Schließlich, der Christus war da zum Helfen in der Not, zum Gutmachen desjenigen, was man selber gar nicht beabsichtigte in erheblichem Maße gutzumachen, von dieser Abirrung, wo man eigentlich auch passiv bleibt, das weltliche Leben, das weltliche Treiben für sich einrichtet, und dann womöglich nur dadurch, daß man an den Christus glaubt, daß man sich ganz in Passivität mit dem Christus verbunden fühlt, von dem Christus sich erlösen läßt - dieses zwiefache passive Verhalten zu dem Christus gehört und muß angehören der Vergangenheit.
Politik und Gesellschaft, Idee und Wirklichkeit, Ethik und Religion, Spiritualität und Mythologie, Literatur und Kunst: Das sind die Felder, die mich immer wieder zu Beiträgen bewegen.
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Montag, 29. April 2024
Vom Notnagel Christus hin zu einem aktiven Christentum
Schließlich, der Christus war da zum Helfen in der Not, zum Gutmachen desjenigen, was man selber gar nicht beabsichtigte in erheblichem Maße gutzumachen, von dieser Abirrung, wo man eigentlich auch passiv bleibt, das weltliche Leben, das weltliche Treiben für sich einrichtet, und dann womöglich nur dadurch, daß man an den Christus glaubt, daß man sich ganz in Passivität mit dem Christus verbunden fühlt, von dem Christus sich erlösen läßt - dieses zwiefache passive Verhalten zu dem Christus gehört und muß angehören der Vergangenheit.
Samstag, 13. April 2024
Warum es trans, queer bzw. LGBT gibt. - Wieder einmal hat die Anthroposophische Gesellschaft versagt ...
Anlass meines Post ist das am vergangenen Freitag beschlossene „Gesetz über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag (SBGG)“.
Es geht um jene Menschen, die trans, queer und zu jenen gehören, die man auch unter LGBT erfasst. Gut, dass sie gesellschaftlich toleriert werden - sieht man von neuen transphoben Entwicklungen in der rechten Szene ab - und die Zeiten vorbei sind, als Transvestiten dankbar sein durften, durch den damals äußerst liberalen Berliner Transvestitenschein (ab 1909!) geschützt zu werden. So lange ist zudem die Zeit des sogenannten Schwulenparagraphen 175 noch nicht vorbei; immerhin galt er in Deutschland von 1871 bis 1994 und vergessen sollte auch nicht sein, dass ab dem ausgehenden Mittelalter auf homosexuellen Verkehr in Regionen Europas die Todesstrafe stand.
Ich bin kein Anthroposoph, aber die Anthroposophie bietet m.E. mich überzeugende Erklärungsansätze für die Existenz von Trans- und quer-Menschen:
Mittlerweile gibt es unter uns eine zunehmende Anzahl, die an Reinkarnation glauben beziehungsweise ihr nicht mehr absolut ablehnend gegenüberstehen. Wir wissen, dass in der Regel die Geschlechterfolge im Rahmen aufeinanderfolgender Leben wechselt, aber dass auch die Möglichkeit besteht, dass bis zu siebenmal ein Mensch das gleiche Geschlecht leben kann (mehr erlaubt ein geistiges Gesetz nicht).
Stellen wir uns nun vor, dass jemand vier Leben als Frau gelebt hat und in einem folgenden als Mann auf die Welt kommt: Ist es da nicht durchaus denkbar, dass dieser Mann große Schwierigkeiten hat, sich mit seinem Mann-Sein zu identifizieren? Auch ist vorstellbar, dass eine Frau ein Leben lebte, in dem ihr Schreckliches als Frau widerfuhr? Es mag mehr als normal sein, dass sie im folgenden Leben mit ihrem Frausein höchste Schwierigkeiten hat wie genauso denkbar ist, dass sie als Mann sich mit diesem Geschlecht nicht identifizieren mag. Jedenfalls gibt es meines Erachtens jede Menge an Konstellationen, die erklären, warum jemand trans oder queer reagiert beziehungsweise als Mann die Liebe zu einem Mann vorzieht - bzw. umgekehrt oder mit dem sexuellen Geschlecht grundsätzlich Schwierigkeiten hat.
Weltweit kommt das m.E. häufig vor.
Einen zweiten Aspekt, den ich hier anführen möchte:
Die Zweigeschlechtlichkeit der Menschen entwickelte sich nach der Trennung des Mondes von der Erde in der Zeit von Lemurien, „das nach den Ergebnissen der äußeren Forschung vor etwa 252,2 Millionen Jahren begann und vor etwa 66 Millionen Jahren endete. Tatsächlich dürfte die früheste Lemuris bereits mit dem Beginn des Proterozoikums vor etwa 2.500 Millionen Jahren eingesetzt haben.“ (anthrowiki)
Die Zeit der Zweigeschlechtlichkeit erstreckte sich also auch über Atlantis und lange Zeiten der nachatlantischen Phase bis heute. Gemessen an diesen Zeiträumen ist das Ende der Zweigeschlechtlichkeit nicht mehr weit; es soll nach Steiner schon gegen Ende des 7. Jahrtausends so weit sein.
Für mich ist sehr wahrscheinlich, dass Seelen der Menschen auf diese Tatsache sehr unterschiedlich reagieren, denn unbewusst wissen es alle Menschen. Manche mögen erfreut, manche eher traurig, manche aus unterschiedlichsten Gründen verzweifelt sein. Und es mag auch ein Kennzeichen des Endes dieser so bedeutenden Phase der Menschheit sein, dass sie noch vieles auslebt, gerade unter dem Siegel des Endes. Von daher wundert mich, was wir gerade erleben, nicht, ja, wir sollten sehr bewusst tolerieren, was Seelen ausleben.
Was ich hier nur in Kürze darstellen konnte, sollte meines Erachtens ins Bewusstsein der Menschen heraufgehoben werden. Und dazu wäre die Phase vor einem solchen Gesetz eine gute Gelegenheit gewesen. Natürlich werden Menschen solche Informationen kopfschüttelnd ablehnen, aber nicht wenige sind durch die Erschütterungen der vergangenen Jahre viel offener geworden, auch durch die energetische Arbeit der Hierarchien der Geistigen Welt und für mich ist komplett unverständlich, dass im Rahmen der Goetheanum-Arbeit der 101. Vortrag zur Weihnachtstagung 1924 gehalten wird, für 6 Euro der x-te Vortrag zum Thema Meditation und Gesundheit oder zu „Menschheitliche Entwicklungsimpulse in den Goetheanum-Kuppelmotiven“, aber das, was unsere Zeit ausmacht, uns das Verständnis für unsere Zeit näherbringt und vermittelt, außen vorbleibt. Obige Informationen könnten auch Menschen grundsätzlich öffnen für geisteswissenschaftliche Impulse - ich bin überzeugt: sie würden es!
Großspurig lautet der Titel eine Vortragsreihe der Goetheanum-Leitung „Sei der Wandel“, für mich aber kocht das Goetheanum medial aufgemotzt, die immer gleichen Themen auf.
Kürzlich habe ich ein Bild der Goetheanum-Leitung gesehen (unter all den Männern fanden sich auch zwei Frauen): Für mich umwehte die Herrschaften mehr als nur ein Hauch von Altbackenheit, von veralteter Anthroposophie.
Vielleicht sollte man einfach mal das Personal auswechseln und Menschen mit Fähigkeit zu Kreativität und Mut zu ungewöhnlichem Denken heranholen, die tatsächlich auch den Mut haben, ein Steiner-Zitat wegzulassen zugunsten eigener Gedanken.
Mittwoch, 10. April 2024
Über das Zuspätkommen
Nun ist in diesen Tagen so viel über Ernst und Würde nicht bloß des geisteswissenschaftlichen Wesens, sondern auch unseres gesellschaftlichen Lebens gesprochen worden, und man hat gesehen, wie notwendig es ist, daß wir uns als Gesellschaft abschließen. Selbstverständlich ist es ein Äußerliches, daß man doch wenigstens die kleine Sorgfalt haben sollte, zur rechten Zeit zu kommen; trotzdem sind auch in den jetzigen Tagen, obwohl der Vortrag 20 Minuten nach Sechs begonnen hat, wiederum einzelne zu spät gekommen. Und auf diese Weise, meine lieben Freunde, werden wir niemals dahin kommen, den Begriff der Gesellschaft so weit zu verwirklichen, daß wir, mit einem Wort, vernünftig anfangen können. Denn wenn wir nicht wissen können, daß, wenn wir anfangen, niemand mehr von uns kommt, dann können wir uns bei einigermaßen ausgebreiteteren Verhältnissen der Gesellschaft niemals davor schützen, daß nicht Unbefugte da oder dort einmal wieder unter uns sein werden, die nicht hereingehören. Bedenken Sie doch, daß es eine Rücksichtslosigkeit ist, in einer Gesellschaft zu spät zu kommen, wenn diese Gesellschaft auf der anderen Seite darauf schaut, daß wirklich jeder, der eintritt, dazugehört. Dazu müssen aber gewisse Mitglieder sich opfern und den Eintritt der Mitglieder so lange überwachen, bis alle, die zur Gesellschaft gehören, da sind. Wenn nun die Überwachenden eingetreten sind, dann muß die Türe geschlossen sein, und jeder sollte da sein.
Sehen Sie, meine lieben Freunde, es sollte gewiß nicht notwendig sein, solche Dinge besonders zu besprechen; aber die geisteswissenschaftliche Weltanschauung muß auf dem Begriff der Symptomatik stehen. «Symptomatik» bedeutet hier das, daß, was irgendein Wesen im Kleinen praktiziert, es sehr geneigt sein wird, auch im Großen zu praktizieren. Wer es nicht einmal dazu bringt, pünktlich zu den Versammlungen zu kommen, der wird auch bei größeren Dingen, wo es auf etwas Bedeutsames ankommt, nicht gerade denjenigen ganz pflichtgemäßen Impuls entwickeln, der notwen(dig ist. Ein großer Teil der Schäden, die in so krasser Weise zutage getreten sind, hängt innig zusammen gerade mit dem Nicht-genau-Nehmen, mit dem Nicht-deutlich-genug-Nehmen der Dinge. Es ist wirklich wichtig, daß wir in demselben Stil, wie das eben besprochen wurde, auch den geisteswissenschaftlichen Betrieb, wenn ich so sagen darf, selber nehmen. Daher ist es auch eine Veranschaulichung desjenigen, was die Geisteswissenschaft von uns fordert, wenn wir uns solche Dinge des allerallergewöhnlichsten Lebens im Zusammensein einer geisteswissenschaftlichen Gesellschaft vor Augen führen. (Rudolf Steiner, GA253, S. 109f)
Wer nicht im Geringsten treu ist, der ist auch nicht im Großen treu. (Die Bibel)
Samstag, 6. April 2024
Feiere Dein Mann-Sein !
Männer haben sich ganz klein gemacht, habe ich den Eindruck, sieht man mal von solchen wie einem Trump ab, der ja nun kein Mann ist. Zum Mann-Sein gehört, dass man Frau wertschätzt. Trump aber hasst in Wirklichkeit Frauen, sonst könnte er nicht so mit ihnen umgehen oder das über sie sagen, was er in der Vergangenheit sagte und was ich hier nicht wiederhole. Aber Trumps gibt es viele oder - siehe mein vorletzter Beitrag - Männer wie Paris, denen es nicht um eine wirkliche Helena geht, sondern um Pin-up-Weiblichkeit, Weiblichkeit, der es nur um äußere Sinnlichkeit geht; Richard Wagner im "Tannhäuser" und Joseph von Eichendorff in seinem "Marmorbild" nennen sie "Venus".
Ein wirklicher Mann feiert Weiblichkeit. Er schätzt sie genauso wie seine Männlichkeit. Männer haben einen inneren Kern, und der ist weiblich, genauso wie Frauen einen inneren Kern haben und der ist männlich.
Was mir in unserer Wirklichkeit fehlt, ist, dass Frauen sich zu ihrer Männlichkeit bekennen und damit zu Männern, auch zu denen, die der Heilung bedürfen. Denn die Trumps dieser Erde sind ja auf der Suche und dass Paris nicht wirklich Helena nach Troja führte, liegt doch daran, dass er sich auf ein falsches Schönheitsspiel einließ und von einer der Göttinnen, die verlor, Hera, nur ein ätherisches Bild mit auf den Weg bekam, und nicht die wahre Helena; die liebte in Wirklichkeit, wie wir von Euripides wissen, ihren Menelaos - Helena war in Wirklichkeit ihrem Menelaos treu.
Ich selbst spreche ja von dieser kaputten Männlichkeit, die es in der Tat zuhauf gibt. Aber gleichzeitig sehe ich, dass eine Männlichkeit auf dem Weg ist, die sich neu findet, weil sie ihre göttlichen Wurzeln erkennt; und sie tut sich leichter, wenn Frauen sie unterstützen, weil sie damit ihren eigenen Kern - die Anthroposophen sprechen davon, dass der Ätherleib des Mannes weiblich und der der Frau männlich ist - unterstützen, ja stärken.
So notwendig die Frauenbewegung war; zum Teil hat sie die eigene Weiblichkeit stärken wollen auf Kosten der Männlichkeit. Das ist in gewisser Weise nachvollziehbar, denn wenn man allein sieht, was die katholische Kirche mit der Tatsache, dass sie Weiblichkeit von ihren Ämtern aussperrte, angerichtet hat, dann weiß man um das schreckliche Dilemma, was sich mit dem Patriarchat verbindet. Es hat u.a. zu dem geführt, was die katholische Kirche nun zugrunde richtet.
Doch dieses kaputt Männliche zerfällt im Moment, das zeigt sich überdeutlich in dem grausamen Kriegführen dieser Tage durch gewisse "Männer" - ein schreckliches Aufbäumen.
Es ist gut, wenn sich Männer und Frauen die Hand reichen, aufhören damit, sich gegenseitig niederzumachen - Prozesse, die oft klammheimlich in der Seele stattfinden, gerade auch bei Menschen, die an der Oberfläche ganz anders wirken wollen.
Die Lösung liegt nicht darin, das Geschlechtliche zu verwässern und dem Männlichen und Weiblichen auf gendernde Weise auszuweichen.
Als die Elohim in der biblischen Schöpfungsgeschichte den Menschen kreierten nach ihrem Bild, männlich-weilblich (wie Luther hätte korrekt übersetzen müssen), da verbanden sie damit eine hohe Absicht; zu dieser zurückzufinden, darin besteht unsere Aufgabe.
Gerade in der Kunst, beispielsweise in Richard Wagners "Tannhäuser", in "Tristan und Isolde" oder in seinem "Parsifal," in Goethes "Faust" oder in Raffaels "Sixtinischer Madonna" finden wir wegweisende Nahrung; das ein oder adere habe ich dazu ja schon veröffentlicht.
Sonntag, 31. März 2024
Ein besonderes Geschenk: Richard Wagners Musik verbindet unsere Seele mit der Christus-Ebene.
Rudolf Steiner äußert, dass die „Wagnersche Musik den Buddhi-Leib [= die Christus-Ebene in uns] so stark (erregt), daß die direkte Wirkung auf den Ätherleib da ist.“
Derzeit arbeiten wir mehr oder weniger intensiv an und mit unserem Astralleib und beeinflussen den Ätherleib nur, wenn es uns gelingt, überdauernd auf der Astralebene, also mit unseren Süchten, Trieben und einengenden Gewohnheiten zu arbeiten und sie aufzulösen.
Man kann sich kaum einen größeren Gefallen tun, als möglichst regelmäßig Wagners Musik zu hören. Gewiss ist sie nicht jedermanns Geschmack, da die Handlungen oft sehr emotional („Der fliegende Holländer“), inhaltlich komplex ("Tristan und Isolde") und spirituell anspruchsvoll ("Parsifal°) sind, ebenso die Musik. Aber es gibt beispielsweise die Vorspiele bzw. Ouvertüren zum "Parsifal," zu "Tannhäuser "oder "Tristan und Isolde", die, nur vom Orchester gespielt, recht sanft beginnen und auch anzuhören sind, wenn man - wie das bei mir des Öfteren der Fall ist - währenddessen das morgendliche Frühstück zubereitet :-)
Wagners Musik wirkt, selbst wenn man seine Opern nicht kennt. Er selbst war sich nur zum Teil über die Dimensionen seines Wirkens im Klaren.
„Es handelt sich bei Richard Wagners Schaffen um eine religiöse Vertiefung der Kunst, zuletzt aber um ein tiefes Verständnis des Christentums.
Er wußte, daß in der musikalischen Gestalt das Christentum am besten zum Vorschein kommen kann. Durch die Erhebung zu den inneren Geheimnissen der Weltenordnung erlangt man auf der einen Seite das Wissen, aber auf der andern Seite auch die wahre Frömmigkeit.“ (GA 97)
PS In der zweiten Hälfte des hier verlinkten Beitrages findest Du Hinweise zur Buddhi-Ebene > https://lmy.de/hOGb
Montag, 25. März 2024
Warum Helena gar nie in Troja war.
In der Tat ist diese Tatsache weitgehend unbekannt, vor allem, weil Homer uns in seinem großen Epos, der „Ilias“, in deren Mittelpunkt der Trojanische Krieg steht, eine ganz andere Version, die wir in allen Schulbüchern und Sagensammlungen lesen, übermittelte. - In den griechischen Mysterien wusste man allerdings um die Wahrheit
Nach Homer war es bekanntlich zum Streit zwischen drei Göttinnen, nämlich Athene, Hera und Aphrodite gekommen, wer die schönste sei. Sie kamen überein, einen Sterblichen zum Schiedsrichter zu bestimmen und wählten Paris, den trojanischen Thronfolger. Dem nun versprach Aphrodite, wenn er sie erwähle, die schönste Frau, die es gibt – Helena, verheiratet allerdings mit dem griechischen Fürsten Menelaos.
Paris nun wählte Aphrodite und mit ihrer Hilfe entführte er die schöne Griechin – der dies, wie man erzählt, gar nicht so unrecht gewesen sei – nach Troja. Die Griechen nun rüsteten schnellstmöglich auf, segelten nach Troja und belagerten die Stadt, wie wir heute wissen, zehn Jahre – und das vergeblich. Bis Odysseus der Clou mit dem Trojanischen Pferd einfiel, was mit der Eroberung der Stadt endete.
In den griechischen Mysterien hatte das Helena-Geschehen allerdings einen ganz anderen Stellenwert, weil anhand des wahren Geschehens den Mysterienschülern die Entwicklung hin zu begierdenhafter Liebe vermittelt wurde, die in den letzten zwei-, dreitausend Jahren zunehmend das Denken, Fühlen und damit auch das Tun der Menschen bestimmte und heute noch bestimmt. Dass Homer, obwohl sicherlich ein hoher Eingeweihter, eine exoterische Version verbreitete, also eine, die das Mysterienwissen außen vorließ, mag daran gelegen haben, dass auf den Verrat von Mysteriengeheimnisssen die Todesstrafe stand, möglicherweise aber auch deshalb, weil die Menschheit zu großen Teilen noch nicht in der Lage gewesen wäre, die spirituellen Hintergründe zu verstehen.
Dass vor allem Euripides, der jüngste der drei großen griechischen Dramatiker, ca 400 Jahre später die Wahrheit zu Teilen offenbaren konnte, mag etwas überraschen; er war aber nicht der einzige, der dies tat und vielleicht drängte die Wahrheit doch zu sehr ans Tageslicht der Öffentlichkeit. Dennoch aber blieben die spirituelle Hintergründe bis heute weitgehend unbeachtet.
Euripides beginnt sein Schauspiel „Helena“ mit einem Monolog, in dessen Rahmen die gleichnamige Protagonistin schon zu Beginn offenlegt, was wirklich geschah:
Doch Hera, grollend, daß sie nicht den Preis gewann,
Vereitelt' meiner Hand Besitz dem Paris: mich
Nicht selber gab sie, sondern ein lebendig Bild,
Aus Ätherstoff geschaffen und mir völlig gleich,
Dem Fürstensohne Priams hin – er glaubte mich
Zu haben, eitlen Wähnens, ohne mich!
Der heutige Leser mag verwundert sein, wie es geschehen konnte, dass Paris ein ätherisches Bild, von Hera, der Frau des Zeus geschaffen, für real nahm, doch die damalige Körper-Seele-Geist-Beschaffenheit war eine ganz andere (z.B. konnte die Seele beim Schiffen auf hoher See den Körper verlassen; in der Regel sangen dann Sirenen, die mit ihrer Energie die Seele aus dem Körper herauszogen, herauslockten - heute halten die Menschen sie einfach für Fabelgestalten; sie waren aber so real wie beispielsweise damals die Erynien, die sich heute in unser Inneres verlagert haben).
Was das historische Geschehen betrifft, ist Fakt, dass viele Männer männertypisch in einem Krieg sich um etwas balgen, was gar nicht vorhanden war - nämlich das Objekt der Begierde, Helena. In Wirklichkeit war sie mitsamt Paris von einem Sturm verschlagen, an der Küste Ägyptens gestrandet und von dem dortigen König Proteus auf der Insel Pharos, 25 Kilometer vor dem Nildelta, festgesetzt worden (mehr über dieses Geschehen in der Darstellung des Euripides unter dem folgenden Link https://lmy.de/TENy). Paris war dann Richtung Troja freigelassen/abgeschoben worden - mitsamt dem (Trug)Bild Helena, wie gesagt, erschaffen durch Hera, während die wirkliche Helena auf der Insel blieb.
Zwei Aspekte, die dieses Geschehen um Troja offenlegt, sind für mich in diesem Zusammenhang bemerkenswert:
Männer wie Paris - und von denen gibt es sehr viele - glauben, eine Helena nach Hause zu führen. Irgendwann stellen sie dann fest, dass ihre Helena gar nicht wirklich eine Helena, wie sie sich diese vorgestellt hatten, ist, d.h., der Helena-Putz bröckelt und die Parisse dieser Welt schieben das heraufziehende Beziehungsdesaster gern der Frau in die Schuhe; die allerdings hat sich zumeist nicht als Helena ausgegeben; im Zweifel hatte der Mann wie Faust in der Hexenküche zu viel vom Hexentrank getrunken, den dort Mephistopheles ihm kredenzt hatte (das müssen in seiner Realität nicht zu viele Pornos gewesen sein, die er sich reingezogen hat; wahrscheinlich ist eher, dass sein inneres Verhältnis von Begehren und Liebe generell nicht so beziehungsfreundlich war; Männer - weniger Frauen, aber auch - halten oft ihr Begehren für Liebe).
Es mag dann nach eine kurzen oder langen Weile so geschehen, wie Erich Kästner in seiner ´Sachlichen Romanze´ schrieb:
Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut)
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.
Angemerkt muss natürlich hier auch sein, dass es einige Frauen gibt - und meines Erachtens nimmt ihre Zahl zu - die sich gern als Helena geben und nicht wirklich die sind, die ihrer seelischen Realität entspricht, sondern ein Bild spielen, das der Vorstellung entspricht, die sich von sich selbst erwarten und das oft geprägt ist durch die gesellschaftliche Realität der Frau, die seit geraumer Zeit zunehmend gewollt unter sexistischen Einflüssen steht.
Im übrigen mag es natürlich sein, dass es Paare gibt, die dann um ihre Liebe - beziehungsweise was sie als solche bezeichnen - kämpfen und eine ehrliche Arbeit für eine Beziehung beginnt. Das setzt die Bereitschaft voraus, seine eigenen Seelentiefen auszuloten und dem anderen in dessen Seelentiefen bereitwillig und möglichst ohne Vorurteile zu folgen.
Möglich ist natürlich auch bei einem der beiden Partner oder beiden die Erkenntnis, dass sie nicht wirklich den anderen liebten, sondern, als sie an Liebe glaubten, in Wirklichkeit in ihr Gefühl von Liebe verliebt waren, im Grunde genommen – da dieses Gefühl ja ein Bestandteil ihrer eigenen Seele war –in sich selbst. Man kann also in ein Gefühl, das man hat und das sich so schön anfühlt, verliebt sein, und nicht wirklich in den anderen. Das kommt öfters vor, als man denkt; und wenn dieses Gefühle nachlässt, ist es in der Regel oft ganz und gar aus mit der Liebe und in Einzelfällen kann die vermeintliche sogar in Hass umschlagen.
Jener Lehrstoff jedoch, von dem oben bereits die Rede war und wie er in den Mysterien vermittelt wurde, hat zunächst einmal zu tun hat mit dem Entstehen der erotischen Liebe, dem Verlangen, der Begierde - im Sanskrit „Kama“ genannt - im Rahmen der letzten Erdinkarmation; die Anthroposophen bezeichnen diese als ´alten Mond´ (mehr dazu hier https://anthrowiki.at/Alter_Mond).
Diese Art von Liebe allerdings war zunächst weder gut noch böse war, sondern einfach ein, wie es die hinduistische Rigveda darstellt, Urtrieb menschlichen Seins, der die Erscheinungswelt erschafft und aufrecht erhält und für unsere Reinkarnationen verantwortlich ist.
Im Schöpfungslied der Rigveda heißt es:
Im Anfang war Finsternis in Finsternis versteckt (...) das Eine wurde durch die Macht eines heißen Dranges geboren. Über dieses kam am Anfang das Liebesverlangen, was des Denkens erster Same war.
Dieser heiße Drang kann, wie wir wissen, in einem Mystiker tätig sein und ihn (manchmal auch durchaus zwanghaft) zum Himmel ziehen wollen. Er ist aber in seiner niederen Form auch in dem Menschen tätig, der sich Süchten und Trieben hingibt, gern auch dem Sexualtrieb - Don Juan ahnte wohl nicht, wie sehr er dessen Opfer war.
Es ist wichtig zu wissen, dass dieser ursprüngliche Drang erst den Menschen zum Menschen gemacht hat; der eine Mensch allerdings - das lässt sich für unsere Zeit sagen - strebt bzw. versucht in einem positiven Sinne zu streben, ein anderer strebt in seiner negativen Form, ist süchtig und außer Kontrolle geraten bzw. ist unter Kontrolle der Kräfte, die wir der Mondsphäre zuordnen.
Der Mond, wie wir ihn heute kennen, sonderte sich in einer Zeitspanne unserer Erde ab, die wir Lemurien nennen, die vor ca. 2500 Millionen Jahre begonnen haben dürfte und die Atlantis voranging. Dieser Mond nahm niedrige negative Energien mit, ansonsten die Erde für Menschen unbewohnbar geworden wäre, unbewohnbar, weil sie sich verkrustet und verhornt hätte und in der Folge verödet wäre. Mit dem Mondenaustritt näherte sich der Mensch der heutigen Gestalt an; die Geschlechtertrennung fand statt (mehr zur Mondentrennung hier: https://lmy.de/ImIK)
Was hier nur in Kürze angesprochen werden kann, veränderte natürlich die Wirklichkeit der Menschen auf enorme Weise. Unser heutiges Denken beispielsweise wäre ohne die Geschlechtertrennung nicht möglich gewesen und Odysseus steht für diesen Menschen und wird deshalb der listige Odysseus genannt. Was fast zeitgleich geschah, war, das dieser denkende Mensch, für den auch Paris steht, Helena in Beschlag nimmt. Helene/Helena - der Name geht zurück auf Selene, die Mondgöttin, das weibliche Prinzip - steht immer in Gefahr, tief abzusinken. Das derbste Kamische - Selene-Helene-Helena - ist mit dem Mondaustritt von der Erde abgefallen und das reißt der Mensch, hier Paris genannt, an sich in Form der Helena. Die Folge eben ist Krieg.
Nur hat Paris eben nicht die wahre Helena geraubt, sondern im Grunde ein Plagiat, ein Trugbild, ein weibliches Abziehbild, wie Männer es sich gern in den Spind hängen. Als Faust die Hexenküche verlässt, sieht er in einem Spiegel ein wunderschönes Weib und vernarrt sich in diesen Anblick. Mephisto aber sagt zu ihm die übergroße Wahrheit, wissend, das Faust den Hexentrank zu sich genommen hat:
Du siehst, mit diesem Trank im Leibe,
Bald Helenen in jedem Weibe.
Es ist nicht die wirkliche Helena, die er zukünftig unter mephistophelischem Einfluss sehen wird, sondern eine, die er für Helena hält, womöglich eine niedere Kopie.
Die wahre Helena hat ihren Menelaos übrigens wirklich geliebt und ist ihm treu geblieben. Daran lässt Euripides keinen Zweifel (Auszüge hier https://lmy.de/TENy). Es sind die typischen Männerphantasien, die eine Helena in den Armen eines Paris und aller weiterer Parisse untreu werden lassen wollen.
Und das ist auch der Grund, warum der wahren Helena im zweiten Teil des Faust eine so große Bedeutung zukommt. Goethe stellt sie der Hexentrank-Spiegel-Helena des „Faust I“ gegenüber. Und sie ist es, die den Mann zum Ewig-Weiblichen ziehen kann, vor allem, wenn er auch selbst entsprechende Schritte tut. Heute genügt es nicht mehr, sich ziehen zu lassen. Heute müssen Männer wie Frauen sich aktiv um ihre Seele kümmern. Dann wird auch geschehen, was geschehen kann, dass nämlich der Mond sich wieder (in tausenden von Jahren) mit der Erde verbindet. Dann wird in vielen Menschen Männliches und Weibliches ins Gleichgewicht gekommen sein und der Krieg der Geschlechter wird vorbei sein und damit jene Kriege, die entstehen, weil Männer meinen, das niedere Kama rauben zu müssen, das, dem sie bereitwillig dienen.
Es gibt mittlerweile nicht wenige Männer, die auf dem Weg zu der wahren Helena unterwegs sind und nach der wahren Helena in sich und im Außen Ausschau halten. Dies Geschehen ist identisch mit dem Gralskönigtum, indem dem Menschen, der das Parzivalbewusstsein integrieren konnte, durch den Gral seine Königin gezeigt wird.
Gefährdet ist mittlerweile ungleich mehr das Weibliche. Zu viele Frauen fahren auf ein vulgäres Bild von Weiblichkeit ab, auch, weil sie das kaputte Männliche, das derzeit noch die Erde regiert, imitieren. Deshalb ist es auch wichtig, dass Frauen sich ebenfalls um jene Helena bemühen, die sie verbindet mit den Tiefen ihres Seins, jenen Tiefen, aus denen Faust im zweiten Teil von Goethes Werk Helena und ihre umfassende Weiblichkeit in seine Realität zu holen sucht.
Freitag, 22. März 2024
Triumph des Goldenen Kalbs? – Finale im Kampf Geld gegen Seele
Nun braust ein Sturm der Entrüstung durch das Land. Der Grüne Robert Habeck hätte sich mehr Standortpatriotismus gewünscht und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht durch Kommerz Tradition und ein Stück Heimat vernichtet (ausgerechnet Lauterbach, der ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Deutschen die Impf-Industrie protegierte).
Solange Deutschland auf den Wogen des Wohlstandsglücks ganz oben schwamm, stellte kaum jemand in Frage, dass Wohlstand und Geld oberste Priorität habe und alles dem Goldenen Kalb unterzuordnen sei - der Börsenbulle als Leittier der Deutschen.
Werden nun auf einmal die Deutschen sensibler, da sie momentan zumindest zu den wirtschaftlich eher abgehängten Nationen zählen?
Oder findet tatsächlich eine Art Bewusstseinswandel statt, dass Geld doch nicht alles sei? Wollen die Menschen hierzulande nicht mehr nur mit Geldfraß abgespeist werden, sondern beginnen zu erkennen, dass Glück nicht mit Geld zu kaufen ist, sondern damit zusammenhängt, dass wir auf eine neue, bewusstere Art unser Leben auf der Erde gestalten?
Ich glaube tatsächlich wahrzunehmen, dass eine Art Bewusstseinswandel stattfindet; er hat sich schon deutlich gezeigt im wochenlangen Protest der Fußballfans und den von ihnen initiierten Spielunterbrechungen durch Hunderttausende von Tennisbällen, die wohl bundesweit während des Spiels auf die Fußballrasen flogen, weil die Fans nicht akzeptieren wollten, dass die Deutsche Fußballliga einen Milliarden-Deal mit einem Investor abschließt, der auf Kosten des Sportes geht zugunsten seiner Vermarktung und dadurch bedingten Einschränkungen.
Geld scheint vielleicht den Menschen immer weniger alles zu sein.
Vielleicht nehmen aber tatsächlich auch die Menschen unbewusst jene Stimme vom Berg Sinai (siehe Link) wahr, die nun nicht mehr nur in vorchristlichem Sinne die Beachtung von Gesetzen anmahnt, sondern nach Golgatha anmahnt: Liebet einander! Geht menschlich miteinander um und schaut, was euch wirklich glücklich macht!
Dass das beim Genießen von Fußballglück beginnen könnte, mag manchem Hochspirituellen unglaubwürdig vorkommen, aber Glück beginnt da, wo die Menschen es fassen, es begreifen können und die ernsthafte Suche nach ihm kann sich erweitern in Bezug auf die Arbeit, wie sie denn glücklich macht (weniger zu arbeiten, wie die Gewerkschaften einfallslos suggerieren, ist nicht alles); es kann sich auch zeigen in der Erkenntnis, dass Sex, wie er gesellschaftlich vermarktet wird, nicht glücklich macht oder in der Bereitschaft, darüber nachzudenken, wie Liebe aussehen und sich anfühlen mag, wenn sie wirklich Glück bringt und dann mehr als eine Worthülse ist.