. an ihr teilnimmt, eines Menschen, in den er knapp 30 Jahre später inkarnieren wird. In der Schilderung der Jordantaufe, als Johannes der Täufer den Menschen Jesus taufte und eine der höchsten Gottheiten des Kosmos in einen menschlichen Leib einzog - übrigens erst kurz vor Golgatha zur Gänze (weil es ein so schmerzhafter Prozess war) - wird dieses Geschehen angedeutet.

Mir war als Kind und Jugendlicher in meinem ach so tief-religiösen Elternhaus nie klar, warum man mal Jesus, mal Christus, mal Jesus Christus sagte. Nachgefragt habe ich seltsamerweise auch nicht. Heute denke ich, dass ich es weiß und in meiner Vorstellung umschwebt der Geist Christi die Erde und kommt immer dann in ganz besonderer Weise auf sie, wenn ein Mensch sich ganz intensiv mit ihm zu verbinden vermag. Er mag dann erkennen, dass Christus in der Geistigen Welt DIE dirigierende Kraft ist. Allerdings, so betont Rudolf Steiner in seinem Werk „Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt“: „Der Christus ist eine so gewaltige Wesenheit, daß sie selbst für das höchste hellseherische Bewußtsein unerfaßlich bleibt. Wie hoch sich der Initiierte [der Eingeweihte also] auch erheben mag, er begreift nur einen geringen Teil von ihm.“
Auf diesem Hintergrund möchte man meinen Versuch, sich diese Gottheit vorzustellen, wie sie mit der Geburt des Jesus umgeht, fast als anmaßend ansehen; aber es ist auch ein Versuch der Annäherung an diese große Gottheit, denn für mich ist auch klar, dass der Stall zu Bethlehem einer der geschütztesten Orte war, die jemals auf der Erde existierten. Es muss für all die Menschen, die Eltern, die Hirten und Tiere eine unfassbare Atmosphäre geherrscht haben und ein ganz, ganz schwacher Abglanz ist zu spüren, wenn man an Heilig Abend auf den Balkon tritt oder sich aus dem Fenster beugt und wahrnimmt, dass in der Luft etwas ganz anders ist als sonst, dass man einen Frieden spürt, wie man ihn manchmal auch an einem Sonntagmorgen empfinden kann.
An den Grenzen dieses so beschützten Bethlehem-Raumes - und er mag weit über den Stall hinausgegangen sein - krümmt sich übrigens der Virus samt aller zukünftiger Mutationen wie ein Wurm. Eben auch heute, wenn Menschen diesen geistigen Raum erschaffen.
Hier hat er keinen Zutritt und mag sich sättigen an all den Epidemiologen, Virologen und jenen, die er fest im Griff hat. Es ist das keine Schande, in seinem Griff zu sein und sich mit der vierten und diversen weiteren Wellen auseinanderzusetzen - es ist einfach dies die Realität unserer Erde.
Nur dass ich nicht eine Stimme gehört habe, die darauf hinweist, dass der Geist von Weihnachten, wo er zugegen ist, coronafreie Räume schafft, das macht betroffen.
Natürlich hängt das auch damit zusammen, dass in so vielen Kirchengemeinden die Gottesdienstteilnehmer sich den Virus zugesungen haben. Das macht deutlich, dass tausendmal Gott im Monat zu sagen, nicht diese Sphäre schafft, sondern der Weg dorthin ein riskanter und schwieriger ist. Und auf diesem Weg ist man nicht einmal vor dem Tod geschützt. Nur macht jeder Meter, den man auf diesem Weg zurücklegt den sogenannten Tod zu einer Geburt; mir ist deshalb dieser Weg jedes Risiko wert.
Jedenfalls war meine Vorstellung von Christus und seiner Gegenwart um Bethlehem und so nah bei Maria und Joseph und dem Kind ein für mich in Ansätzen seltsam-bemerkenswertes und auch mit einem heimeligen Gefühl verbundenes Unterfangen und nächstes Jahr werde ich mir mehr Zeit nehmen, mich darin einzufühlen.

Vielleicht macht jemand mit und wir tauschen uns aus.
(Bildquelle pisaba.com)





Montag, 20. Dezember 2021

Statt Virus und Grippe: KRAFT AUS DER KRIPPE! -- Von O-MIKRON zu O-MEGA!

Noch nie, seit ich es miterlebe, waren die Energien so stark, die die Menschen vom wahren Weihnachten trennen wollen, die möchten, dass über eine vierte, fünfte, sechste und weitere Wellen gesprochen wird, über Boostern, über die Botschaft des Corona-Expertengremiums, über Long-Covid, Teil-Lockdown und Omikron.
"Omikron" ist die Bezeichnung für das kurze O des griechischen Alphabets, ein spürbar kurzatmiges O.


Es geht aber um das andere O, das so bedeutungsvolle griechische O, das "Omega" als letztem Buchstaben des griechischen Alphabets, das enthalten ist in der Christus-Aussage: ´Ich bin das A und das O´, also dem Alpha als erstem Buchstaben und Omega, als letztem Buchstaben, dessen Hauch in alle Ewigkeiten geht, wie es mehrfach in der ´Offenbarung des Johannes´ angesprochen ist, unter anderem in dem Satz:
„Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, zu geben einem jeglichen, wie seine Werke sein werden.
Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte.
Selig sind, die seine Gebote halten, auf daß sie Macht haben an dem Holz des Lebens und zu den Toren eingehen in die Stadt.…“
Unser Werk möge sein, nicht auf das Omikron hereinzufallen, sondern, uns zu bekennen zu dem Omega und zu wissen darum, dass unser Weg begonnen hat mit dem Alpha und gipfelt in den Worten, die sich ebenfalls in der ´Offenbarung´ finden:
„Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will den Durstigen geben von dem Brunnen des lebendigen Wassers umsonst.“

Lasst uns Weihnachten gemeinsam und sehr bewusst aus diesem Brunnen trinken!

Dienstag, 24. Dezember 2019

"Heut zündet uns das Herz die Sterne an / und Stille legt sich über alle Meere" - Sternenstille. Ein Weihnachtsgedicht von Constanze.

Auch heute werden noch wunderschöne Gedichte geschrieben:

Heut zündet uns das Herz die Sterne an
und Stille legt sich über alle Meere,
es scheint, als ob die letzte Erdenschwere
zerstiebt im funkelnden Gestirneplan
und aufgeht nur in lichten Augenblicken,
im klaren Schauen mag die Einheit glücken,
Vergangenes und Hoffendes in eins
zu einem leuchtenden Gesicht erhoben,
es lächelt nah und fern und von ganz oben
und birgt die Stimme eines ganzen Seins,
die Schönheit ist und Liebe – nur dies eine
auf Gottes großer, heller Sternenbahn,
aufflammt, entfacht mit Feuer selbst das Kleine
und weist die Richtung jedem Lebenskahn –
du himmlisch Ausgestreuter gibst dir Ehre,
legst still dein Herz heut über alle Meere!

("Sternenstille". Von Constanze am 23.12. veröffentlicht auf ihrem Blog Das poetische Zimmer https://bit.ly/2MnPodb)

Montag, 23. Dezember 2019

Als Deutscher muss man sich für diese Bundesregierung, für Heiko Maas und Angela Merkel schämen. Sie kuschen vor Mördern!

Putin und Assad lassen in Syrien seit Tagen Zivilisten zusammenbomben. Möge der Himmel diese Grausamkeiten Ihnen bald vergelten. - China ist nicht minder beteiligt. - Erschreckend finde ich ebenfalls, dass die Welt zusieht und schweigt!



PS.  Wie mir eine liebe Freundin heute Abend mitteilte, hat sie auf Bayern 5 gehört, wie der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Bedfort-Strohm die Zustände in Syrien angeprangert hat. Den genauen Wortlaut kenne ich nicht, aber immerhin hat wenigstens einer Flagge gezeigt. Schön wäre es vor allem dann, wenn er klar angesprochen hätte, dass zu viele heutige Regenten hundert- ja tausendfache Mörder sind.
Diese Tatsache muss als Bewusstsein in die Welt. Und sagen können es nur die, die nicht gleich umgebracht werden . . .

Freitag, 20. Dezember 2019

"Christus wird in Armut und Niedrigkeit geboren!" - Søren Kierkegaard und warum die fette Gans und das Fest-Gedröhne nicht zu Weihnachten passen. -

Wenn es nach Søren Kierkegaard geht, könnte der Pfarrer zum 4. Advent oder in der Christ-Vesper eine Scheibe Brot hochhalten und sagen: "In diesem Moment müssen sich auf unserer Erde Menschen, wie wir hier, diese eine Scheibe Brot teilen. Jesus wurde von Beginn an für einen schmalen Weg geboren. Und ich predige über diesen schmalen Weg, der ich auf dem breiten mich befinde - wie die meisten von uns hier . . ."

Søren Kierkegaard in Zur Selbstprüfung der Gegenwart empfohlen
Christus ist der Weg. Das sind seine eigenen Worte, so muß es wohl die Wahrheit sein.
Und dieser Weg ist schmal. Das sind seine eigenen Worte, so muß es wohl Wahrheit sein. Ja, ob er es auch nicht gesagt hätte, es würde doch Wahrheit sein. Hier hast Du ein Beispiel davon, was »predigen« im höchsten Sinne ist. Denn ob Christus auch nie gesagt hätte: »die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führet«, – sieh ihn an, und Du siehst gleich: der Weg ist schmal. Und eine ganz anders stetige und ganz anders eindringliche Verkündigung dessen, daß der Weg schmal ist, ist ja dies, daß sein Leben jeden Tag, jede Stunde, jeden Augenblick ausdrückt: der Weg ist schmal – als wenn sein Leben es nicht ausgedrückt, und er dann einige Male verkündigt hätte: der Weg ist schmal. Du siehst hier zugleich, daß es der größtmögliche Abstand von der wahren Christentums-Verkündigung ist, wenn ein Mann, dessen Leben täglich und stündlich und in jedem Augenblick das Gegenteil davon ausdrückt, etwa eine halbe Stunde lang das Christliche predigt. Eine solche Verkündigung verwandelt das Christliche in sein gerades Gegenteil. (. . .)  Es sind nicht zwei Wege da, ein leichter, gebahnter, auf dem der Verkündiger wandelt, während er verkündet, daß »der Weg« schmal sei, nämlich der wahre Weg, der Weg, auf dem er nicht wandelt, so daß seine Verkündigung die Menschen einladet, Christo auf dem schmalen Wege nachzufolgen, während sein Leben, was natürlich eine weit größere Macht ausübt, sie einlädt, dem Verkündiger aus dem leichten, gebahnten Wege nachzufolgen. Ist das Christentum? Nein, christlich sollen Leben und Verkündigung dasselbe ausdrücken, nämlich dieses: »der Weg« ist schmal.
Und dieser Weg, welcher Christus ist, dieser schmale Weg, ist schmal in seinem Anfange.
Christus wird in Armut und Niedrigkeit geboren! fast wird man versucht, zu denken, es sei nicht ein Mensch, der da geboren wird – er wird in einem Stalle geboren, in eine Krippe gelegt, und, wunderlich genug, wird ihm doch schon als Kind von den Machthabern nachgestellt, so daß die armen Eltern mit ihm flüchten müssen. Das ist in Wahrheit sogar ein merkwürdig schmaler Weg, denn wenn man in Hoheit geboren wird, z.B. als Thronerbe, ja, dann kann es wohl geschehen, daß man den Nachstellungen der Mächtigen ausgesetzt ist; aber in einem Stalle geboren werden – das ist Armut und Dürftigkeit, die drückend genug sein kann; dann pflegt man aber sonst auch von den Nachstellungen der Mächtigen befreit zu sein.
Aber wie er bei der Geburt nicht zur Hoheit bestimmt scheint, so bleibt es auch ungefähr wie es im Anfang war: er lebt in Armut und Niedrigkeit, hat nicht, da er sein Haupt hinlege.
Dies würde wohl schon genug sein, um, menschlich geredet, von einem Wege zu sagen, daß er schmal sei. Und doch ist dies noch das Leichteste auf dem schmalen Weg.
Ganz anders schmal ist der Weg, und gleich von Anfang an. Denn sein Leben ist gleich von Anfang an eine Versuchungsgeschichte; die Versuchungsgeschichte ist nicht bloß ein einzelner Abschnitt aus seinem Leben, vierzig Tage, nein sein ganzes Leben ist, wie es auch Leidensgeschichte ist, so Versuchungsgeschichte.


Samstag, 30. November 2019

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt . . . Über eine Gesellschaft, die sich systematisch selbst entweihnachtet!


Am untersten Ast sah man entsetzt
Die alte Wendel hangen.
Hell schien der Mond ihr ins Gesicht,
Das festlich still verkläret;
Weil auf der Welt sie nichts besaß,
Hatt' sie sich selbst bescheret.

Einer Gesellschaft, die sich systematisch selbst entweihnachtet, hält Gottfried Keller (1819-1890), der Schweizer Lyriker und Romanautor mit seinem Gedicht "Weihnachtsmarkt" einen angemessenen Spiegel vor. Jahr für Jahr wird er angemessener. Jahr für Jahr zieht Weihnachten früher auf die Märkte und in die Kaufhäuser ein. Christstollen sind oft schon vor dem 1. Advent ausverkauft. Kinder haben von Weihnachten genug. Schon vor dem 1. Advent hängt es ihnen zu den Ohren raus. Mit Macht wird man beschallt. Aber die Töne kommen nicht mehr an. Sie schließen kein Herz mehr auf. Es ist wie auf vielen Feldern: Unsere Gesellschaft gräbt sich die eigenen Wurzeln ab und während wie - was durchaus auch wichtig ist - über Rechtsradikalismus, Klimanotstand, Windräder, Elektroautos und digitale Rückständigkeit Deutschlands diskutieren, verlieren wir unsere Wurzeln und alles, über was wir diskutieren, könnte irgendwann gar keine Rolle mehr spielen - wer keine Wurzeln hat, ist eh schon tot, oft, bevor er es merkt; da spielt eigentlich auch keine Rolle mehr, dass nicht wenige unter uns sich Weihnachten gar nicht leisten können . . .

Welch lustiger Wald um das hohe Schloß
hat sich zusammengefunden,
Ein grünes bewegliches Nadelgehölz,
Von keiner Wurzel gebunden!

Anstatt der warmen Sonne scheint
Das Rauschgold durch die Wipfel;
Hier backt man Kuchen, dort brät man Wurst,
Das Räuchlein zieht um die Gipfel.

Es ist ein fröhliches Leben im Wald,
Das Volk erfüllet die Räume;
Die nie mit Tränen ein Reis gepflanzt,
Die fällen am frohsten die Bäume.

Der eine kauft ein bescheidnes Gewächs
Zu überreichen Geschenken,
Der andre einen gewaltigen Strauch,
Drei Nüsse daran zu henken.

Dort feilscht um ein winziges Kieferlein
Ein Weib mit scharfen Waffen;
Der dünne Silberling soll zugleich
Den Baum und die Früchte verschaffen.

Mit rosiger Nase schleppt der Lakai
Die schwere Tanne von hinnen;
Das Zöfchen trägt ein Leiterchen nach,
Zu ersteigen die grünen Zinnen.

Und kommt die Nacht, so singt der Wald
Und wiegt sich im Gaslichtscheine;
Bang führt die ärmste Mutter ihr Kind
Vorüber am Zauberhaine.

Einst sah ich einen Weihnachtsbaum:
Im düsteren Bergesbanne
Stand reifbezuckert auf dem Grat
die alte Wettertanne.

Und zwischen den Ästen waren schön
Die Sterne aufgegangen;
Am untersten Ast sah man entsetzt
Die alte Wendel hangen.

Hell schien der Mond ihr ins Gesicht,
Das festlich still verkläret;
Weil auf der Welt sie nichts besaß,
Hatt' sie sich selbst bescheret.

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Wie ist die Welt so stille!

Vor allem die Stille führt uns zu der Erkenntnis, dass die Welt ein Buch ist, in dem wir lesen, das wir aber zugleich selbst schreiben.

In diesem Buch lesen wir auch von uns, und indem wir zugleich aufschreiben, dass wir das tun, schaffen wir uns selbst, ein unendlicher Prozess, es sei denn, wir finden einen Namen für all das.

Diesen Namen aber vermag uns nicht unser Verstand zu geben. Er kommt von tief innen und von weit oben zugleich.

Michael Ende und seiner Unendlichen Geschichte verdanke ich obigen Gedanken; er und Matthias Claudius und Joseph von Eichendorff waren und sind Brüder im Geiste.

Bezeichnend, dass Matthias Claudius' Blick sich in seinem Abendlied, aus dem die Worte der Überschrift ja stammen, zuerst nach oben richtet, zum Himmel; doch im Anschluss geht sein Blick auch in den folgenden Strophen 
immer wieder zur Erde, so, als wolle er die Weisheit des unendlichen Alls, der Welt, wie er schreibt, in die stille Kammer holen, die bestenfalls in uns ist.

Ganz anders ist es im Weihnachtsgedicht des Joseph von Eichendorff, in dessen Lyrik immer wieder die Sehnsucht nach der Heimat zu spüren ist, dem verlorenen Schlossgut der Eltern auf den Oderterrassen, ein Verlust, der vom Schicksal so vorgesehen gewesen sein mag, damit die Sehnsucht als spirituelle Kraft in seinem Werk so überzeugend Ausdruck finden konnte.


In seinen Strophen ist der Blick des lyrischen Ichs zunächst auf die menschlich reale Ebene gerichtet, die er durchaus mit Distanz, aber zugleich empfindsam einfühlsamem und sinnendem Blick wahr- und aufnimmt.


Markt und Strassen steh'n verlassen
still erleuchtet jedes Haus
sinnend geh ich durch die Gassen
alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt
tausend Kindlein steh'n und schauen
sind so wunderstill beglückt.

Still wird zu wunderstill und Frieden und Glück sind greifbar nahe; es ist alles geschmückt, fromm geschmückt. In dieser Weihnachtsnacht ist alles fernab jeglicher Profanität. Kein Haus ist dunkel, und wie es im Traum oft der Fall ist, mögen die still erleuchteten Häuser für die Seelen der Menschen stehen und die tausend Kindlein für alle, auch die inneren Kindlein der Erwachsenen, die angesichts der Stillen Nacht wieder ihr kindliches Staunen und ihre Demut vor dem großen Geschehen entdecken wollen.

Und nun weitet sich das Geschehen auch bei Eichendorff, denn was sich im Außen abspielt, ereignet sich auch im Inneren:


Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld
hehres Glänzen, heil'ges Schauen
wie so weit und still die Welt.

Dieses Empfinden-Können, das die Seele des lyrischen Ichs zu zeigen vermag, lässt alle Mauern hinter sich. Sie ist frei für das Glänzen und Schauen, für die Weite und Stille der Welt.

Im ganzen Gedicht ist durch die fortwährenden Zeilensprünge eine Vorwärtsbewegung, begleitet durch die Alliterationen wie hehr und heilig und weit und Welt, die durch den Buchstabenklang alles ins Innere tragen, verstärkt durch die Zwillingsformen wie hehr und heilig, weit und still, steh´n und schauen.

Das lässt sogar die Sterne lebendig werden und die Verse in die Schluss-Strophe münden:


Sterne hoch die Kreise schlingen
aus des Schnee's Einsamkeit
steigt's wie wunderbares Singen
Oh Du gnadenreiche Zeit!

Warum ist die Stille so wichtig?

Wenn die Seele zur Ruhe kommt, ist es, wie wenn der See still und klar ruht, wie es in Leise rieselt der Schnee heißt. Und wenn der See still und klar ruht, dann kann sich der Himmel im Wasser, das ja immer ein Symbol der Seele ist, spiegeln. In den aufgewühlten Wassern ist die Welt laut, ihre Lichter schreien, ihre Kraft ist Gewalt, ihr Glanz ist Fassade und Politur.


Wir erinnern uns, dass Jesus den tosenden Sturm des Sees Genezareth zur Ruhe brachte und eine Stille eintrat. Wie so oft ist auch hier das Geschehen tief symbolisch und reicht bis in die Weihnachtsnacht. Ihre Stille.

Für die Menschen früherer Zeiten war es ein notwendiger Brauch an Sylvester, dass man die bösen Geister vertreibe. Doch wissen wir, dass das ständige Lärmen, das unsere Kultur auszeichnet, längst vor allem die guten vertreibt.

Eigentlich aber ist in unserer Kultur der Wert der Stille tief verankert, bis hinein in den 23. Psalm, den Martin Luther ruhig genauer hätte übersetzen können, wenn es dort eigentlich heißt:


Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum stillen Wasser.

David, judäisch-israelischer König und Verfasser dieses Psalms, wusste sehr wohl, dass gerade das stille Wasser Tiefe gibt und Kraft.

Die Stille der Nacht, die Stille Nacht, die Heilige Nacht, will in die Tiefe führen des eigenen Inneren, wo die Geburt jenes Lichts stattfinden kann, das unser Leben gestalten und unsere Kultur ihrer Bestimmung zuführen will.

Ich möchte alle Leser weihnachtlich grüßen, wie schon im letzten Post mit Worten des von mir so geschätzten Friedrich von Bodelschwingh, der allen seelisch Kranken und Behinderten eine Heim- und Heilstätte gab:



Nach Hause kommen, das ist es, 
was das Kind von Bethlehem allen schenken will, 
die weinen, wachen und wandern auf dieser Erde.



✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡ ✡
Buchveröffentlichung Gedichtinterpretationen gestalten lernen
Für Oberstufenschüler und alle, die verstehen möchten, auf 
welche Weise Inhalt und Form von Gedichten in unsere 
Tiefenstruktur hineinwirken. - Mehr unter diesem LINK
.

Samstag, 5. Dezember 2015

Was henkt denn da im Weihnachts-Tann?

Kurz vor dem zweiten Advent mag das Gedicht von Gottfried Keller noch dahingehen. Noch keine Gefahr, dass die Weihnachtsgans im Hals stecken bleibt.

Der alten Wendel hätte das eh nicht passieren können. Von einer Gans konnte sie nur träumen.

Aber schön der Reihe nach. Zuerst sei einmal gesagt, dass es eigentlich schade ist, dass Gottfried Keller (1819 - 1890) so in der Versenkung  verschwunden ist. Rein körperlich kann man das durchaus nachvollziehen, schließlich war der gute Mann ja kaum mehr als 1,40 Meter groß, liebte allerdings bevorzugt große Frauen - bzw. verliebte sich in sie, mehr war nicht drin (vielleicht wählte er sie ja gerade deshalb aus) - und war im Übrigen ein ziemlicher Holterdipolter, was ihn zwar für die Berliner und Züricher Gesellschaft durchaus attraktiv machte - welche gut-bürgerlichen Kreise umgeben sich nicht gern mit einem etwas aus der Art geschlagenen Bohemien -, aber zumindest Frauen mag er nicht sonderlich geheuer gewesen sein.

Nichtsdestotrotz hat er sie sehr verehrt, noch im schmerzlichen Verlust, wie sein zärtliches Gedicht Schöne Brücke zeigt:.
Schöne Brücke, hast mich oft getragen,
Wenn mein Herz erwartungsvoll geschlagen
Und mit dir den Strom ich überschritt.
Und mich dünkte, deine stolzen Bogen
Sind in kühnerm Schwunge mitgezogen,
Und sie fühlten meine Freude mit.
.
Weh der Täuschung, da ich jetzo sehe,
Wenn ich schweren Leids hinübergehe,
Daß der Last kein Joch sich fühlend biegt;
Soll ich einsam in die Berge gehen
Und nach einem schwachen Stege spähen,
Der sich meinem Kummer zitternd fügt?
.
Aber sie, mit anderm Weh und Leiden
Und im Herzen andre Seligkeiten:
Trage leicht die blühende Gestalt!
Schöne Brücke, magst du ewig stehen,
Ewig aber wird es nie geschehen,
Daß ein beßres Weib hinüber wallt
Selbst wenn SIE anderes im Sinn hat als ihn: Möge sie als blühende Gestalt dennoch von der Brücke getragen sein.

Das klingt fast zu selbstlos. - Aber die Zeilen wirken ehrlich.

Ehrlich gesagt, vermisse ich ihn, den Gottfried Keller, seine Präsenz im Bewusstsein der Menschen (in der Schule wird er ja kaum mehr gelesen - vielleicht ist er immer noch zu kritisch-subversiv, zumindest in manchen seiner Werke; die erste Fassung des Grünen Heinrich ist wirklich lesenswert).

Doch zurück zu Weihnachtsgans, Lametta, Tannenreis und Rauschgoldengelchen.

Gottfried Kellers Gedicht Weihnachtsmarkt beginnt:
Welch lustiger Wald um das hohe Schloss
hat sich zusammengefunden,
Ein grünes bewegliches Nadelgehölz,
Von keiner Wurzel gebunden!.
Anstatt der warmen Sonne scheint
Das Rauschgold durch die Wipfel;
Hier backt man Kuchen, dort brät man Wurst,
Das Räuchlein zieht um die Gipfel.
Es ist ein fröhliches Leben im Wald,
Das Volk erfüllet die Räume;
Die nie mit Tränen ein Reis gepflanzt,
Die fällen am frohsten die Bäume
Ein wenig irritierend mag ja sein, dass von einem lustigen Wald im Zusammenhang mit Weihnachten die Rede ist, dass Rauschgold durch die Wipfel scheint, dass das grüne Nadelgehölz gar nicht verwurzelt ist und dass zwei Verse vorkommen, die an tiefsinnige Goethesche Zeilen erinnern:
Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
Wer nie die kummervollen Nächte
Auf seinem Bette weinend saß,
Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.
Ob unser Gottfried absichtlich eine Goethesche Wendung aufnahm? Gar,  um sich von ihr abzusetzen?

Zwar sind die von ihm angesprochenen Tränen gewiss auch mit Kummer verbunden, aber um die, die sie weinten, geht es gar nicht, sondern um die anderen, die ganz und gar keiner himmlischen Mächte bedürfen, fällen sie doch ganz tränenlos und sehr munter Bäume. - Denen, die weinten und noch weinen, ist wohl eher nicht danach. - Noch aber kommen sie nicht vor.

Es heißt bei Gottfried Keller dann weiter:
Der eine kauft ein bescheidnes Gewächs
Zu überreichen Geschenke,
Der andre einen gewaltigen Strauch,
Drei Nüsse daran zu henken.
Dort feilscht um ein winziges Kieferlein
Ein Weib mit scharfen Waffen;
Der dünne Silberling soll zugleich
Den Baum und die Früchte verschaffen.
Mit rosiger Nase schleppt der Lakai
Die schwere Tanne von hinnen;
Das Zöfchen trägt ein Leiterchen nach,
Zu ersteigen die grünen Zinnen..
Gut, lieber Gottfried, das mit dem "henken" wäre nun nicht nötig gewesen und zu Weihnachten passt eine durch eine Alliteration verbundene Wortkombination wie Weib und Waffen nun auch nicht gerade,  zumal noch scharfen.

Gut, dass da ganz diminutivmäßig ein Zöfchen ein Leiterchen nachtragen darf - Keller weiß doch noch, was sich gehört.

Und immerhin werden die Weihnachtsbaumspitzen zu Zinnen stilisiert.

Bei Matthias Claudius war der Wald schon personifiziert, er stand schwarz und schwieg. Hier ist er es auch, nämlich personifiziert, aber wenigstens singt er:
Und kommt die Nacht, so singt der Wald
Und wiegt sich im Gaslichtscheine;
Bang führt die ärmste Mutter ihr Kind
Vorüber am Zauberhaine.
Er kann´s nicht lassen, der Gottfried, diesen weihnachtszersetzenden Tonfall. Muss das sein, den Wald sich im Gaslichtschein wiegen zu lassen (Alliterationen mag er wirklich, der Keller).

Und muss das sein, den Weihnachtsmarkt als Zauberhain zu bezeichnen?

Haben sich da welche verzaubert wie der Zauberlehrling in Goethes berühmter Ballade?

Oder ist nicht Weihnachten unser aller willkommene Zauberlandschaft?

Jedenfalls war sich Gottfried Keller der Gesetze des aufkommenden Geldmarktes sehr bewusst und hat sie auch wiederholt in seinen Werken angesprochen.

Wie ich darauf komme: Hat die Mutter - sie wird als ärmste bezeichnet - Angst vor der Frage des Kindes: Mama, kaufst Du mir . . .  ?

Übrigens: Wenn ich das Gedicht im Netz gefunden habe, dann wiederholt nur in Ausschnitten und nur ein einziges Mal mit den folgenden, den letzten drei Strophen. Meistens wurden die zitiert, die rührselig weihnachtlich klingen können (obwohl das eigentlich kaum geht, aber wenn man will, geht alles . . .).

Die, die Kellers Zeilen so entstellend verwendet haben, waren wohl auch sehr im Zauberhain aktiv und gewaltig von ihm infiziert  :-(

Denn: respektloser und verunglimpfender kann man kaum mit einem Autor umgehen, als wenn man die letzten drei Strophen weglässt. Ohne sie ist das Vorausgehende nicht wirklich angemessen einzuordnen. Sie lauten:
Einst sah ich einen Weihnachtsbaum:
Im düsteren Bergesbanne
Stand reifbezuckert auf dem Grat
die alte Wettertanne
Und zwischen den Ästen waren schön
Die Sterne aufgegangen;
Am untersten Ast sah man entsetzt
Die alte Wendel hangen.
Hell schien der Mond ihr ins Gesicht,
Das festlich still verkläret;
Weil auf der Welt sie nichts besaß,
Hatt' sie sich selbst bescheret
Man weiß ja, dass Keller in seinem Werk wiederholt starke Anflüge nicht nur eines poetischen Realismus - dem man ihn literaturepochentechnisch zuordnete - sondern eines tatsächlich sozialen Realismus hatte, zu sehr gerät manches Mal sein Personal ins Schlingern angesichts der Anforderungen an eine Bürgerlichkeit, die manche gern überall sehen wollen, aber eher per soap als in Wirklichkeit - das war schon damals so, und Keller wusste darum.

Manches Mal zog er den Vorhang weg. - Wie hier.

Goethe spricht übrigens in der weiteren Folge der oben zitierten Verse  von den himmlischen Mächten weiter:.
Ihr führt ins Leben uns hinein,
Ihr lasst den Armen schuldig werden,
Dann überlasst ihr ihn der Pein,
Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.
Da nun steckt viel karmisches Pathos drin, und das kommt jenen Esoterik-Leutchen zupass, die gern darüber hinwegsehen, dass die Realität auf der Erde gar nicht zu dem prognostizierten Wassermann-Zeitalter-Eiapopeia passen will. Ganz im Gegenteil.

Ich denke, dass da Herr Luzifer mit wenig Aufwand ganze Arbeit leistet, denn anstatt mancher Meditationsrunde wäre es sinnvoller, Sprachkurse für Flüchtlinge anzubieten oder bei einer Tafel mitzuarbeiten. Vielleicht auch einer ärmsten Mutter zu helfen.

Jedenfalls kann man bei so viel aktuellem Helene-Fischer-und-Johannes-B.-Kerner- und-ein Herz-für-Kinder-Lametta schon mal übersehen, dass auch 2015 eine alte Wendel im Weihnachtsbaum hängen wird.

In Ruhe hängen aber lässt Gottfried Keller die alte Wendel im Bannwald der Gebirge seiner Schweizer Heimat. Auch wenn die Atmosphäre durch die Wahl seiner Worte seltsam gebrochen ist. - In den singenden Wäldern der Zauberhaine hätte sie keine ruhige Tanne gefunden.

Apropos ärmste Mutter: Im reichen Bad Kissingen sehe ich immer wieder Leute, die in Abfallbehälter schauen.

Steht nicht schon in der Bibel, wie wertvoll Hoffnung ist?

Ihre Blicke riskieren die Abfalleimer-Leute auch an Weihnachten.

"Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei.- Aber die Liebe ist die größte unter ihnen."

Na ja, was soll´s. Armut verklärt sich selbst.

Jetzt wissen wir auch warum  der holde Knabe mit seinem lockigen Haar auf vielen Bildern so strahlend leuchtet:

Er war ja auch arm, und Armut verklärt! 

Hat schon alles seine Richtigkeit. Obwohl doch eigentlich nur die geistig Armen selig sind, laut Bergpredigt.

Zur Not und wenn alle Stricke reißen - nur bitte der letzte nicht - können Arme sich ja selbst bescheren.

So wie die alte Wendel.

Ein fröhliches Weihnachtsfest!

Dienstag, 24. Dezember 2013

Gekommen zu erwärmen, was erstarrt! / Still ist die Nacht ...


Öfters, als wir denken, spiegelt ein äußeres Geschehen uns eine innere Realität. Und nicht selten erzählen auch Dichter von einem äußeren Geschehen, das eine innere Realtät vermitteln kann, ja vielleicht auch - manches Mal unbewusst - will.
Wir finden das in einem der bekanntesten Weihnachtsgedichte, einem traurigen zugegebenermaßen. Denn es berichtet davon, dass ein Mann nicht zu reagieren vermochte auf das Stimmlein eines Kindes, das ihn im Grunde um Hilfe anrief. Das berührt mich deshalb, weil ich in den vielen Jahren meines Lehrerdaseins erkannt habe, wie sehr das, was ich mit Kindern in der Schule erlebte, ein Teil auch meiner inneren Realität ist, ob ich nun liebevoll reagieren konnte oder zu oft leider nicht. Immer wieder habe ich die Erfahrung gemacht, dass Kinder in meiner schulischen Realität solchen meiner inneren Wirklichkeit korrespondieren.
Wie das auch immer bei Theodor Storm gewesen sein mag; in Weihnachtsabend verarbeitet er sein Weihnachten 1852 in Berlin, das er fern von seiner Familie verbringen musste.
Es ist einer der berührendsten Weihnachtsgedichte von einem Autor, der nun gewiss kein großer Lyriker war, hier aber, wie ich finde, schon - und das mit einem großen Herzen:

   Die fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll,
   Der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus.
   Weihnachten war's; durch alle Gassen scholl
   Der Kinderjubel und des Markts Gebraus.

   Und wie der Menschenstrom mich fortgespült,

   Drang mir ein heiser Stimmlein in das Ohr:
   »Kauft, lieber Herr!« Ein magres Händchen hielt
   Feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor.

   Ich schrak empor, und beim Laternenschein

   Sah ich ein bleiches Kinderangesicht;
   Wes Alters und Geschlechts es mochte sein,
   Erkannt ich im Vorübertreiben nicht.

   Nur von dem Treppenstein, darauf es saß,

   Noch immer hört ich, mühsam, wie es schien: 
   »Kauft, lieber Herr!« den Ruf ohn Unterlaß;
   Doch hat wohl keiner ihm Gehör verliehn.

   Und ich? - War's Ungeschick, war es die Scham,

   Am Weg zu handeln mit dem Bettelkind?
   Eh meine Hand zu meiner Börse kam,
   Verscholl das Stimmlein hinter mir im Wind.

   Doch als ich endlich war mit mir allein,

   Erfaßte mich die Angst im Herzen so,
   Als säß mein eigen Kind auf jenem Stein
   Und schrie nach Brot, indessen ich entfloh.
.
War es tatsächlich Ungeschick oder Scham, dass der Mann nicht auf das Kind reagieren konnte?
Oder rief etwas in ihm nach ihm in Gestalt jenes Kindes - vergeblich?

Freitag, 6. Dezember 2013

Halt das Eine fest - und Schach dem Rest!


Auch die dunkelste Wolke hat einen silbernen Rand, so lautet ein chinesisches Sprichwort. Die allerdings, die Annette von Droste-Hülshoff in ihrem Gedicht Am 2. Sonntage im Advent ersehnt, hat einen morgenrötlichen:

Wo bleibst du, Wolke, die den Menschensohn
Soll tragen?
Seh' ich das Morgenrot im Osten schon
Nicht leise ragen?
Die Dunkel steigen, Zeit rollt matt und gleich;
Ich seh' es flimmern, aber bleich, ach, bleich!

Das sind keine Worte, die zum 2. Advent passen wollen. 





















hier das ganze Gedicht Am zweiten Sonntage im Advent