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Dienstag, 14. Oktober 2025

Das weibliche Prinzip - ein dunkler, feuchter Abgrund ...

(..) aus der von Sonnenlicht durchfluteten Perspektive des männlichen Prinzips trägt das weibliche Prinzip einen dunklen, feuchten, gefährlichen Abgrund in sich. Das solare Prinzip fühlt sich von der Dunkelheit des lunaren Prinzips bedroht. Doch durch die Vereinigung von Sonne und Mond, durch die Vereinigung des maskulinen und des femininen Prinzips, im Gleichgewicht und energetisch ausgeglichen, kann wahre Erleuchtung erreicht werden. („Das Manuskript der Magdalena“)


Ist es die Angst vor dem abgründig Dunklen, Feuchten, warum mehr Männer, als man annehmen möchte, Angst vor dem Weiblichen, Angst vor der weiblichen Sexualität haben, auch wenn sie ganz anders tun … 
(vgl. "Die oft klammheimliche Angst mancher Männer vor der Vagina")

Ist das auch ein Grund, warum es der Kirche gelingen konnte, der Menschheit weiszumachen, dass Frauen verdorben sind und dass die sexuelle Leidenschaft zwischen einem Mann und einer Frau böse ist?
Dabei kam ihr ja entgegen, dass von den beiden Schlangen am unteren Ende unserer Wirbelsäule die solare, also männliche Schlange, golden leuchtet, die lunare weibliche Schlange aber, links von der Wirbelsäule, schwarz ist.

Braucht es noch mehr an Beweisen, dass man sich vor dem Dunklen, Feuchten in Acht nehmen muss - genügen schwarze Schlangen nicht ?!

Brauchte es noch mehr Legitimation, Frauen den Weg in die Ämter der Kirche zu versperren und die Männer der Kirche aufzufordern, besser allein zu leben als zu zweit ...

Warum hat denn die Schlange sich am Anfang der Zeiten an das Weib gewandt, um den Menschen aus dem Paradies herauszubekommen?
Doch, weil das Einfallstor für das Böse eben das Weib war ...

In Ricarda Huchs Buch „Luthers Glaube“ findet sich der Hinweis auf einen geheimnisvollen Zusammenhang zwischen der Frau und der Erkenntnis des Bösen, einem Zusammenhang zwischen dem Weiblichen und der Sehnsucht nach dem Teufel.
Rudolf Steiner schrieb vor etwas mehr als 100 Jahren dazu (GA273): „(..) man kann auf diese Dinge nicht weiter eingehen, denn man würde heute noch auf sehr dünnes Eis treten, wenn man sie andeuten, geschweige weiterhin besprechen würde.“

Doch heute ist die Zeit reif dafür. Vor der Kirche haben immer weniger Leute Angst und die Macht der Männlichkeit bekommt immer mehr Risse, weil die Menschen erkennen, wie sehr diese kaputte Männlichkeit für die Nöte und vielen Kriege auf der Welt verantwortlich ist (die sie gegebenenfalls ganz großspurig beendet ...).

Heute kann eine Maria Magdalena in Das Manuskript der Magdalena behaupten, dass in der magischen Anziehung zwischen den Geschlechtern die Grundlage für die Himmelfahrt entsteht. Und sie formuliert:
Die Geheimnisse der Erhöhung des Bewusstseins durch heilige Sexualität, so wie Jeshua und ich sie praktizierten, wurden von der Kirche unterschlagen. 
Mir ist klar, dass nur eine Handvoll Menschen meine Geschichte verstehen wird, doch das genügt.
Jeder mag selbst entscheiden, ob er zu der Handvoll Menschen gehören will.

Zu den Menschen, die darum wissen, dass das Dunkle, Feuchte verantwortlich ist für alles Leben und das Männliche nur so glänzen kann, weil es das Geheimnis des Dunklen gibt, ein Geheimnis, das sich zu offenbaren beginnt.

Anmerken möchte ich noch, dass Maria Magdalena darauf hinweist, dass auch ein einzelner Mensch sich entsprechend weiterentwickeln kann, denn diese Entwicklung geschieht durch die Stärkung des Ka-Körpers, also des Ätherleibs und den bewussten Aufstieg der beiden Schlangen. Beides ist möglich durch entsprechende Übungen, deren im Übrigen auch Paare bedürfen.
Dass all dies nicht zu sehr sich verbreitet, hängt auch damit zusammen, dass es um ungeheuer machtvolle Energien geht, die in unserer Zeit - in Atlantis lief es falsch - in die Hände derer kommen mögen, die diese Energien - Maria Magdalena vergleicht ihre Explosionskraft mit der einer Atombombe - zum Segen der Menschheit nutzen mögen.

Freitag, 31. Januar 2025

Donald Trump: Lust an Destruktion, an Zerstörung. – Der Mensch Trump aus spiritueller Sicht.


Die alten Mechanismen greifen nicht wirklich mehr. Was bisher selbstverständlich war, dass nämlich hinter verschlossenen Türen gemauschelt und auf dieser Basis Politik gemacht wird: es funktioniert nicht mehr, nicht mehr in den USA, zunehmend auch nicht mehr bei uns.
Warum? - 
Corona hat vielen Menschen die Augen geöffnet. Zu viele der gewählten Politiker waren und sind ganz offensichtlich nicht lauter wie ein Bach; sie sehen krank aus und ihre Seelen sind es wirklich. Hinweise des RKI wurden übergangen, damit Menschen weggesperrt werden können und die Schäden an den Seelen von Kindern und Jugendlichen sind heute zunehmend sichtbar - eine Aufarbeitung: Fehlanzeige.
Man hört die Politiker reden und glaubt ihnen nicht mehr; man spürt, dass sie in Wahrheit sich selbst nicht glauben, sondern reden nach überkommenen politischen Mustern und Strukturen. SPD-Politiker müssen eben auf bestimmte Weise reden, gleiches gilt für Linke und Grüne und eine AfD schöpft das Unwohlsein der Menschen ab an einer Art von Politik, von der Menschen einfach nur die Nase voll haben.
Mit größter Selbstverständlichkeit werden nun Millionen von Menschen diffamiert, die die AfD gewählt haben, weil es momentan das wirkungsvollste Ventil ist, Olaf und Co zu sagen: Wir haben genug von dir und deinesgleichen. A
ber Scholz, Merz, Habeck und Co interessiert nicht, was die Menschen ihnen eigentlich sagen wollen. Bevor man hinhört, ist es einfacher, Millionen Wähler zu diffamieren, die überwiegend keineswegs rechtsradikal sind, nur einfach genug haben, wie ihnen vor Wahlen geschmeichelt wird und nach der Wahl lieber Banken gerettet werden als Menschen und in einem angeblich reichen Land wie Deutschland Millionen Menschen an der Armutsgrenze leben.

Da kommt auf einmal einer daher, der sagt, was er denkt. Vieles ist verlogen, was er sagt und denkt, aber mit größter Selbstverständlichkeit steht er zu seinen Lügen und seinen zum Teil kruden Ansichten. Schon lange schreit kaum jemand mehr auf - warum?
Wie gerne würden viele sich so verhalten wie er: zu sagen, was sie denken, auch wenn man für vieles keine Argumente hat, sondern Gefühlen nachgibt. Wie kaum jemand sonst agiert Trump aus dem Bauch heraus, redet aus dem Bauch heraus, lügt und diffamiert: wie gern täten das viele auch … endlich einfach zu sagen, was sie fühlen und denken …
Und dann kommt hinzu: Trump tut, was er sagt. Er erlässt verfassungsfeindliche Dekrete, aber es stört ihn nicht. Endlich gibt es den Django der Politik. Sein Revolver sitzt ihm locker am Gürtel. Für seine Art zu leben, zu regieren gehen die Menschen über Barrikaden hinweg. Wenn Hüter des Gesetzes dabei schwer verletzt werden - was zählen Bilder, die zeigen, wie sie um ihr Leben kämpfen … Trump begnadigt mit einem Handstreich alle, die auf ihn hören. Er kündigte es an, und dann tut er es auch, auch wenn unter den Begnadigten Schwerverbrecher sind.
Was zählt, entscheidet Django.
Und Django fackelt nicht.
Wie gern würden viele auch so sein: nicht im Sessel sitzen und in die Glotze starren und mit Bekannten über die Welt schimpfen, sondern tätig sein: ein Wilhelm Tell, ein Robin Hood … momentan reicht es nur zu einem Trump, mit dem sie sich identifizieren ...
Das alte Männlichkeitsideal feiert Urstände; endlich einer, der schießt und viele Männer und Frauen finden das toll. Das alte Polit-Establishment wurde durch Trumps Wahl hinweggespült, eine Pamela Harris hatte keine Chance. Und niemand trauert ihr wirklich nach. Den ganzen Familien-Polit-Clans in den USA trauert niemand nach - ihre Zeit geht zu Ende, noch ahnen sie selbst nicht, wie radikal das geschehen
wird. Es sind nur wenige in den USA, die ahnen, in welchem Ausmaß sich das Land in den nächsten Jahren verändern wird.
Donald Trump
legt der Welt die Daumenschrauben an. Nach der Wahl wird sofort alles anders, Krieg wird sofort beendet, kündigte er an. Das imponiert. Friedrich Merz beispielsweise kündigt auf einmal genauso an, was sofort nach der Wahl anders wird. Das Männlein Friedrich möchte gern auch ein Django sein … vielleicht wird er ja noch zum Mann - unter (deutschen) Politikern wäre er dann allerdings eine absolute Ausnahme.

Tut das gut, dieses Ende bisheriger Politschleimerei! Auch Europa zählt nicht mehr. Es hat die USA nur ausgenutzt, damit ist jetzt Schluss. Dass die USA über Jahrzehnte selbst dieses Verhältnis zu den „Freunden“ in Europa aufbaute, damit Waffen dort stationiert werden können, damit es ein Bollwerk gegen den Feind im Osten gibt - immerhin war diese Bastion Europa den USA über die Jahrzehnte Milliarden und Abermilliarden wert (gewiss nicht aus Selbstlosigkeit) - das spielt keine Rolle. Auf einmal wurden die USA nur ausgenutzt und Django macht dem ein Ende. Nun sitzt der Feind woanders, alles andere zählt nicht mehr. Trump wird das Theater mit Europa und der NATO beenden wie vieles andere auch. 
Jahrzehntelang haben die USA Süd- und Mittelamerika ausgenützt - wir erinnern uns an Galeanos „Die offenen Adern Lateinamerikas“. Irgendwann begannen die Armen nach den USA zu strömen. Nun werden sie in Handschellen per Flugzeug zurückgeschickt. Django liebt keinen menschlichen Müll. Dass sein Land maßgeblich für ihn verantwortlich ist: das kümmert nicht.
Django-Trumps Verhalten wird Schule machen. Andere werden sich ihm und seinem Vorgehen anschließen und tun es schon. In vielen ruft er ab, was ihn ihnen ist, aber nicht gelebt werden konnte, was sie sich nicht trauten und trauen zu leben. Nun tut er es. Django tritt bisher verschlossene Türen ein. Endlich ist der Weg frei ins gelobte Land, in dem endlich jeder ganz offen sich selbst der Nächste sein darf.

Wie ist, was sich gerade abspielt, aus spiritueller Sicht zu bewerten? Hat Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit auf einmal ausgedient? Ist wirklich jeder nur noch sich selbst der Nächste?
Nein, es gibt zu viele Menschen, denen Menschlichkeit wichtig ist. Aber gesucht werden die, denen Menschlichkeit wichtig ist und die zugleich handeln können. Die in der Lage sind, ohne Schablonen zu denken und zu handeln, die nicht mehr die Welt in links und rechts aufteilen müssen und in Westen und Osten. Wenn, dann sitzt der Feind im eigenen Inneren und nicht mehr irgendwo auf der Erde, darum wissen sie.
Die alten, überkommenen Muster, die bisher die Welt regierten und die an ein Ende gekommen sind, sind jedoch so verhärtet und erstarrt, dass sie auf herkömmliche Weise nicht zu einem Ende gebracht werden können. Schon gar nicht mit der gewohnten Politschleimerei. Sie müssen gesprengt, zerstört werden. Natürlich wird ein Donald Trump von gewissen Energien geleitet, auch wenn er sich selbst sehr frei vorkommt. Er ist ein Handlanger gewisser Kräfte. Sind sie dunkel?
Sie sind einfach ehrlich. Gern auch ehrlich böse. Wie schön ist böse sein. Wie schön ist ehrlich sein, ehrlich böse sein.
Ist dieses Ehrlich-Sein wirklich böse?
Die Hindus nennen dieses Böse-Sein Shiva. Auch wenn es dem ein oder anderen schwerfällt, dies einzusehen und sie gar konstruktiv zu finden, wo sie doch zerstören: die Macht dieser Kräfte, deren Wirken ist im Moment bitter notwendig, denn nur sie sind in der Lage, die alten, verkrusteten Strukturen und Handlungsmuster zu sprengen. Und das tut Trump. Er tut es, weil er in seinem tiefen Wesen ein Zerstörer ist. Auch wenn es ganz anders scheint, ist er ein Feind alles Weiblichen, aller Weiblichkeit, die integrieren möchte, Leben schützen möchte, allen Wesen Nahrung geben möchte. Er ist Vertreter einer überholten Männlichkeit. Aber sie wird 
momentan gebraucht in dieser radikalen Ausprägung, um aufzusprengen, was anders nicht gelöst, nicht verändert werden kann. 
Für eine Weile wird das so sein. Aber was wahre Männlichkeit ausmacht: Männer und Frauen werden sie finden.

Vergessen wir nicht: die Welt bedarf Shivas, des Gottes der Zerstörung, nicht, wie Trump es möchte, damit alles zu einem Ende kommt und am Ende er mit allem untergeht - im Grunde hat Heinrich Mann mit seinem „Professor Unrat“ literarisch thematisch Vergleichbares gestaltet -, sondern damit auf der Spirale des Lebens eine neue Ebene an Lebensgefühl und Lebensglück möglich wird. Was aufgebaut wurde, wird nun zerstört, nicht weil es überflüssig und falsch war, sondern weil etwas Neues gebaut werden will. Und um dieses Neue zu bauen, muss altes Erstarrtes, Verholztes zu Staub werden … damit, wie einst Gott aus Staub und Lehm, Menschen mit einem zunehmend göttlich neuen Bewusstsein Neues werden bauen können.
Vielleicht lernen jetzt erst viele einen Rudolf Steiner zu verstehen, wenn er in der GA 266c formuliert:
„Nicht das ist Gott, was wir erleben im Frühling, in den aufbauenden Kräften, in dem Sprießenden, Sprossenden, in allem Schönen und Leuchtenden, sondern da ist Gott wirklich und wirksam, wo wir verheerende Naturgewalten sehen; in den Herbststürmen, in allem Zertrümmernden, Vernichtenden, Zermalmenden, da ist Gott drinnen. Es klingt grauenvoll und erschütternd, aber es ist so: Gott ist in allem Zerstörenden und Zertrümmernden am wirksamsten.“

Donald Trump ist ein Werkzeug dieser Kräfte, wenn er sich auch gewiss nicht so sieht. Aber auch, wenn es schlimm ist, wenn Menschen qualvoll sterben in all den Bränden und Fluten, Stürmen und Erdbeben, die schon gekommen sind und noch kommen, weil auch die Erde sich reinigt: Sie sind notwendig, damit die Not sich wendet und das Neue Jerusalem entstehen kann, wie es Johannes in seiner Offenbarung ankündigte.
Es kommt!

Sonntag, 22. August 2021

Albert Steffen: Nur, dass Du wie ein Spiegel wirst ...

Von drüben tönt ein Ruf zu mir:
Dem Feind der Liebe und des Lichts
Ins Auge schauen! Weiter nichts
Verlangt der Engel jetzt von dir!

Nur, dass du wie ein Spiegel wirst,
Darin der Dämon sich erkennt, 
In deiner Läuterung verbrennt, 
Das Böse in sich selbst zerbirst.

Der Herr des Schicksals fordert nicht,
Dass du die Hand als Richter hebst,
Nur, dass du in der Wahrheit lebst:
Der Geist ist selber das Gericht.

Gerade im esoterischen Bereich gibt es Menschen, die ich die "Licht-und-Liebe-Fraktion" nenne.

Für sie ist immer alles Licht und Liebe. In der Regel enden alle schriftlichen Äußerungen mit "Licht und Liebe", manchmal auch mit "LuL", wobei den Licht-und-Liebe-Spendern gar nicht auffällt, wie pervers es ist, gerade Licht und Liebe abkürzen und ganz offensichtlich auf Buchstaben reduzieren zu wollen (eigentlich sollten diese Worte ohnehin jeden Buchstaben wert sein ...).

Wie sehr solche Menschen die eigene Entwicklung stornieren, macht dieses Gedicht von Albert Steffen deutlich. Tatsächlich geht es nämlich darum, dem Feind der Liebe und des Lichts in die Augen zu schauen, ihn wahr-zu-nehmen. Nur das bringt mit sich, dass man ihm zum Spiegel wird, der es ihm ermöglicht, erlöst zu werden. Denn nichts Anderes und vielleicht nichts Größeres gibt es, was wir Menschen tun können, als das Böse - das auch das Böse in uns ist - zu erlösen. Wir erlösen es im Außen und in uns.

Auf diese Weise könnte zum Beispiel Corona erlöst werden ...

Der Virus würde an sich selbst zerbersten.


Sonntag, 12. Februar 2017

Was die "Unendliche Geschichte" lehrt: Das Böse weiß leider über den Sinn des Lebens besser Bescheid als die meisten Menschen.

Genau aus diesem Grund kann es ihn so erfolgreich zerstören. Deshalb geht auch, wer nur gut sein will, unter. Im Grunde muss man es wie Hänsel und Gretel machen und die Hexe gegebenenfalls mit ihren Waffen schlagen. 

Michael Endes Unendiche Geschichte ist die unendliche Geschichte über den Kampf des Guten mit dem Bösen, über den Weg des Menschen zu sich selbst und die Gefahr, die darin inbegriffen ist, sich selbst zu verlieren.

Hier ein You-Tube-Film-Ausschnitt, nämlich das Gespräch Atréjus mit dem Gmork, dem Urbild des Bösen (danke Birgit für den Tipp).

Michael Ende hat sehr genau gewusst, dass das Böse bestens über den Sinn des Menschseins informiert ist, leider wesentlich besser als die meisten Menschen:




Samstag, 20. April 2013

Hütet euch vor Sarumans Stimme! – Über die Enttarnung eines Blenders in Tolkiens "Herr der Ringe"

"Unsere Gelüste, unsere Launen, unsere heimlichen Laster und selbst unsere sorgsamst gehüteten Gedanken übertrugen sich auf den Klang unserer Stimme, wurden offenbar in ihrer Modulation, in ihrem Rhythmus."

Nicht nur diese eben wiedergegebene Stelle, sondern die gesamten im letzten Post zitierten Aussagen Jacques Lusseyrans in Bezug auf das, was er in einer Stimme wahrzunehmen in der Lage ist, sind schon beeindruckend.

Der ein oder andere mag in seinem Bekannten- und Freundeskreis jemanden haben, der eine besonders angenehme Stimme hat. Manche angenehme Stimme hat allerdings etwas Aalglattes, Öliges, Salbungsvolles.

Mancher auch sonnt sich in seiner Stimme, von der er weiß, wie sie überzeugt. Und wenn man sich dafür sensibilsiert, darauf zu achten, ob eine Stimme stimmig ist, mag es einem auch zunehmend auffallen, wie es um sie bestellt ist.

Gegenüber zu schmeichelnd einschmeichelnden sanften Stimmen bin ich skeptisch geworden. Ich glaube, manches Mal hat der berühmte Wolf im Schafspelz Kreide gefressen wie der Wolf im bekannten Märchen der Gebrüder Grimm. 

Die Stimme kann der Schafspelz sein.

Wie eine Stimme wirkt und was sich oftmals dahinter verbergen mag, dafür gibt es ein hervorragendes Beispiel im zweiten Band des Herrn der Ringe. Die Ents und Huorns haben gerade die Schlacht um Isengard geschlagen und die Orks platt gemacht. Nur was sie hatten nicht verhindern können, war, dass der Oberschurke Saruman, einst ein Weiser, also in der Sprache Tolkiens ein Weißer, einer der Istari, sich in den Turm von Orthanc hatte zurückziehen können.


Leider war Saruman in früherer Zeit auf den Sog der Macht hereingefallen. Seine Machtgelüste hatten ihn dazu verführt, dass er den Einen Ring begehrte. Deshalb hatte er Isengard befestigt und dort Orks und Dunländer angesiedelt. Er begann Gandalf, dem großen Zauberer und Wissenden nachzuspionieren. Ohne dass er es merkte, wurde er aber von Sauron, der Dunklen Macht, gelenkt, wohl nicht damit rechnend, dass seine Dunkelheit noch überboten werden könne.


Durch seine Bauweise war jener Turm, in den sich Saruman nach der Einnahme Isengards zurückgezogen hatte, selbst für die riesigen Ents uneinnehmbar.


Gandalf, der mit König Theoden und seinen Reitern aus Rohan soeben im eroberten Isengard eingetroffen war und die ganze Arbeit, die die Ents geleistet hatten, hatte bewundern können, wollte noch einen Versuch machen, die Auseinandersetzung mit Saruman ohne weiteres Blutvergießen enden zu lassen. Doch kannte er die Gefahr, die von diesem ausging, weshalb er zu allen, die ihn zu dem Orthanc-Turm begleiten wollten, sagte:


"Hütet euch vor seiner Stimme!"

Gerade warteten sie vor dem Turm, als sie eine Stimme, leise und melodisch, allein durch den Klang schon betörend (vernahmen). Wer arglos dieser Stimme lauschte, wusste nachher meistens nicht mehr, was sie eigentlich gesagt hatte; erinnerte er sich aber, so wunderte es ihn, wie wenig Kraft die Worte allein noch besaßen. Die meisten wussten dann nur noch, dass es eine reine Freude gewesen war, diese Stimme anzuhören, und dass alles, was sie sagte, gerecht und vernünftig klang und im Zuhörer den Wunsch erweckte, durch rasche Zustimmung die eigene Klugheit zu beweisen. Was andere sagten, klang dagegen grob und ungeschlacht (...). 

Interessant, im Grunde aber beunruhigend, dass normale menschliche Stimmen so abgewertet werden gegenüber einer so einölenden Stimme. 
Gekonnt, wie hier Tolkien, der Verfasser des Herrn der Ringe, die Wirkung einer solchen darzustellen weiß.

Viele hielt allein der gegenwärtige Klang der Stimme im Bann, aber bei denen, die ganz von ihr bezwungen waren, wirkte der Zauber fort, wenn sie weit entfernt waren; und immer hatten sie dann diese leise Stimme im Ohr, die auf sie einredete und sie anspornte. Niemand aber blieb unberührt, und niemand konnte ohne Anstrengung des Willens und Geistes ihre Bitten und Befehle zurückweisen, solange ihr Herr sie noch in der Gewalt hatte. »Nun?«, fragte sie im Ton milden Vorwurfs. »Warum müsst ihr meine Ruhe stören? Wollt ihr mich denn bei Tag wie bei Nacht nicht in Frieden lassen?« Es klang nach gutherzigem Bekümmertsein durch unverdiente Kränkungen. 

Der Träger einer solchen Stimme weiß meistens geschickt mit Mitleid zu operieren. Und wer selbst gern selbstmitleidig ist, fällt auf diese Art von Selbstmitleid garantiert herein ...

Erstaunt blickten sie hinauf, denn sie hatten niemanden kommen gehört; und oben am Geländer stand nun einer und schaute auf sie herab, ein alter Mann in einem langen Mantel, dessen Farbe schwer zu bestimmen war, denn sie wechselte, wenn sie die Augen bewegten oder wenn er sich rührte. Er hatte ein langes Gesicht mit hoher Stirn und dunklen, tief liegenden Augen, deren Ausdruck kaum zu ergründen war, obwohl sie jetzt ernst und gütig und ein wenig müde dreinschauten. Haar und Bart waren weiß, doch mit manchen schwarzen Strähnen um Lippen und Ohren. (...)

Gütig und ein wenig müde ... ! – Übrigens sah dieser Saruman Gandalf ziemlich ähnlich. Das ist auch bezeichnend, das sind die Mittel, die das Dunkle einsetzt. Manchmal ist das Dunkle mit dem Lichten zum Verwechseln ähnlich. Da verraten nur einzelne dunkle Strähnen, wes Geistes Kind vor einem steht!

Gut, dass ein Zwerg es ist, der den dunklen Zauber durchschaut:

Gimli der Zwerg war es, der das Schweigen jäh brach. »Die Worte dieses Zauberers stehen kopf«, rief er, die Hand am Griff seiner Axt. »Helfen heißt verderben in der Sprache von Orthanc, und retten heißt töten, so viel ist klar. Doch wir sind nicht hier, um zu betteln.«

»Bitte!«, sagte Saruman, und für einen Moment war seine Stimme nicht mehr ganz so einschmeichelnd, und in seinen Augen flackerte ein Funke auf und verschwand wieder. »Noch rede ich nicht mit dir, Gimli Glóinssohn«, sagte er. »Fern von hier liegt deine Heimat, und wenig kümmern dich dieses Landes Nöte. Doch nicht aus eigener Absicht wurdest du in sie hineingezogen, und darum will ich dir nicht zum Vorwurf machen, welche Rolle du darin gespielt hast - eine wackere Rolle, wie ich nicht bezweifle. Aber sei so gut und lass mich zuerst mit dem König von Rohan reden, meinem Nachbarn, der einst mein Freund war.

Was habt Ihr zu sagen, König Theoden? Wollt Ihr nicht Frieden mit mir schließen und all die Hilfe empfangen, die mein in langen Jahren begründetes Wissen gewähren kann? Sollen wir nicht gemeinsam Rat halten. wie die bösen Zeiten zu überstehen sind, und einander mit so viel gutern Willen Schadenersatz leisten, dass unsere Länder eins wie das andere schöner erblühen denn je?«

Theoden gab noch immer keine Antwort. Ob es Zorn oder Zweifel war, was ihm die Zunge lahmte, konnte niemand sagen. Eomer nahm das Wort. 


»Hört mich an, Gebieter!«, sagte er. »Jetzt spüren wir die Gefahr, vor der wir gewarnt wurden. Sind wir als Sieger hierher geritten, nur um uns von einem alten Lügner mit Honig auf seiner gespaltenen Zunge beirren zujassen? So wie er spräche der Wolf in der Falle mit den Hunden, wenr er's könnte. Welche Hilfe kann er Euch denn überhaupt leisten? Er will! nur eins: sich aus seiner erbärmlichen Lage herauswinden. Aber wollt Ihr feilschen mit einem, der nichts zu bieten hat als Mord und Verrat? Denk an Théodreds Tod an der Furt und an Hamas Grab in Helms Klamm!«

»Wenn wir schon von giftigen Zungen reden, was wäre dann von deiner zu sagen, du junge Schlange?« sagte Saruman, nun unüberhörbar erbost. »Doch lass gut sein, Éomer, Éomunds Sohn!«, fuhr er fort, wieder in den besänftigenden Ton zurückfindend. »Jedem das Seine. Dein ist das Waffenhandwerk, und damit erlangst du hohe Ehren. Schlage tot, wer deinen König Feind nennt, und damit gib dich zufrieden! Mische dich nicht in die Staatsgeschäfte ein, von denen du nichts verstehst! Doch vielleicht, solltest du einst König werden, wirst du erkennen, dass du deine Freunde mit Bedacht wählen musst. Sarumans Freundschaft und Orthancs Macht sind nicht leichthin zu verwerfen, was man auch für Beschwerden, ob begründet oder nicht, gegen sie erheben mag. Ihr habt eine Schlacht gewonnen, aber nicht den Krieg - und selbst die Schlacht nur dank einer Hilfe, auf die ihr ein zweites Mal nicht zählen könnt. Vielleicht findet Ihr den Schatten des Waldes demnächst vor der eigenen Tür: Er ist störrisch und unverständig und den Menschen nicht wohlgesinnt. 

Aber, König von Rohan, muss ich mich einen Mörder schimpfen lassen, weil wackre Männer im Kampf gefallen sind? Wenn Ihr ins Feld zieht, unnötigerweise, denn ich wollte keinen Krieg, werden Männer erschlagen. Bin ich aber deshalb ein Mörder, so ist Eorls ganzes Haus mit dem gleichen Makel behaftet; denn viele Kriege habt ihr geführt, in denen ihr oft auch die Angreifer wart, wenn man euch trotzte. Doch mit manchen Feinden habt Ihr nachher Frieden geschlossen - nicht zu Eurem Nachteil, denn die Staatsklugheit gebot es. Ich sage Euch, König Theoden: Sollen (229) wir nicht Frieden und Freundschaft halten, Ihr und ich? Nur wir haben darüber zu befinden!« 


»Wir werden Frieden haben«, sagte Theoden endlich, mühsam und mit belegter Stimme. Mehrere Reiter brachen in Freudengeschrei aus. Theoden hob die Hand. »Ja, wir werden Frieden haben«, sagte er, nun mit klarer Stimme. »Wir werden Frieden haben, wenn du mitsamt all deinen Werken vernichtet bist - und ebenso die Werke deines dunklen Gebieters, dem du uns ausliefern möchtest. Ein Lügner bist du, Saruman, und ein Verführer der Menschenherzen. Du streckst mir die Hand hin, und ich bemerke, dass sie nur ein Finger der Klaue Mordors ist. Grausam und kalt. Wäre dein Krieg gegen micn selbst ein gerechter Krieg - was er nicht war, denn auch, wenn du zehnmal so weise wärest, hättest du kein Recht, mich und mein Volk, wie du es wünschtest, zu deinem Nutzen zu regieren -, aber selbst dann, was sagst du zu den Bränden, die in der Westfold gelegt, und den Kindern, die dort getötet wurden? Und Hamas Leib haben deine Leute vor dem Tor der Hornburg zerhackt, als er schon tot war. Erst wenn du vor deinem Fenster am Galgen baumelst, deinen Krähen zum Fraß, dann werde ich mit dir und Orthanc Frieden haben. So stehst du mit dem Haus Eorl. Nur ein minderer Sohn großer Ahnen bin ich, hab es aber doch nicht nötig, dir die Hand zu lecken. Betöre andere! Aber ich fürchte, deine Stimme hat ihre Zauberkraft eingebüßt.«

Unglaublich geschickt, wie Saruman vorgeht. Er versteht es, des ein oder anderen Aussage zu entwerten, er operiert nach wie vor mit Ängsten, die er geschickt im Inneren des Gegenüber lanciert, und er lässt leise, aber gekonnt, versteckte Drohungen einfließen. Da sind sogar die Reiter des Königs beeinflusst, und wie:


Die Reiter starrten zu Theoden hinauf wie Menschen, die aus einem Traum gerissen werden. Rau wie das Gekrächz eines alten Raben klang ihnen nach Sarumans Gesäusel die Stimme ihres Königs im Ohr. Doch fürs Erste war Saruman nun außer sich vor Zorn. Er beugte sich übers Geländer, als wollte er auf den König mit seinem Stab einschlagen. Manche glaubten für einen Augenblick eine Schlange zu sehen, die sich vor dem Ansprung zusammenrollt. 

»Galgen und Krähen!« zischte er, und die Veränderung war so erschreckend, dass es ihnen kalt über den Rücken lief.

Als Saruman die Wahrheit hört, fällt er zunehmend aus der Rolle und sein wahres Gesicht, eine hässliche Fratze, die nur auf Mord und Totschlag und Machtgewinn aus ist, zeigt sich mehr und mehr.
Doch wird eben gerade an den Reitern deutlich, wie sie in Gefahr waren, auf seine Stimme hereinzufallen nach dem Motto: Eine solch angenehme Stimme kann doch keinen schlechten Menschen verbergen ... man tut dem Armen Unrecht. Guckt doch mal, wie er leidet ... – und wie ihnen auf einmal die eigentlich doch vertraute Stimme ihres Königs vorkam! Wie das Gekrächz eines alten Raben!
Unglaublich, die Wirkung von Sarumans Stimme. 
Was wäre geschehen, wenn Gandalf sie nicht von vornherein enttarnt hätte, alle gewarnt hätte? 

Ich glaube, es gilt, der Stimme der Menschen mehr Bedeutung zuzumessen, die entsprechenden Sinne  zu schärfen und genau hinzuhören, denn es gibt mehr Sirenen, deren Opfer auch Odysseus geworden wäre, wenn er nicht dem Rat Circes gefolgt wäre, als wir denken, und es gibt nicht nur eine einzige Loreley, die den Fischer mit Hilfe ihrer Stimme ins nasse Grab zu schicken wusste, genauso wie es nicht nur einen Saruman gab und gibt, sondern zu allen Zeiten tauchen sie auf.

Gewiss aber gibt es auch Menschen, die wirklich eine wohltönende Stimme haben, die innere Stimmigkeit spiegelt.